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Tirzepatid senkt Herzinfarkt- und Infektionsrisiko bei Typ-2-Diabetes deutlich

Hände halten mehrere GLP-1-Injektionspens, darunter Tirzepatid, vor dem Bauchbereich einer Person

Quelle: © Kateryna – stock.adobe.com

Tirzepatid senkt Herzinfarkt- und Infektionsrisiko bei Typ-2-Diabetes deutlich

Studien

Kardiologie

Adipositas, Diabetes

mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Menschen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas könnten künftig stärker von modernen GLP-1-Agonisten profitieren als bisher bekannt. Eine aktuelle Studie der Technischen Universität München (TUM) und der Harvard Medical School zeigt: Das Medikament Tirzepatid (Mounjaro) reduziert das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle sowie für Krankenhauseinweisungen infolge von Infektionen im Vergleich zur Standardtherapie mit Sitagliptin um jeweils rund ein Drittel. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachmagazin The BMJ veröffentlicht.

Tirzepatid vs. Sitagliptin: Klare Vorteile für das neuere Medikament

Für die Studie werteten die Forschenden einen großen Datensatz US-amerikanischer Krankenversicherungen aus und verglichen Patientinnen und Patienten, die mit Tirzepatid behandelt wurden, mit solchen, die Sitagliptin erhielten – ein Diabetes-Medikament ohne nachgewiesene kardioprotektive Wirkung.

Die Ergebnisse nach einem Jahr waren eindeutig:

  • 4,4 % der Sitagliptin-Gruppe erlitten einen Herzinfarkt oder Schlaganfall oder verstarben
  • 2,9 % in der Tirzepatid-Gruppe – das entspricht einem um rund ein Drittel reduzierten relativen Risiko

Krankenhauseinweisungen wegen Infektionen um 36 % reduziert

Besonders auffällig war der Effekt auf infektionsbedingte Krankenhauseinweisungen: Das Risiko war in der Tirzepatid-Gruppe um 36 % geringer. Das Risiko, infolge einer Infektion zu sterben, war sogar um 60 % reduziert.

„Die Daten zu Infektionen haben uns in dieser Deutlichkeit auch überrascht“, sagt Erstautor Dr. Nils Krüger, Assistenzarzt in der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen des TUM Klinikums Deutsches Herzzentrum.

Frühere Studien hätten bereits Hinweise geliefert, dass GLP-1-Agonisten Infektionskomplikationen reduzieren. Die genauen Mechanismen seien jedoch noch nicht vollständig geklärt.

„Es gibt Hinweise darauf, dass Fettleibigkeit Entzündungsprozesse im Körper fördert, die wiederum die Immunabwehr einschränken. Was dabei genau im Körper geschieht und ob der positive Effekt auch ohne eine Gewichtsabnahme auftreten würde, muss jetzt untersucht werden“, so Krüger.

Datenbankstudien als wichtige Ergänzung zur klinischen Forschung

Die Studie basiert auf Routinedaten aus der Versorgungspraxis – ein Ansatz, den Krüger als wichtige Ergänzung zu klassischen klinischen Studien sieht. Gerade bei neueren Medikamentenklassen wie den GLP-1-Agonisten fehlen häufig noch großangelegte Studien, die die vielfältigen Wirkungen systematisch untersuchen.

„Datenbankstudien können diese Lücke schließen, ohne Probandinnen und Probanden eine möglicherweise vorteilhafte Therapie vorzuenthalten“, betont Krüger. Indem die Studie einen direkten Vergleich mit der etablierten Standardbehandlung ermöglicht, soll sie eine zusätzliche Entscheidungshilfe für Betroffene und behandelnde Ärztinnen und Ärzte liefern.

Hintergrund: GLP-1-Agonisten auf dem Vormarsch

Tirzepatid gehört zur Klasse der GLP-1-Agonisten und wurde ursprünglich als Diabetes-Medikament zugelassen. In den letzten Jahren hat die Substanzklasse – zu der auch Semaglutid (Wegovy, Ozempic) zählt – als sogenannte „Abnehmspritze“ breite öffentliche Aufmerksamkeit erlangt. Die vorliegende Studie unterstreicht, dass der Nutzen dieser Medikamente weit über die Gewichtsreduktion hinausgehen könnte.

Originalpublikation: Krüger N et al. Tirzepatide and the risk of atherosclerotic cardiovascular events: population based cohort study“. BMJ 2026 Aug 5:394:e100011

Quelle: Technische Universität München (TUM), August 2026

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