Kardiologie » Sonstiges

»

Böse Überraschung: CPAP kann Risiken bei OSA erhöhen

Böse Überraschung: CPAP kann Risiken bei OSA erhöhen

Aktuelles

Kardiologie

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in: herzmedizin

Bei Patienten mit Hochrisiko-OSA (obstruktive Schlafapnoe) reduziert die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) schwere kardio- und zerebrovaskuläre Ereignisse (MACCE) effektiv. Das zeigt eine aktuelle Meta-Analyse. Bei Patienten mit Niedrigrisiko-OSA hingegen wurde unter CPAP-Behandlung ein Anstieg von MACCE festgestellt.

Drei randomisierte kontrollierte Studien an insgesamt mehr als 3.500 Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe gingen in die Metaanalyse ein. In keiner der drei Studien hatte sich unterm Strich ein Benefit der CPAP-Therapie mit Blick auf das kardio- und zerebrovaskuläre Outcome nachweisen lassen. Deshalb wurde jetzt nach Hoch- und Niedrigrisiko-OSA differenziert. In einem Follow-up von durchschnittlich drei Jahren wurden schwere kardio- und zerebrovaskuläre Ereignisse erfasst. Die Hochrisiko-OSA war definiert durch große Hypoxämielast oder starke Herzfrequenzsteigerung während Apnoe.

Hochrisiko-Patienten profitieren

Patienten mit Hochrisiko-OSA profitierten von der CPAP-Beatmungstherapie: Die Behandlung senkte das MACCE-Risiko um 17 %. Der größte Benefit wurde bei Hochrisiko-Patienten ohne Tagesmüdigkeit beobachtet. Bei dieser Subpopulation wurde die MACCE-Rate um 24 % reduziert. 

Bei niedrigem Risiko verschlechtert sich das Outcome

Patienten mit Niedrigrisiko-OSA profitierten dagegen nicht von der Beatmungstherapie. Im Gegenteil: Bei diesen Patienten war unter CPAP ein Anstieg schwerer kardio- und zerebrovaskulärer Ereignisse um 22 % zu verzeichnen. Bei Niedrigrisiko-OSA ohne Tagesmüdigkeit betrug der Anstieg sogar 30 %.

Dieses Ergebnis war überraschend und zwingt dazu, die Indikation für eine CPAP-Beatmung, die derzeit bei obstruktiver Schlafapnoe als Standardtherapie gilt, zu überdenken. Welche Mechanismen den jetzt aufgedeckten ungünstigen Effekten der CPAP bei Niedrigrisiko-OSA zugrunde liegen könnten, ist unklar. 

Originalstudie: Azarbarzin A et al. Cardiovascular benefit of continuous positive airway pressure according to high-risk obstructive sleep apnoea: a multi-trial analysis. Eur Heart J 2025

Quelle: herzmedizin vom 20. August 2025

Bilderquelle: © sbw19 – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt hält digitales Display mit Lipidprofil-Tabelle – Cholesterin, Triglyceride, HDL und LDL im Überblick als Illustration zur Lipidforschung und Biomarker-Diagnostik

Neue Plattform beschleunigt Lipidforschung und Biomarker-Suche

Aktuelles

Forschende der TU Dresden und Partneruniversitäten haben eine Plattform entwickelt, die fragmentierte Lipiddaten aus internationalen Datenbanken automatisiert zusammenführt – und damit die Suche nach neuen Biomarkern und Therapien deutlich beschleunigt.

Kardiologie

Dyslipidämien

Beitrag lesen
Kardiologie-Team des Klinikums Hanau unter Leitung von PD Dr. Christof Weinbrenner feiert ersten erfolgreichen Eingriff mit der weltweit dünnsten Defibrillationselektrode OmniaSecure von Medtronic

Weltpremiere in Hanau: Dünnste Defibrillationselektrode erstmals implantiert

Aktuelles

Das Klinikum Hanau hat als erstes Haus die weltweit schlankste Defibrillationselektrode implantiert – ein Durchmesser von nur 1,6 Millimetern eröffnet neue Möglichkeiten in der Behandlung gefährlicher Herzrhythmusstörungen.

Kardiologie

Herzrhythmusstörungen

Beitrag lesen
Zwei Kardiologen im Katheterlabor des Klinikums Wolfsburg bei der Pulsed-Field-Ablation zur Behandlung von Vorhofflimmern

Vorhofflimmern: Klinikum Wolfsburg setzt auf neue Pulsed-Field-Ablation

Aktuelles

Das Klinikum Wolfsburg gehört zu den wenigen Krankenhäusern in Deutschland, die eine neue Katheter-Technologie zur Behandlung von Vorhofflimmern einsetzen. Das Verfahren ist schonender als bisherige Methoden – und verkürzt den Eingriff auf rund 20 Minuten.

Kardiologie

Herzrhythmusstörungen

Beitrag lesen