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Krebsimmuntherapie und Herz: Wie Checkpoint-Inhibitoren das Herzrisiko erhöhen

Mikroskopische Gewebeaufnahme eines Blutgefäßes mit sichtbarer Fibrose nach Deaktivierung eines Immun-Checkpoints – Forschungsbild zur Wirkung von Checkpoint-Inhibitoren auf das Herzgewebe

Quelle: Mikroskopische Gewebeaufnahme: Fibrose in einem Blutgefäß nach Deaktivierung eines Immun-Checkpoints. © UKHD

Krebsimmuntherapie und Herz: Wie Checkpoint-Inhibitoren das Herzrisiko erhöhen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Immun-Checkpoint-Inhibitoren gehören zu den wirksamsten Waffen gegen Krebs – doch sie können das Herz gefährden. Ein neues interdisziplinäres Forschungskonsortium will herausfinden, warum, und die Therapie sicherer machen. Die Hector Stiftung fördert das Projekt mit 1,3 Millionen Euro.

Erfolgreiche Krebstherapie mit unerwünschten Nebenwirkungen

Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) haben die Krebstherapie in den vergangenen Jahren revolutioniert. Sie „pushen“ das körpereigene Immunsystem, damit es aggressiver gegen Tumorzellen vorgeht – mit beeindruckenden Behandlungserfolgen, etwa beim malignen Melanom, dem schwarzen Hautkrebs.

Doch die Therapie hat eine Schattenseite: Krebspatientinnen und -patienten, die eine ICI-Behandlung erhalten, haben ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen – insbesondere für die koronare Herzkrankheit (KHK), eine chronisch-entzündliche Verengung der Herzkranzgefäße, die zu Herzinfarkt und Herzschwäche führen kann.

Welche biologischen Mechanismen hinter diesen Nebenwirkungen stecken und wie sie verhindert werden können, untersucht ab sofort das Forschungskonsortium ATHERIC-CARE (ATHErosclerosis RIsk In Cancer patients after immune Checkpoint-Inhibitor therapy – Assessment and Exploration).

Das Konsortium: Vier Standorte, eine Frage

Das interdisziplinäre Konsortium wird geleitet von Prof. Dr. Lorenz Lehmann, Sektionsleiter Kardio-Onkologie an der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie des Universitätsklinikums Heidelberg. Weitere Partner sind:

  • Dr. Isabel Poschke – Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg
  • Dr. Henrike Maatz – Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin
  • Prof. Dr. Sylvia Saalfeld – Abteilung für Medizinische Informatik, Universität Kiel
  • Prof. Dr. Oliver Müller – Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel

Seit Februar 2026 fördert die Hector Stiftung das Projekt über drei Jahre mit insgesamt 1,3 Millionen Euro.

Wie Checkpoint-Inhibitoren die Atherosklerose beschleunigen

Im Zentrum der Forschung steht die Frage, wie ICI-Therapien den Entzündungsmechanismus der Atherosklerose aktivieren oder beschleunigen. Bei der Atherosklerose lagern sich Blutfette, Cholesterin und andere Substanzen an den inneren Gefäßwänden ab und lösen anhaltende Entzündungen aus. Mit der Zeit verengen sich die Gefäße zunehmend – mit potenziell schwerwiegenden Folgen für das Herz.

„Wir gehen davon aus, dass Krebspatientinnen und -patienten durch eine Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen wie die Koronare Herzkrankheit haben“, erklärt Projektleiter Prof. Lehmann. „Das innovative Konsortium leistet einen wichtigen Beitrag für dieses neue interdisziplinäre Forschungsfeld“, ergänzt Prof. Dr. Norbert Frey, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Modernste Methoden: KI, DNA-Analyse und Tiermodelle

Das Forschungsteam setzt auf ein breites Methodenspektrum:

  • DNA-Analysen zur Identifikation der Immunzellen, die die Atherosklerose vorantreiben
  • Tierversuche, um Entzündungsmechanismen von Beginn an zu verfolgen
  • Maschinelles Lernen zur Auswertung von CT-Aufnahmen betroffener Patientinnen und Patienten

Ein besonderer Fokus liegt auf Patientinnen und Patienten mit malignem Melanom, da diese in der Regel langjährig mit ICI behandelt werden und regelmäßig CT-Aufnahmen erhalten. Diese Bilddaten – primär zur Tumorüberwachung gedacht – können mithilfe Künstlicher Intelligenz auch Veränderungen an den Herzkranzgefäßen sichtbar machen.

Ziel: Immuntherapie sicherer machen

„Indem wir die Ergebnisse aus den verschiedenen Forschungsbereichen zusammenführen, wollen wir Biomarker und Strategien identifizieren, die die Immuntherapie sicherer machen – und damit auch die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern“, fasst Prof. Lehmann zusammen.

ATHERIC-CARE steht damit für einen neuen Ansatz in der Kardio-Onkologie: Krebstherapie und Herzgesundheit nicht getrennt, sondern gemeinsam denken – zum Wohl der Betroffenen.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg / Hector Stiftung | Förderprojekt ATHERIC-CARE, gefördert seit Februar 2026

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