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Plötzlicher Herztod bei Herzinsuffizienz: Studiendaten belegen hohes Frührisiko

3D-Illustration eines menschlichen Herzens mit EKG-Kurve und digitaler Überwachungsgrafik als Symbol für Herzinsuffizienz und das Risiko des plötzlichen Herztods

Quelle: © Rasi – stock.adobe.com

Plötzlicher Herztod bei Herzinsuffizienz: Studiendaten belegen hohes Frührisiko

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Herzmuskelerkrankungen und Herzinsuffizienz

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Erschienen in: herzmedizin

Patientinnen und Patienten mit neu diagnostizierter Herzinsuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion tragen in den ersten Monaten nach der Diagnose ein besonders hohes Risiko für den plötzlichen Herztod. Daten der SCD-PROTECT-Studie unterstreichen die Bedeutung eines frühzeitigen Schutzes in dieser vulnerablen Phase — und zeigen die Grenzen moderner medikamentöser Therapie.

Schutzlücke in der Frühphase der Herzinsuffizienztherapie

Die moderne, leitliniengerechte medikamentöse Therapie (GRMT) hat die Gesamtsterblichkeit bei Herzinsuffizienz in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Dieser Erfolg beruht jedoch primär auf einer verbesserten Behandlung der Herzschwäche selbst — nicht auf einer Eliminierung des Risikos für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen. Das Risiko für Arrhythmien und damit für den plötzlichen Herztod (Sudden Cardiac Death, SCD) bleibt insbesondere in der Frühphase nach Diagnosestellung erheblich, solange die medikamentöse Einstellung noch nicht vollständig etabliert ist.

Diese Diskrepanz zwischen therapeutischem Fortschritt und verbleibendem Arrhythmierisiko stand im Mittelpunkt eines Symposiums auf der 92. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) 2026 in Köln.

SCD-PROTECT-Studie: Risiko deutlich höher als erwartet

Zentrale Datenbasis der Diskussion war die SCD-PROTECT-Studie, eine multizentrische epidemiologische Kohortenstudie mit 19.598 konsekutiv eingeschlossenen Patientinnen und Patienten mit neu diagnostizierter nicht-ischämischer Kardiomyopathie (NICM) oder Myokardinfarkt bzw. koronarer Herzkrankheit (MI/CAD) und reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF < 35 %) [1].

Die Studie untersuchte das Risiko für einen plötzlichen Herzstillstand (SCA) bzw. plötzlichen Herztod aufgrund ventrikulärer Tachykardie oder Kammerflimmern (VT/VF). Die Ergebnisse zeigen ein deutlich höheres Risiko als in klassischen ICD-Studien erwartet:

  • NICM-Patienten: Inzidenzrate der ersten adäquaten Defibrillator-Therapie: 6,10 Ereignisse pro 100 Patientenjahre (95%-KI: 5,31–7,00)
  • MI/CAD-Patienten: 8,64 Ereignisse pro 100 Patientenjahre (95%-KI: 7,41–10,05) [1]

Die meisten Ereignisse konzentrierten sich innerhalb der ersten 90 Tage, nahezu alle innerhalb der ersten 200 Tage nach Beginn der Weste-Nutzung [1].

Medikamentöse Therapie braucht Zeit — Schutzlücke bleibt bestehen

Obwohl die ESC-Leitlinien 2023 eine zügige Auftitrierung der Herzinsuffizienzmedikamente empfehlen, zeigt die HF-OPT-Studie, dass eine relevante Verbesserung der Pumpfunktion und der LVEF selbst bei intensiver Titrationsstrategie mindestens 180 Tage in Anspruch nehmen kann [2]. In dieser kritischen Übergangsphase besteht die beschriebene Schutzlücke gegenüber arrhythmiebedingtem Herzstillstand.

Als Ursachen für eine suboptimale Umsetzung der medikamentösen Therapie in der Praxis wurden sowohl eine „Clinical Inertia” bei behandelnden Ärztinnen und Ärzten — ein Zögern aus Sorge vor Nebenwirkungen — als auch mangelnde Patientenadhärenz identifiziert.

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