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Bluttest könnte Nebenwirkungen der Immuntherapie vorhersagen

Laborant mit blauen Handschuhen entnimmt Blutprobe aus Reagenzglas-Rack – Bluttest zur Vorhersage von Immuntherapie-Nebenwirkungen

Quelle: © kamiphotos – stock.adobe.com

Bluttest könnte Nebenwirkungen der Immuntherapie vorhersagen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Bestimmte Autoantikörper im Blut könnten schon vor Beginn einer Immuntherapie auf das Risiko schwerer Nebenwirkungen hinweisen. Das zeigt eine neue Studie zum fortgeschrittenen Melanom.

Immuntherapien haben die Behandlung des fortgeschrittenen Schwarzen Hautkrebses (Metastasiertes Melanom) in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Sie können das körpereigene Abwehrsystem so aktivieren, dass es Tumorzellen gezielt erkennt und bekämpft. Doch dieser Effekt hat auch eine Kehrseite: Viele Patientinnen und Patienten bilden während der Behandlung sogenannte Autoantikörper, die sich gegen körpereigenes, gesundes Gewebe richten. Die Folge können teils schwere Nebenwirkungen sein, zum Beispiel Entzündungen des Darms, der Haut oder anderer Organe. Bislang gibt es nur wenige verlässliche Möglichkeiten, schon vor Beginn der Behandlung vorherzusagen, wer besonders gefährdet ist.

Eine neue multizentrische Studie liefert nun Hinweise, dass bestimmte Autoantikörper bereits vor der Behandlung vorhanden waren und sie später mit dem Auftreten von Nebenwirkungen zusammenhingen. Die Forschenden untersuchten Blutproben von 331 Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Melanom, die verschiedene Formen der Immuntherapie erhielten.

Dabei fanden die Forschenden eine Reihe von Autoantikörpern, die mit einem erhöhten Risiko für immunbedingte Nebenwirkungen zusammenfielen. Besonders interessant: Die gebildeten Mengen der Autoantikörper unterschieden sich in ihrer Zusammensetzung je nachdem, welche Art von Immuntherapie eingesetzt wurde. Das deutet darauf hin, dass Nebenwirkungen nicht immer nach dem gleichen Prinzip entstehen, sondern je nach Therapie unterschiedliche biologische Mechanismen eine Rolle spielen.

Ein Schwerpunkt der Untersuchung lag auf Darmentzündungen, die zu den belastendsten Komplikationen gehören können und bei der Kombinationsimmuntherapie deutlich häufiger als bei Monotherapien aufgetreten sind. Auch hierfür identifizierte das Team Autoantikörper, die das Risiko über verschiedene Behandlungsformen hinweg zuverlässig widerspiegelten. Einige Antikörper waren dabei mit einem höheren Risiko verbunden, andere schienen eher einen schützenden Effekt zu haben.

Jessica Hassel, Sektionsleiterin Dermatoonkologie an der Hautklinik des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), NCT Heidelberg, leitet die Studie. Sie sagt über die Arbeit: „Künftig könnte ein Autoantikörper-Profil aus einer Blutprobe schon vor Beginn der Immuntherapie dabei helfen, das persönliche Risiko für schwere Nebenwirkungen unter verschiedenen Immuntherapien besser einzuschätzen. Wir könnten dadurch informierter entscheiden, welche Therapie für eine Patientin oder einen Patienten am besten geeignet ist – zum Beispiel, ob eine kombinierte Immuntherapie gefahrlos möglich ist. Wenn wir schon vor Therapiebeginn wissen, wer besonders gefährdet ist, können wir Patientinnen und Patienten besser begleiten und frühzeitig gegensteuern.“ Das würde Behandlungen sicherer machen und die richtige Therapieentscheidung für die einzelne Person unterstützen. Da es sich um einen gut skalierbaren Test handelt, wäre er prinzipiell breit einsetzbar. Bevor er jedoch in der klinischen Routine genutzt werden kann, müssen die Ergebnisse in weiteren Studien bestätigt werden.

Robin Reschke, Max-Eder-Nachwuchsgruppenleiter an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Arzt in der Dermatoonkologie an der Hautklinik des UKHD, NCT Heidelberg, ergänzt: „Eine weitere Studie zur Autoantikörper-basierten Vorhersage des Ansprechens auf Immuntherapien befindet sich in Planung. Im Fokus steht dabei, den Zusammenhang zwischen Autoantikörperprofilen und der Immunantwort gegen den Tumor besser zu verstehen.“

Originalpublikation: Reschke R, Budde P, Zucht HD et al: Autoantibodies as predictors for immune-related adverse events in checkpoint inhibition therapy of metastatic melanoma; Journal for ImmunoTherapy of Cancer. 2026; 14: e013814

Quelle: Pressemitteilung Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

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