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Kardiovaskuläres Risiko durch Mikroplastik

Nahaufnahme einer Petrischale mit bunten Mikroplastik-Partikeln, die auf die gesundheitlichen Risiken von Mikroplastik hinweisen.

Kardiovaskuläres Risiko durch Mikroplastik

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Erschienen in: herzmedizin

Seit einiger Zeit sind gesundheitliche Risiken durch Mikroplastik in den Fokus gerückt. Jetzt gibt es neue Daten aus einer Beobachtungstudie, die für einen Anstieg von kardiovaskulären Erkrankungen wie Bluthochdruck und Schlaganfall sprechen.

Die Belastung der Umwelt mit Mikroplastik – definiert als Partikel von 1 Nanometer bis 5 Millimetern – hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Dasselbe gilt für die Kontamination von Lebewesen einschließlich des Menschen. Über den Magen-Darm-Trakt und auch über die Atemluft gelangen die winzigen Partikel in den menschlichen Organismus und lagern sich in verschiedenen Geweben und Organen ab. Mikroplastik wurde u.a. im Herzmuskel, in der Lunge, der Leber und in besonders hohen Konzentrationen im Gehirn [1] nachgewiesen. Auch in den Wänden von Blutgefäßen wurde Plastikpartikel gefunden, und zwar insbesondere in atherosklerotischen Plaques. Das ist für Plaques in der Carotis und in Koronararterien belegt. [2]

Zu potenziellen gesundheitlichen Risiken, die von diesen Ablagerungen ausgehen, gibt es erst wenige harte Daten, aber entsprechende Hinweise mehren sich. Untersuchungen an Tieren deuten u.a. auf Erbgutveränderungen, chronische Entzündungen, Störungen der Immunabwehr und ein erhöhtes Krebsrisiko hin.

Bluthochdruck und Schlaganfälle vermehrt

Allein in den ersten Monaten dieses Jahres sind mehrere neue Studien vorgelegt worden. Eine US-amerikanische Studie Beobachtungsstudie am Menschen untermauert den Zusammenhang zwischen Mikroplastik und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Studie wurde auf dem Jahreskongress des „American College of Cardiology“ in Chicago präsentiert. [3]

Das Risiko von Bluthochdruck, Schlaganfall und auch Diabetes mellitus korrelierte in der Beobachtungsstudie mit dem Ausmaß der Mikroplastik-Exposition. Dabei wurde eine klare Dosisabhängigkeit festgestellt, die einen Kausalzusammenhang nahelegt. Die Exposition wurde abgeschätzt auf Basis von Daten zur Mikroplastik-Belastung in verschiedenen US-amerikanischen Küstenregionen. Diese Daten wurden mit Gesundheitsdaten von Bewohnern dieser Gebiete abgeglichen, die die „Centers for Disease Control and Prevention“ (CDC) zur Verfügung stellten. Das Design der Studie ist zwar nicht geeignet, einen Kausalzusammenhang hieb- und stichfest nachzuweisen, trotzdem sind die Ergebnisse beunruhigend.

Quellen:

1. Nihart AJ et al.: Bioaccumulation of microplastics in decedent human brains. Nat Med 2025: 31, 1114–1119. https://doi.org/10.1038/s41591-024-03453-1
2. Mikro- und Nanoplastik – eine „Zeitbombe“ für die Gefäße? herzmedizin 2024. https://herzmedizin.de/fuer-aerzte-und-fachpersonal/kardiologie-interdisziplinaer/praevention/mikroplastik-nanoplastik-mnp-plaque-risikofaktor-herz-kreislauf.html
3. Pressemitteilung des American College of Cardiology 2025.https://www.acc.org/About-ACC/Press-Releases/2025/03/25/10/19/New-Evidence-Links-Microplastics-with-Chronic-Disease

Bilderquelle: © RHJ – stock.adobe.com

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