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Checkpoint-Inhibitor statt Operation? 

Nahaufnahme eines Arms während einer intravenösen Therapie mit einem Katheter und Schläuchen in einer medizinischen Umgebung.

Checkpoint-Inhibitor statt Operation? 

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Erschienen in: onkologie heute

Vom renommierten Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, kommt der Vorschlag, bei Krebspatienten mit Mismatch-Reparatur-Defizienz zugunsten einer Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren auf eine Operation zu verzichten. Zunächst wurde dieser Ansatz beim lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom erfolgreich verfolgt. Aber auch bei anderen soliden Tumoren könnte dieses Vorgehen eine Option darstellen. 

Die Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR) kommt bei unterschiedlichen malignen Tumoren vor. Die Störung der DNA-Reparatur erhöht die Mutationslast von Tumoren und ihre Aggressivität. Checkpoint-Inhibitoren zeigen bei dMMR-Tumoren eine besonders gute Wirksamkeit. 

Ausgangspunkt des neuen Konzepts, das bei der Jahrestagung der American Association for Cancer Research vorgestellt wurde, waren Beobachtungen an Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom, die neoadjuvant mit Checkpoint-Inhibitoren behandelt worden waren in der Absicht, den Tumor vor der OP zu verkleinern. Anschließend waren in resezierten Tumoren keine lebenden Krebszellen mehr nachweisbar, das heißt, es wurde ein komplette Remission erzielt. Vor diesem Hintergrund habe sich Mediziner am Memorial Sloan Kettering Cancer Center die Frage gestellt, ob die alleinige Behandlung mit Checkpoint-Inhibitoren – ohne nachfolgende Operation – möglicherweise für dMMR-Patienten eine Option darstellen könnte. 

Im nächsten Schritt wurde diese These bei Patienten mit Rektumkarzinom und dMMR überprüft. Bei allen 49 Patienten, die eine sechsmonatige Therapie mit Dostarlimab erhielten, kam es zu einer kompletten Remission. Nach eingehender Beratung entschieden sich alle 49 Patienten, auf eine Operation zu verzichten. Nach zwei Jahren lag das rezidivfreie Überleben in dieser Kohorte bei 96 %. Drei Frauen im gebärfähigen Alter wurden nach der Behandlung schwanger, was nach einer chirurgischen Intervention nicht möglich gewesen wäre. 

Daraufhin weiteten die New Yorker das innovative Konzept auf andere solide Tumoren mit Mismatch-Repair-Defizienz aus. 67 Patienten u.a. mit Kolon-, Magen- und  Urothel-Karzinomen wurden zunächst mit Checkpoint-Inhibitoren behandelt, was bei 35 Patienten zu einer kompletten Remission führte. 33 dieser Patienten entschieden sich gegen eine Operation. Das rezidivfreie Überleben nach median 14,9 Monaten lag in dieser Kohorte bei 85 %. In der gesamten Studienkohorte werden bisher Follow-up-Zeiträume von bis zu fünf Jahren überblickt.

Bis zu fünf Jahre ohne Rezidiv 

Die Befürchtung, dass man durch den Verzicht auf eine frühe Operation wertvolle Chancen verschenkt, scheint sich nicht zu bewahrheiten. 3 von 5 Patienten, die ein Rezidiv entwickelten, erhielten erneut eine Immuntherapie und blieben danach bisher rezidivfrei. 

Literatur: Cercek A et al: Nonoperative Management of Mismatch Repair–Deficient Tumors. New Engl J Med 2025

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Bilderquelle: © Seventyfour – stock.adobe.com

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