Onkologie » Gynäkologische Tumoren » Mammakarzinom

»

Ältere TNBC-Patientinnen: Anthrazyklin-freie Schemata genauso wirksam, aber besser verträglich

© Kowit - stock.adobe.com

Ältere TNBC-Patientinnen: Anthrazyklin-freie Schemata genauso wirksam, aber besser verträglich

Aktuelles

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Triple-negativer Brustkrebs (TNBC) erfordert eine systemische Behandlung mit einer Chemotherapie, die in der Regel auf Anthrazyklinen basiert. Deren häufige Nebenwirkung ist die Kardiotoxizität, die insbesondere bei älteren Patient*innen von Bedeutung ist. Ziel der vorliegenden Untersuchung war der Vergleich des Überlebens und der Toxizität unter einer anthrazyklinhaltigen oder -freien adjuvanten Chemotherapie bei Betroffenen über 65 Jahre mit TNBC.

Die Studienpopulation umfasste 221 Frauen aus den Studien SUCCESS A und SUCCESS C, die primär operiert wurden und nach einem standardisierten Protokoll entweder eine anthrazyklinbasierte (3 x Fluorouracil-Epirubicin-Cyclophosphamid, gefolgt von 3 x Docetaxel) oder eine anthrazyklinfreie (6 x Docetaxel-Cyclophosphamid) adjuvante Chemotherapie erhielten. Die beiden Gruppen wurden hinsichtlich klinisch-pathologischer Parameter (pT, pN, Grading, histologischer Subtyp, Art der Operation, adjuvante Strahlentherapie) sowie in Bezug auf das Überleben (Gesamtüberleben [OS], krankheitsfreies Überleben [iDFS], brustkrebsspezifisches Überleben [BCSS], fernmetastasenfreies Überleben [DDFS],  lokales rezidivfreies Überleben [LRFS]) und Nebenwirkungen (unerwünschte Ereignisse Schweregrad Grad 3 oder 4) mit Hilfe verschiedener statistischer Modelle miteinander verglichen.

Bei keinem der klinisch-pathologischen Parameter gab es einen signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen. Es wurde ebenfalls kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Überlebensparameter festgestellt. Allerdings traten bei älteren Patientinnen unter dem anthrazyklinhaltigen Schema signifikant häufiger unerwünschte Ereignisse der Schweregrade 3 oder 4 während der adjuvanten Chemotherapie auf als bei Betroffenen nach Gabe von anthrazyklinfreien Protokollen (p < 0,001).

Nach Schlussfolgerung der Autor*innen ist die adjuvante anthrazklyinfreie Chemotherapie versus anthrazyklinhaltiger Schemata bei älteren TNBC-Patient*innen bei vergleichbaren Überlebensraten mit einer besseren Verträglichkeit assoziiert und könnte daher als alternative Behandlungsoption für diese Gruppe in Betracht gezogen werden.

Dr. Katrina Recker

Quelle: Lukac S et al. Wissenschaftliche Sitzung: Studies of Excellence, Florence-Nightingale-Preis 2024 & Freier Vortrag: Do we need anthracyclines for elderly patients with TNBC?, im Rahmen des Senologie-Kongresses am 6. Juni 2024

Bilderquelle: © Kowit – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Collage mit drei Nachwuchsforschenden in der Krebsmedizin, jeweils im Portraet vor Labor- oder Naturhintergrund, als Symbolbild fuer ERC-Starting-Grants am Krebsforschungszentrum

Starting Grant für gleich drei Forschende des Krebsforschungszentrum

Aktuelles

Daniel Kirschenbaum, Lena Kutscher und Michael Scherer überzeugten mit innovativen Forschungsansätzen zu grundlegenden Fragen der Krebsmedizin.

Onkologie

Hirntumoren

Beitrag lesen
Medizinforscher im weissen Kittel steht mit verschraenkten Armen vor einem MRT-Geraet und symbolisiert neue neuroonkologische Bildgebung in Bonn

Förderung für den Wissenschaftsstandort Deutschland

Aktuelles

Else Kröner-Fresenius-Stiftung stärkt den Wissenschaftsstandort Deutschland, in dem sie Fakultäten und Hochschulen die Möglichkeit eröffnet Medizinforschenden eine attraktive und langfristige Perspektive in Deutschland zu bieten. So auch Dr. Daniel Paech, er von Harvard nach Bonn wechselt.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Collage mit sechs jungen Forschenden in weissen Kitteln im Labor als Symbolbild fuer den von der Jose Carreras Leukaemie-Stiftung gefoerderten Forschungsnachwuchs

José Carreras Leukämie-Stiftung fördert vielfältig den Forschungsnachwuchs

Aktuelles

„Leukämie muss heilbar werden – immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Stifters José Carreras erreichen wir nur über Forschung“, erklärt Dr. Ulrike Serini, Geschäftsführerin der José Carreras Leukämie-Stiftung.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen