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Weißer Hautkrebs: Laien unterschätzen Risiken und Symptome

Arzt untersucht die Hand eines Patienten während einer Beratung in einer hellen Praxis.

Weißer Hautkrebs: Laien unterschätzen Risiken und Symptome

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mgb medizin Redaktion

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Laut einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse aus 2025 ist das Bewusstsein für Keratinozytenkarzinome (Basalzell- und Plattenepithelkarzinom) bei Laien weiterhin lückenhaft. Die meisten Menschen kennen typische Warnzeichen und Risikofaktoren kaum und unterschätzen die Gefährlichkeit des „weißen Hautkrebses“. Die Autoren fordern gezielte Aufklärungskampagnen und Präventionsmaßnahmen.

Weiße Hautkrebsarten – Basalzellkarzinom (BCC) und Plattenepithelkarzinom (SCC) – sind die häufigsten malignen Tumoren der Haut weltweit. Ihre Inzidenz nimmt durch die alternde Bevölkerung und veränderte Freizeitgewohnheiten stetig zu. Trotz der hohen Fallzahlen bleibt das öffentliche Bewusstsein für diese Tumoren gering, wie eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von Brokmeier et al. (Healthcare, 2025) zeigt.

Die Autor:innen analysierten insgesamt 32 Publikationen mit über 25.000 befragten Laien aus Europa, Nordamerika und Australien. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur rund 40% der Befragten konnten überhaupt eine Form von Hautkrebs benennen, und weniger als ein Drittel erkannte typische Warnzeichen wie nicht heilende Wunden, knotige, schuppende oder blutende Hautveränderungen. Besonders gravierend: Viele verwechselten die Symptome von BCC und SCC mit harmlosen Hautirritationen oder Allergien.

Auch bei den Risikofaktoren herrscht große Unkenntnis. UV-Exposition – der wichtigste modifizierbare Risikofaktor – wurde nur von knapp der Hälfte der Befragten genannt. Heller Hauttyp, höheres Alter, Immunsuppression und genetische Prädisposition sind noch weniger bekannt. Die Risikowahrnehmung ist häufig verzerrt: Während das maligne Melanom als gefährlich gilt, werden Keratinozytenkarzinome oft als „weniger schlimm“ oder „leicht behandelbar“ eingestuft. Dabei können gerade SCCs metastasieren und zu schweren Komplikationen führen.

Die Studie zeigt zudem, dass Präventionsmaßnahmen wie Sonnenschutz, Meidung von Solarien und regelmäßige Hautkontrollen selten konsequent umgesetzt werden. Besonders jüngere Menschen und solche ohne persönlichen Kontakt zu Hautkrebsbetroffenen zeigen ein geringes Problembewusstsein. Die Autor:innen identifizieren hier einen klaren Ansatzpunkt für die dermatologische Praxis: Aufklärung muss frühzeitig und zielgruppenspezifisch erfolgen, zum Beispiel im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen, Informationskampagnen oder Schulprojekten.

Für Dermatolog:innen ergeben sich daraus konkrete Empfehlungen:
• Patient:innen aktiv über die Risiken und Warnzeichen von BCC und SCC informieren.
• Die Unterschiede zu anderen Hauterkrankungen klar herausstellen.
• Praktische Hinweise zu Selbstuntersuchung und Sonnenschutz geben.
• Bei Risikopatient:innen (z.B. Immunsuppression, heller Hauttyp) gezielt sensibilisieren und regelmäßige Kontrollen anbieten.

Die Autor:innen fordern zudem, dass Gesundheitskampagnen und Medienberichte den „weißen Hautkrebs“ stärker in den Fokus rücken sollten, um das Wissen und die Risikowahrnehmung in der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. Nur so kann eine frühzeitige Diagnose und damit eine bessere Prognose für die Betroffenen erreicht werden.

Fazit:
Die Metaanalyse macht deutlich, dass die Lücke zwischen medizinischem Wissen und öffentlicher Wahrnehmung bei Keratinozytenkarzinomen weiterhin groß ist. Dermatolog:innen spielen eine Schlüsselrolle, um diese Lücke zu schließen und die Prävention sowie Früherkennung nachhaltig zu verbessern.

Quelle: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12346732/

Bildquelle: © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

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