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Niere, Kreislauf und Herz: Ein unterschätztes Zusammenspiel

Stilisierte Darstellung einer Niere mit Blutgefäßen vor einer EKG-Linie auf blauem Hintergrund

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Niere, Kreislauf und Herz: Ein unterschätztes Zusammenspiel

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Erschienen in: herzmedizin

Eine eingeschränkte Nierenfunktion erhöht das kardiovaskuläre Risiko, bleibt jedoch häufig lange unbemerkt. Umso wichtiger sind eine frühzeitige Diagnostik und eine konsequente Therapie. Das zeigte die Pressekonferenz zur 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN).

Im Rahmen der Pressekonferenz zur 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) ging Prof. Dr. Sibylle von Vietinghoff, Gesamtleitung Nephrologie am Universitätsklinikum Bonn, genauer auf das Zusammenspiel von Niere, Herz und Kreislauf ein.

Täglich werden rund 1.600 Liter Blut durch die Nieren geleitet, etwa 160 Liter davon werden filtriert. Durch die gezielte Rückresorption von Wasser und lebenswichtigen Elektrolyten entstehen daraus letztlich nur etwa zwei Liter Urin. Dieses fein abgestimmte System trägt entscheidend zur Stabilität des Kreislaufs bei.

Die Verbindung zwischen beiden Organen wirkt in beide Richtungen. Bluthochdruck und Diabetes mellitus gehören zu den häufigsten Ursachen chronischer Nierenerkrankungen und schädigen zugleich das Herz-Kreislauf-System. Umgekehrt verstärkt eine eingeschränkte Nierenfunktion das kardiovaskuläre Risiko. Entzündungsprozesse und Veränderungen des Fettstoffwechsels können diese Wechselwirkungen zusätzlich fördern. Auch Übergewicht und die damit verbundene chronische Entzündung spielen eine Rolle.

Erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko

Eine chronische Nierenerkrankung verursacht oft lange keine Beschwerden. „Dennoch steigt das kardiovaskuläre Risiko bereits bei einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) unter 60 ml/min“, betont von Vietinghoff. „Für die Risikobewertung reicht dieser Wert allein nicht aus. Ergänzend sollte die Albuminausscheidung im Urin bestimmt werden. Während die eGFR die Filterleistung abbildet, liefert Albumin im Urin Hinweise auf Schäden am Nierenfilter. Beide Parameter ermöglichen gemeinsam eine aussagekräftigere Einschätzung des Nieren- und Herz-Kreislauf-Risikos“, macht die Expertin deutlich.

Besonders bei Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes sollten diese Untersuchungen konsequent eingesetzt werden. Ebenso entscheidend ist eine wirksame Behandlung: „Eine gute Blutdruckeinstellung schützt die kleinen Gefäße von Herz, Niere und Gehirn. Moderne Medikamente können darüber hinaus den Verlauf einer chronischen Nierenerkrankung günstig beeinflussen“, fasst von Vietinghoff zusammen.

Autorin: Sonja Buske

Quelle: Online-Pressekonferenz zur 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN), 8. bis 11. Oktober 2026, Leipzig

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