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Überarbeitung der S3-Leitlinie zum Descensus genitalis

Anatomisches Modell von weiblichem Becken und Beckenbodenmuskulatur als Symbol fuer die Ueberarbeitung der S3 Leitlinie zum Descensus genitalis

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Überarbeitung der S3-Leitlinie zum Descensus genitalis

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Ein Descensus genitalis schränkt die Lebensqualität betroffener Frauen oft erheblich ein. Die aktualisierte S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Descensus genitalis bietet evidenzbasierte Handlungsempfehlungen und bewertet konservative und operative Therapieoptionen sowie neue Operationstechniken. Erstmals werden auch Präventionsstrategien und die Therapie bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung thematisiert.

Leitlinie unter Federführung der DGGG

Der Descensus genitalis bezeichnet das Tiefertreten von Blase, Rektum, Vagina oder Uterus. Dieses häufige Krankheitsbild schränkt die Lebensqualität betroffener Frauen oft erheblich ein. Die aktualisierte S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Descensus genitalis bietet evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für die adäquate Versorgung.
Die Leitlinienaktualisierung, an der die DGGG federführend mitgearbeitet hat, bewertet neue Operationstechniken und behandelt erstmals Themen wie die Therapie bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung sowie Präventionsstrategien.

Diagnostik des Descensus genitalis

Die Diagnostik umfasst eine ausführliche Anamnese und eine klinische Untersuchung. Expertinnen und Experten empfehlen standardisierte Fragebögen, die Blasen-, Darm-, Deszensus- und Sexualsymptome erfassen. Die klinische Untersuchung hat den größten Stellenwert. Das Ausmaß des Descensus genitalis wird standardisiert mit einem Referenzniveau beurteilt.

Zu den bildgebenden Verfahren zählen laut aktualisierter Leitlinie Nierenultraschall, Introitus-, Perineal- und Beckenboden-Ultraschall, Beurteilung der Blasensenkung und der Mobilität des Blasenhalses, Kolpozystorektographie, Defäkographie und dynamisches MRT.

Aufklärung von Patientinnen

Im Aufklärungsgespräch sollen Ärztinnen und Ärzte konservative und operative Therapieoptionen erläutern. Gemeinsam mit der Patientin wird die beste Behandlung unter Einbeziehung von Begleiterkrankungen sowie ihren Wünschen und Zielen eruiert. Der Aufklärungsprozess sollte mindestens 24 Stunden vor einer geplanten Operation erfolgen.

„[…] Damit die Patientin eine informierte Entscheidung treffen kann, sollte die Aufklärung gut strukturiert sein und, wenn möglich, auf der Basis von eigenen Daten zu Erfolg und Komplikationen von Eingriffen erfolgen […].“


PD Dr. med. Kaven Baeßler, Joseph Kliniken Berlin

Therapieoptionen beim Descensus genitalis

Die S3-Leitlinie beschreibt konservative und operative Therapien. Zur konservativen Therapie gehören Beckenbodentraining, Pessartherapie und Hormonersatztherapie.

Die operative Therapie umfasst verschiedene Verfahren je nach betroffenem Kompartiment. Im vorderen Kompartiment kommen unter anderem die vordere Scheidenplastik, Operationen mit synthetischer Netz-Augmentation und die Sakrokolpopexie zum Einsatz. Im hinteren Kompartiment sind beispielsweise die hintere Scheidenplastik und die ventrale Netzrektopexie mögliche Optionen. Für das mittlere Kompartiment stehen unter anderem die vaginale sakrospinale Fixation und die Sakrokolpopexie zur Verfügung.

Prävention des Descensus genitalis

Zu Präventionsstrategien zählen die Aufklärung über Beckenbodenfunktion, Gewichtsreduktion sowie präventive prä- und peripartale Aspekte. Die Leitlinie betrachtet außerdem Risikofaktoren, die das Ergebnis einer Operation beeinflussen.
Neben der DGGG waren zwölf weitere Organisationen und 35 Fachvertretende an der Leitlinienerstellung beteiligt.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. vom Juni 2026: Neue Handlungsempfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Descensus genitalis der Frau erarbeitet

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