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78. Mosbacher Kolloquium vom 17. – 20. März 2027

Tagungsposter mit mikroskopischer Darstellung von Tumorzellen und Text zum 78. Mosbacher Kolloquium Precision Cancer Medicine From Molecular Mechanisms to Therapeutic Innovation in Mosbach

Quelle: © Apel, GBM

78. Mosbacher Kolloquium vom 17. – 20. März 2027

Kongress

Onkologie

Sonstiges

mgb medizin Redaktion

Verlag

3 MIN

Erschienen in: ärztliches journal onkologie

Das Mosbacher Kolloquium 2027 “ Precision Cancer Medicine – From Molecular Mechanisms to Therapeutic“ wird sich der Präzisionsonkologie, d.h. der Überführung molekularer Informationen über Tumoren in klinisch nutzbare Therapieentscheidungen, widmen.

Die Präzisionsonkologie hat die Krebsmedizin in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Durch Hochdurchsatz-Sequenzierung, molekulare Tumorboards und biomarkerbasierte klinische Studien können Tumoren zunehmend auf Grundlage ihrer molekularen Eigenschaften charakterisiert und Patientinnen und Patienten in definierte Untergruppen eingeteilt werden. Dies ermöglicht es, molekulare Veränderungen mit Diagnose, Prognose und zielgerichteten Therapien zu verknüpfen. Dennoch reicht eine genomische Charakterisierung allein häufig nicht aus, um das Ansprechen auf Therapien zu erklären, therapeutisch nutzbare Schwachstellen zu identifizieren, Resistenzmechanismen vorherzusagen oder rationale Kombinationstherapien abzuleiten. Durch die Verknüpfung von Krebsgenetik, funktioneller Genomik, prädiktiver Modellierung, klinischer Anwendung und neuartigen therapeutischen Ansätzen soll die Präzisionsonkologie als integrierte molekularwissenschaftliche Disziplin weiterentwickelt werden.
Das Programm der Konferenz konzentriert sich auf vier miteinander verknüpfte Themenbereiche: die Identifizierung und Interpretation tumorspezifischer Angriffspunkte, die klinische Translation und Therapieentscheidung, mechanistische und pharmakologische Strategien zur gezielten Beeinflussung bislang schwer adressierbarer Tumorziele sowie neue Wirkstofftypen, die es ermöglichen, Zielstrukturen therapeutisch erreichbar zu machen.
Die internationalen Vortragenden werden aufzeigen, wie Tumorgenome, Mutationsprozesse, regulatorische Netzwerke und funktionell-genomische Datensätze genutzt werden können, um Krebs-Treibermutationen, tumorspezifische Abhängigkeiten, Resistenzmechanismen oder neue therapeutische Angriffspunkte zu identifizieren. Ein weiterer Fokus liegt auf der Frage, wie molekulare Informationen in konkrete Therapieentscheidungen überführt werden können, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen, seltenen oder therapieresistenten Tumorerkrankungen.
Zudem wird diskutiert, wie biologisch relevante, bislang jedoch schwer therapeutisch adressierbare Zielstrukturen über neuartige Ansätze wie den gezielten Proteinabbau, „PROTACS“ und „Molecular Glues“ und chemisch-biologische Strategien für die Wirkstoffentwicklung genutzt werden können. Die Feodor-Lynen-Lecture von Özlem Türeci sowie der Buchner-Preisverleihung an Kiran Musunuru zeigen, wie grundlegende molekulare Erkenntnisse erfolgreich mit zukünftigen therapeutischen Perspektiven verknüpft werden können.

Wie gewohnt, legt das Mosbacher Kolloquium einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in frühen Karrierephasen. Die einführende Primer Lecture vermittelt die Grundlagen der Interpretation von Tumorgenomen, der funktionellen Krebsgenetik, molekularer Tumorboards, neuer therapeutischer Ansätze sowie computergestützter Vorhersagemodelle und macht das Tagungsthema damit auch für Studierende, Promovierende und Teilnehmende aus benachbarten Disziplinen zugänglich. Die Einführungsveranstaltung „Data/AI Analysis in Precision Cancer Medicine“ wird aktuelle Ansätze der KI-gestützten Datenanalyse, prädiktiven Modellierung und klinischen Entscheidungsunterstützung für Nachwuchswissenschaftler beleuchten. Junior GBM und die GBM Young Investigators werden aktiv an der Gestaltung des Programms beteiligt, damit die Interessen und Qualifizierungsbedarfe des wissenschaftlichen Nachwuchses angemessen berücksichtigt werden. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in ein international führendes Forschungsgebiet an der Schnittstelle zwischen molekularen Grundlagenmechanismen und klinischer Translation. Durch ausgewählte Kurzvorträge, Postersitzungen, die Primer Lecture sowie informelle Austauschformate erhalten sie die Möglichkeit, ihre Forschung zu präsentieren, Rückmeldungen von international anerkannten Expertinnen und Experten zu erhalten und wissenschaftliche Netzwerke über disziplinäre und nationale Grenzen hinweg aufzubauen.

Quelle: Pressemitteilung Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V.

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