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Kontaktlose Pulsmessung unzuverlässig bei hohem Herzschlag

Person im Blazer vor überdachtem Außenbereich an der Universität Bielefeld

Quelle: Prof'in Hanna Drimalla, Technische Fakultät / Leiterin der Forschungsgruppe Human-Centered Artificial Intelligence ©Universität Bielefeld

Kontaktlose Pulsmessung unzuverlässig bei hohem Herzschlag

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Forschende der Universität Bielefeld haben untersucht, wie verlässlich KI-basierte Verfahren den Puls aus einfachen Videoaufnahmen messen können (rPPG), eine Technik mit großem Potenzial für die Telemedizin. Die Studie in npj Digital Medicine zeigt jedoch, dass die Genauigkeit der kontaktlosen Pulsmessung bei erhöhtem Herzschlag deutlich abnimmt.

KI-Pulsmessung im Praxistest

Damit Telemedizin im Alltag funktioniert, müssen digitale Diagnosewerkzeuge auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig sein. Ein Forschungsteam der Universität Bielefeld prüfte, wie genau KI-basierte Pulsmessung per Video (rPPG) funktioniert. Die Methode erkennt kleinste Farbveränderungen der Haut und könnte Arztpraxen entlasten oder Stresssituationen erfassen.

„Wir wollten wissen, ob diese Methoden wirklich halten, was sie versprechen. Gerade dann, wenn der Herzschlag hochgeht“, sagt Studienautorin Professorin Dr. Hanna Drimalla von der Universität Bielefeld. „Denn genau in solchen Momenten wären sie besonders wichtig.“

Neue Daten für realistische Tests

Frühere rPPG-Studien nutzen meist ideale Bedingungen wie sitzende Probanden und gute Beleuchtung. Das Bielefelder Team wählte hingegen alltagsnahe Szenarien und entwickelte einen Datensatz, der verschiedene Herzraten und schlechte Lichtverhältnisse einschließt.

Das Ergebnis überrascht: Während schwache Beleuchtung die automatische Messung kaum stört, bricht die Messgenauigkeit bei erhöhtem Puls stark ein. Einige moderne Verfahren liefern dann Werte, die für Anwendungen in der Telemedizin schlicht unbrauchbar wären.

Relevanz für digitale Medizin

Gerade weil digitale Gesundheitsdienste rasant wachsen, warnen die Forschenden vor einem unkritischen Einsatz. Wenn KI-Methoden Stress oder Herzprobleme falsch einschätzen, kann das zu realen Risiken führen, sowohl für die medizinische Fachkraft als auch für ihre betroffene Person.

Die Studie betont deshalb: rPPG hat großes Potenzial, aber die Methoden müssen robuster werden. „Daher arbeiten wir aktuell an neuen robusteren Methoden“, sagt Bhargav Acharya. „Die hohen Puls erkennen können und auch bei schlechter Beleuchtung oder für Menschen mit dunkler Hautfarbe funktionieren.“ Nur dann kann kontaktlose Pulsmessung ihren Platz in der digitalen Versorgung finden, auch außerhalb des Labors, mitten im Alltag.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Bielefeld vom 09.12.2025

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