Onkologie » Gynäkologische Tumoren » Mammakarzinom

»

Brustkrebs: Förderung für das Forschungsprojekt TaNGo

Symbolbild Brustkrebs

Quelle: © Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com

Brustkrebs: Förderung für das Forschungsprojekt TaNGo

Aktuelles

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: ärztliches journal onkologie

Das Projekt TaNGo soll das Protein Taspase1 nicht nur ausschalten, sondern komplett aus den Tumorzellen entfernen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 290.000 Euro.

Taspase1 beeinflusst zentrale Vorgänge wie Zellteilung, Wachstum und die Reaktion auf DNA-Schäden. Eine erhöhte Aktivität des Proteins kann in Brustkrebszellen das Tumorwachstum fördern. Das zugehörige Gen zählt zwar nicht zu den Onkogenen – also zu den Genen, die Krebs unmittelbar antreiben –, manche Tumorzellen sind jedoch auf Taspase1 angewiesen. Diese Abhängigkeit macht das Protein zu einem vielversprechenden Angriffspunkt.

Bisherige Ansätze zielten darauf, Taspase1 in seiner Funktion zu hemmen. Mit TaNGo wollen Knauer und Voskuhl einen Schritt weitergehen: Die Tumorzelle selbst soll das Protein abbauen. Dafür setzen sie auf sogenannte Nanobodies – kleine Antikörperfragmente, die gezielt an Taspase1 binden. Das Team hat bereits Nanobodies entwickelt, die an Taspase1 binden und seine Aktivität hemmen können. Nun sollen sie so erweitert werden, dass sie zugleich ein körpereigenes Enzym an Taspase1 heranführen. Dieses versieht das Protein mit einer Markierung, die seinen Abbau auslöst. Solche zweifach wirkenden Moleküle werden PROTACs genannt. Die markierte Taspase1 wird anschließend vom Proteasom, dem Abbausystem der Zelle, zerlegt. „Mit diesem Ansatz gehen wir einen entscheidenden Schritt über klassische Hemmstoffe hinaus“, sagt Knauer.

Der Projektname TaNGo ist dabei Programm: Das Team verbindet die hohe Spezifität biologischer Nanobodies mit den Möglichkeiten synthetischer Chemie. Zwei Promovierende mit molekularbiologischem bzw. chemischem Schwerpunkt arbeiten dafür eng zusammen. Voskuhls Arbeitsgruppe entwickelt chemisch aufgebaute Nanobody-PROTACs. Ein maßgeschneiderter Linker koppelt dabei den Taspase1-bindenden Nanobody an einen Liganden, der eine sogenannte E3-Ligase bindet. Dieses Enzym markiert Taspase1 für den Abbau durch das Proteasom. Das Team testet verschiedene Linker und E3-Ligasen, um herauszufinden, welche Kombination Taspase1 besonders wirksam abbauen lässt.

„Bei TaNGo tanzen Biologie und Chemie tatsächlich miteinander“, sagt Voskuhl. „Wir verbinden die Präzision der Nanobodies mit maßgeschneiderter Chemie und wollen gleichzeitig sichtbar machen, ob und wie der gezielte Proteinabbau in der Zelle funktioniert.“

Dazu nutzen die Forschenden fluoreszierende Linker: Sie verbinden nicht nur die einzelnen Komponenten miteinander, sondern machen zugleich sichtbar, ob die entwickelten Systeme ihr Ziel erreichen und der gewünschte Proteinabbau stattfindet. Knauers Team untersucht parallel die molekularen und zellulären Effekte der neu entwickelten Verbindungen.

Quelle: Pressmitteilung Universität Duisburg-Essen

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Aerztin in Schutzkleidung und FFP2-Maske verabreicht einem jungen Patienten im Krankenhausbett eine Infusion mit genveraenderten Stammzellen

Erstmals erfolgreiche Behandlung mit CRISPR-Therapeutikum

Aktuelles

Der 19-jährige Mohammad ist der erste Patient mit Beta-Thalassämie, der im Zuge der Standardtherapie das auf der Genschere CRISPR basierende Medikament Exagamglogene Autotemcel erhalten hat. Das Medikament ist das erste zugelassene CRISPR-Therapeutikum.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen
Nahaufnahme eines schwarzen T-Shirts mit einer rosa Schleife auf der Brust einer Frau.

Brustkrebsmonat 2026: Bessere Behandlung und Versorgung

Aktuelles

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Die Versorgungsforschung wandelt sich durch neue Erkenntnisse und therapeutische Möglichkeiten dabei stetig.

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

Beitrag lesen
Forschungsteam aus sechs Personen steht im Freien vor einem Klinikgebaeude und laechelt in die Kamera, Symbolbild fuer eine Studie zum Einfluss des Darmmikrobioms auf die CAR-T-Zelltherapie

Darmbakterien beeinflussen die Krebstherapie mit CAR-T-Zellen

Aktuelles

Nicht alle Tumore sprechen gleich auf die CAR-T-Zelltherapie an. Eine Studie zeigt jetzt, dass vor allem die Stoffwechselprodukte des Darmmikobioms die Krebstherapie fördern oder hemmen können.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen