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Aderhautmelanom: Umso größer der Tumor, destso schneller das Tumorwachstum

Nahaufnahme eines Auges mit braunem Pigmentfleck auf dem weissen Augenanteil als Symbolbild fuer Aderhautmelanom und naevi

Quelle: © charnsitr – stock.adobe.com

Aderhautmelanom: Umso größer der Tumor, destso schneller das Tumorwachstum

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Das Aderhautmelanom ist der häufigste bösartige Augentumor bei Erwachsenen. Eine Metastudie zeigt, dass bei verzögerter Therapie, der Tumor mit wachsender Größe immer schneller wächst und das Risiko, nach 10 Jahren an Metastasen zu sterben, ebenfalls drastisch steigt.

Das Aderhautmelanom entsteht aus Pigmentzellen in der Gefäßhaut des Auges. Es verursacht lange keine Schmerzen und bleibt deshalb oft unbemerkt. Gefährlich wird der Tumor vor allem dann, wenn er Metastasen bildet, was meist in der Leber geschieht. Diese verkürzen die Lebenserwartung deutlich.

Ein schwedisches Forschungsteam hat sich in einer Metastudie damit beschäftigt, wie schnell Aderhautmelanome wachsen. Gegenstand der Untersuchung waren insgesamt 199 bösartige Aderhautmelanome und 87 gutartige, aber wachsende Pigmentflecken im Auge, sogenannte Nävi. Die Forschenden berechneten, wie schnell sich das Tumorvolumen verdoppelt und wie sich Behandlungsverzögerungen auf das Metastasenrisiko auswirken. „Diese Studie liefert erstmals belastbare Zahlen dazu, wie stark Zeitverzögerungen das Risiko beeinflussen“, sagt DOG-Experte Professor Dr. med. Dr. h. c. Nikolaos E. Bechrakis, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Essen.

Je größer der Tumor, desto schneller das Wachstum

Die Analyse zeigt: Im Durchschnitt verdoppelt sich das Volumen eines Aderhautmelanoms etwa alle zwölf Monate. „Das Wachstum beschleunigt sich deutlich mit zunehmender Größe. Es verläuft nicht gleichmäßig“, erklärt Professor Dr. med. Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Chemnitz. Gutartige Nävi hingegen wachsen deutlich langsamer.

Jeder Monat ohne Therapie erhöht das Sterberisiko

Die Studie zeigt auch, wie stark das Risiko steigt, an Metastasen zu sterben, wenn ein Melanom unbehandelt bleibt. „Bei kleinen Tumoren nimmt dieses Risiko pro Monat nur leicht zu. Bei mittelgroßen Melanomen steigt es schneller und bei großen Tumoren erhöht sich das 10-Jahres-Sterberisiko mit jedem weiteren Monat ohne Therapie um rund vier Prozentpunkte“, so Bechrakis. „Schon wenige Monate des Wartens können bei größeren Tumoren die langfristigen Überlebenschancen deutlich verschlechtern.“

Frühe Diagnose entscheidend

Dass viele Aderhautmelanome erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt werden, hat aus Sicht der Experten zwei zentrale Gründe: „Zum einen verursacht der Tumor lange keine Beschwerden. Betroffene gehen daher häufig erst spät zur augenärztlichen Untersuchung. Zum anderen erschwert der zunehmende Augenarztmangel in vielen Regionen den schnellen Zugang zur Versorgung. Termine sind oft erst nach Wochen oder Monaten verfügbar“, so Kakkassery.

Die Ergebnisse der Metastudie unterstreichen die Bedeutung der frühen Diagnose. „Kleine Melanome wachsen langsamer und lassen mehr Zeit für eine augenerhaltende Behandlung. Verzögerungen sind vor allem dann riskant, wenn der Tumor bereits größer ist“, betont Bechrakis. „Symptome wie Gesichtsfeldausfälle, Lichtblitze, unscharfes Sehen oder Schattensehen sollten ernst genommen werden. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto schneller kann er behandelt werden – Zeit ist hier ein entscheidender Faktor.“

Originalpublikation: Stålhammar G, Hagström A, Ermedahl Conradi M, Williams PA. Choroidal nevi and melanoma doubling times and implications for delays in treatment: A systematic review and meta-analysis. Surv Ophthalmol. 2025; 70(1): 38–46

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

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