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Kardiovaskuläre Prävention neu gedacht: Bildgebung, Lipidtherapie und DiGA

3D-Illustration eines Herzens mit Querschnitt eines durch Cholesterin-Plaque verengten Blutgefäßes

Quelle: © Rasi – stock.adobe.com

Kardiovaskuläre Prävention neu gedacht: Bildgebung, Lipidtherapie und DiGA

Aus der Industrie

Kardiologie

Dyslipidämien, Prävention und Rehabilitation

mgb medizin Redaktion

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4 MIN

Erschienen in: herzmedizin

Auf der 92. DGK-Jahrestagung in Mannheim diskutierten führende Expertinnen und Experten, wie moderne Koronar-CT-Bildgebung, orale Kombinationstherapien und digitale Prävention die kardiovaskuläre Versorgung in Deutschland grundlegend verbessern können.

Deutschland gibt überdurchschnittlich viel Geld für Gesundheit aus – und schneidet bei der Lebenserwartung im europäischen Vergleich dennoch unterdurchschnittlich ab. Ein wesentlicher Grund: Modifizierbare Risikofaktoren werden zu spät und zu inkonsequent adressiert. Besonders im Lipidmanagement klafft eine erhebliche Versorgungslücke. Auf der 92. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim zeigten zwei Satellitensymposien von Daiichi Sankyo, wie diese Lücken zu schließen sind.

Versorgungslücke im Lipidmanagement

Die Zahlen sind alarmierend: Nur rund 20 % der Patientinnen und Patienten mit hohem oder sehr hohem kardiovaskulären Risiko hatten in der SANTORINI-Studie ihre LDL-Cholesterin (LDL-C)-Zielwerte erreicht. Zudem erhalten 26,6 % der Betroffenen in der hausärztlichen Versorgung trotz gesicherter Diagnose überhaupt keine lipidsenkende Therapie – bei Kardiologinnen und Kardiologen liegt dieser Anteil bei lediglich 1,3 %.

„Zwischen LDL-C und dem Tod steht der Plaque“

PD Dr. Philipp Breitbart (CCB Frankfurt am Main) formulierte das diagnostische Kernproblem präzise: Die klassische Koronarangiografie quantifiziert Stenosen, liefert aber keine Aussage über Plaquelast oder -zusammensetzung. Die Koronar-CT-Angiografie (CCTA) kann diese diagnostische Lücke schließen: Sie ermöglicht die Differenzierung von Plaquekomponenten und die Identifikation von Hochrisiko-Plaquemerkmalen wie einem großen Lipidkern und einer dünnen fibrösen Kappe.

Die Datenlage ist eindeutig: Eine Reduktion des koronaren Plaquevolumens um 1 % korreliert mit einer Risikoreduktion für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) von 20 %. Besonders bemerkenswert: Patientinnen und Patienten, die anhand eines CCTA-Befundes beraten wurden, erreichten nach sechs Monaten deutlich häufiger die empfohlenen Lebensstilziele als jene mit reiner Risikoscore-Beratung (17 % vs. 6 %). Die Visualisierung des eigenen Plaques motiviert offenbar stärker als abstrakte Risikokalkulationen.

Früher therapieren, Zielwerte konsequent erreichen

Prof. Dr. Ingo Hilgendorf (Deutsches Herzzentrum der Charité, Berlin) unterstrich: LDL-C ist kein bloßer Risikofaktor, sondern kausal für Atherosklerose. Das Konzept der „Cholesterin-Jahre“ – die kumulative Exposition über die Lebensspanne – bestimmt die Plaquelast überproportional. Das ESC/EAS Focused Update 2025 der Dyslipidämie-Leitlinie zieht daraus eine klare Konsequenz: weg von der schrittweisen Eskalation, hin zur frühen Kombination aus Statinen und Nicht-Statin-Therapien.

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