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Aufweichung der Strukturvorgaben gefährdet Qualität in der Brustkrebsbehandlung

Alt-tag: 3D-Illustration: Weiblicher Oberkörper im Röntgenstil mit sichtbarem leuchtendem Brusttumor bei der Brustuntersuchung

Quelle: © peterschreiber.media - stocke.adobe.com

Aufweichung der Strukturvorgaben gefährdet Qualität in der Brustkrebsbehandlung

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Die Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS) appelliert an die politischen Entscheidungsträger, die angestrebte Zentralisierung komplexer onkologischer Leistungen konsequent umzusetzen Ausnahmeregelungen und Übergangsfristen durch das Krankenhausreformanpassungsgesetz dürfen die exzellente Versorgung von Krebspatientinnen in Zertifizierten Brustzentren nicht gefährden.

Nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Anpassung der Krankenhausreform Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) im Bundesrat [1] warnen die führenden Fachverbände für Onkologie vor erheblichen Risiken für die Qualität der onkologischen Versorgung in Deutschland. Die Deutsche Krebshilfe, Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und das Deutsche Krebsforschungszentrum betonen, erweiterte Ausnahmeregelungen und verlängerte Übergangsfristen würden die notwendige Konzentration komplexer Krebsbehandlungen in spezialisierten Strukturen ausbremsen. Vor diesem Hintergrund raten sie Krebspatient*innen, sich gezielt für eine Behandlung in zertifizierten Krebszentren und Comprehensive Cancer Centern zu entscheiden [2].

„Die Behandlung von Brustkrebs erfordert ein Höchstmaß an Spezialisierung und interdisziplinärer Zusammenarbeit“, betont Prof. Schneeweiss, Vorsitzender der DGS. Nur in zertifizierten Zentren können Patientinnen sicher sein, dass sie leitliniengerecht, nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und mit Zugang zu innovativen Therapien versorgt werden!“

Prof. Dr. Andreas Schneeweiss
Vorsitzender der DGS

Vor diesem Hintergrund unterstreicht die Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V. (die besondere Bedeutung qualitätsgesicherter, interdisziplinärer Versorgungsstrukturen insbesondere in der Diagnostik und Therapie von Brusterkrankungen. Gerade bei komplexen Krankheitsbildern wie dem Mammakarzinom ist eine enge Verzahnung von Früherkennung, operativer und strahlentherapeutischer Expertise, medikamentöser Therapie und Nachsorge entscheidend für den Behandlungserfolg. Zertifizierte Brustzentren gewährleisten durch standardisierte Abläufe, regelmäßige Qualitätskontrollen sowie die Einbindung in klinische Studien eine Versorgung auf höchstem wissenschaftlichem Niveau. Das Zertifizierungssystem der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) in Zusammenarbeit mit der DGS dient dabei bereits seit mehr als 20 Jahren als Maßstab für Qualität und bestmögliche Behandlungsergebnisse. Durch dieses Zertifizierungssystem entstehen Zentren, in denen alle an der Krebsbehandlung beteiligten Fachrichtungen eng zusammenarbeiten.

Eine Aufweichung bestehender Strukturvorgaben birgt die Gefahr, diese bewährten Qualitätsstandards zu unterminieren und regionale Versorgungsunterschiede zu verstärken. Die DGS appelliert daher an die politischen Entscheidungstragenden, die angestrebte Zentralisierung komplexer onkologischer Leistungen konsequent umzusetzen und die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Qualitätssicherung weiter zu stärken – denn nur mit verlässlichen Strukturen und einer leitliniengerechten Versorgung kann eine bestmögliche Behandlung der Patient*innen gelingen.

Originalpublikation:
[1]
https://www.bundesrat.de/SharedDocs/beratungsvorgaenge/2026/0101-0200/0120-26.ht…
[2]
https://www.krebshilfe.de/informieren/presse/pressemitteilungen/auf-kosten-der-k…

Quelle: Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS e.V.) vom 13.04.2026

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