Kardiologie » Kongresse

»

SGLT2-Inhibitoren nach TAVI: Weniger Mortalität und Rehospitalisierung

SGLT2-Inhibitoren nach TAVI: Weniger Mortalität und Rehospitalisierung

Aktuelles

Kardiologie

Kongresse

2 MIN

Erschienen in: herzmedizin

Neue Real-World-Daten zeigen: SGLT2-Hemmer senken Mortalität und Rehospitalisierung bei Hochrisikopatient*innen nach TAVI deutlich. Die vielversprechenden Ergebnisse wurden im Rahmen der DGK-Herztage in Hamburg vorgestellt und könnten die Therapie nach Aortenklappenimplantation verändern.

SGLT2-Hemmer zeigen bei Herzinsuffizienzpatient*innen kardiovaskuläre und renale Vorteile. Ihre Rolle nach einer transkatheteralen Aortenklappenimplantation (TAVI) war bislang unklar. Die DAPA-TAVI-Studie deutete auf einen Nutzen hinsichtlich Gesamtmortalität und Herzinsuffizienzverschlechterung hin, konnte aber für die Mortalität allein keine Signifikanz zeigen. Ziel der aktuellen Analyse war es, diese Frage mithilfe einer großen internationalen Real-World-Datenbank weiter zu klären.

In einer retrospektiven Analyse des TriNetX-Netzwerks wurden erwachsene TAVI-Patient*innen mit vorangegangener Herzinsuffizienzdekompensation und mindestens einer weiteren Hochrisiko-Konstellation (chronische Nierenerkrankung, Typ-2-Diabetes oder LV-EF ≤ 40 %) eingeschlossen. 4.073 Patient*innen mit SGLT2i-Therapie (Dapagliflozin oder Empagliflozin) wurden mit 4.073 gematchten Kontrollen verglichen. Primärer Endpunkt war die Gesamtmortalität, sekundäre Endpunkte waren Rehospitalisierung und genitale Infektionen. Die Nachbeobachtungszeit betrug median 356 (SGLT2i) bzw. 633 Tage (Kontrolle).

Die SGLT2i-Therapie war mit einer signifikant niedrigeren Gesamtmortalität assoziiert (16,8 % vs. 28,3 %, HR 0,815; p < 0,0001). Auch die Rehospitalisierungsrate war reduziert (59,7 % vs. 68,2 %, HR 0,869; p < 0,0001). Die Inzidenz genitaler Infektionen blieb niedrig und war nicht signifikant unterschiedlich zwischen den Gruppen.

SGLT2i als neue Standardtherapie nach TAVI?

Die Therapie mit SGLT2i nach TAVI senkte in dieser großen Real-World-Kohorte bei Hochrisikopatient*innen sowohl die Mortalität als auch die Rehospitalisierung, ohne relevante Zunahme unerwünschter Ereignisse. Diese Daten sprechen für einen breiteren Einsatz von SGLT2i bei TAVI-Patient*innen mit Herzinsuffizienz und Komorbiditäten.

Quelle: Letsch P et al.  SGLT2 Inhibitors in Patients Undergoing Transcatheter Aortic-Valve Implantation: Real-World Evidence for Reduced Mortality. Präsentation im Rahmen der DGK-Herztage, 25.–27.09.2025 in Hamburg

Bilderquelle: © Adobe Stock – Rasi; ©molekuul.be – Adobe Stock; © Adobe Stock – Rasi; ©molekuul.be – Adobe Stock

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Tablet mit dem Schriftzug „Bluthochdruck“, daneben ein Stethoskop und Diagnoseunterlagen.

Hilo-Report: Hypertonie bei fast einem Viertel der Betroffenen unkontrolliert

Aus der Industrie

Zum Welt-Herz-Tag am 29.10. stand die Blutdruckkontrolle erneut im Fokus. Eine Anbieterbefragung weist auf Lücken bei der Hypertoniekontrolle hin. Kontinuierliche Messsysteme könnten zusätzliche Verlaufsdaten liefern – ihre klinische Aussagekraft ist jedoch geräte- und validierungsabhängig.

Kardiologie

Hypertonie

Beitrag lesen
Medizinische Illustration eines menschlichen Herzens mit blau hervorgehobener Aortenklappe.

Aortenklappeninsuffizienz: Transkathetertherapie versus Operation

Aktuelles

Die europäischen Leitlinien von 2025 befürworten bei hohem Operationsrisiko eine kathetergestützte Therapie der isolierten Aortenklappeninsuffizienz mit dafür entwickelten Klappen wie der JenaValve Trilogy (JVT); Vergleichsdaten zum chirurgischen Aortenklappenersatz (SAVR) sind jedoch rar. Die retrospektive, multizentrische EROICA-Studie verglich daher die klinischen Ergebnisse beider Verfahren.

Kardiologie

Kongresse

Beitrag lesen
Medizinische Illustration eines menschlichen Herzens mit einem aufgelegten Stethoskop.

ESC-Leitlinien setzen neue Akzente bei Herzinsuffizienz und ATTR-CM

Aus der Industrie

Bei einem Bayer-unterstützten Symposium im Rahmen der DGK Herztage 2026 standen die Basistherapie bei HFpEF, Acoramidis bei ATTR-CM und neue Auswertungen zu Vericiguat im Fokus. Die vorgestellten Daten stammen aus Studien mit unterschiedlichem Evidenzgrad und sind entsprechend einzuordnen.

Kardiologie

Kongresse

Beitrag lesen