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Arzneimittelsicherheit bei oraler Krebstherapie stärken

Ärztin erklärt älterer Patientin die Einnahme von Tabletten anhand eines Beipackzettels

Quelle: ©Gina Sanders - stocke.adobe.com

Arzneimittelsicherheit bei oraler Krebstherapie stärken

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Immer mehr Krebsmedikamente sind als Tabletten oder Kapseln verfügbar und werden zu Hause eingenommen. Bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Medikamente kann es zu unerwünschten Wechsel- und Nebenwirkungen kommen. Umfassende Aufklärung und Begleitung sind entscheidend – so der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und die Deutsche Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP).

Anders als Infusionstherapien, die im Krankenhaus oder in der onkologischen Ambulanz verabreicht werden, nehmen Patienten orale Krebsmedikamente eigenständig zu Hause ein. Das setzt ein hohes Maß an Selbstmanagement und Therapietreue voraus – sowohl bei Erkrankten als auch bei ihren Angehörigen. Gerade bei älteren Betroffenen, die bereits aufgrund anderer chronischer Erkrankungen mehrere Medikamente einnehmen, kann die Kombination mit oralen Krebstherapeutika schnell zur Herausforderung werden.

Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes, erklärt: „Orale Krebstherapeutika durchlaufen komplexe Stoffwechselwege und werden von vielen Faktoren beeinflusst – darunter andere verschreibungspflichtige Medikamente, aber auch rezeptfreie Präparate wie pflanzliche Mittel oder Vitamine. Dazu kommen häufig weitere Arzneimittel zur Behandlung von Nebenwirkungen der Antitumortherapie.“ Das Ärzteteam des Krebsinformationsdienstes steht Betroffenen auch bei Fragen zu Wechselwirkungen beratend zur Seite.

Gemeinsam für mehr Therapiesicherheit

„Um Krebserkrankte bestmöglich zu unterstützen, Einnahmefehler und Wechselwirkungen zu minimieren und die Therapiesicherheit zu gewährleisten, müssen Hausärzte, Onkologen und Apotheker eng zusammenarbeiten und Patient*innen umfassend aufklären“, betont Dr. Tilman Schöning, Präsident der DGOP. Doch auch die Betroffenen selbst tragen Verantwortung: Sie sollten ihrem Behandlungsteam stets alle eingenommenen Substanzen offenlegen – einschließlich pflanzlicher oder rezeptfreier Präparate.

Apotheken als kompetente Anlaufstelle

Apotheken spielen als niedrigschwellige Anlaufstelle für Krebserkrankte eine wichtige Rolle – mit günstigen Öffnungszeiten und geschultem Fachpersonal. Seit Mitte 2022 gibt es die pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) „Pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie (OAT)“ sowie „Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation“. Krebserkrankte mit einer Neuverordnung eines oralen Krebsmedikamentes haben auf die OAT einen gesetzlichen Anspruch und können sich im persönlichen Gespräch von qualifizierten Apothekerinnen und Apothekern beraten lassen.

AMBORA: Wissen und Unterstützung für die orale Krebstherapie

Für Menschen mit oraler Antitumortherapie bietet die Informations- und Wissensplattform AMBORA wissenschaftlich fundierte Tipps und Unterstützung rund um die Krebsbehandlung in Form von Tabletten und Kapseln – mit dem Ziel, die Therapietreue zu verbessern und Risiken frühzeitig zu erkennen. Die Inhalte basieren auf den Ergebnissen der AMBORA-Forschungsprojekte und sind frei zugänglich sowie kostenfrei. Darüber hinaus stehen medizinischen Fachkreisen umfangreiche Materialien wie Arzneimittelmerkblätter und weitere Arbeitshilfen zur Verfügung, die eine sichere Beratung und Anwendung unterstützen. Verantwortlich für die Inhalte sind Apotheker* sowie Klinische Pharmakologinnen und Pharmakologen am Comprehensive Cancer Center (CCC) Erlangen-EMN.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz.) vom 23.03.2026

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