Onkologie » Hämatoonkologie » Multiples Myelom

»

Cilta-cel bei Multiplem Myelom mit Hochrisiko- und Standard-Risiko-Zytogenetik vergleichbar wirksam

Cilta-cel bei Multiplem Myelom mit Hochrisiko- und Standard-Risiko-Zytogenetik vergleichbar wirksam

News

Onkologie

Hämatoonkologie

Multiples Myelom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Eine Post-hoc-Subgruppenanalyse der Phase-III-Studie CARTITUDE-4 untersuchte die Wirksamkeit der gegen das B-Zellreifungsantigen (BCMA) gerichteten CAR-T-Zell-Therapie mit Ciltacabtagen-Autoleucel (Cilta-cel) im Vergleich zum derzeitigen Behandlungsstandard (SOC) bei Patient*innen mit Hochrisiko- und Standard-Risiko-Zytogenetik. Eine Hochrisiko-Zytogenetik wurde definiert als ≥ 1 von del(17p), t(4;14), t(14;16) oder gain/amp(1q) bei Studienbeginn, bestimmt durch Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH). Als Standard-Risiko-Zytogenetik galt das Fehlen dieser Parameter.

Von den 394 zytogenetisch auswertbaren Patient*innen wiesen 255 eine Hochrisiko- und 139 eine Standard-Risiko-Zytogenetik auf. Nach einem medianen Follow up von 15,9 Monaten wurde bei Betroffenen mit Hochrisiko-Zytogenetik das mediane PFS unter Cilta-Cel nicht erreicht, verglichen mit 10,3 Monaten im SOC-Arm. Die 12-Monats-PFS-Raten lagen bei 76 % in der Cilta-Cel- bzw. 43 % in der SOC-Gruppe. Bei Studienteilnehmendem mit Standard-Risiko-Zytogenetik wurde das mediane PFS unter Cilta-Cel ebenfalls nicht erreicht versus 20,6 Monaten mit SOC; die 12-Monats-PFS-Raten lagen bei 77 % bzw. 59 %. Patient*innen mit Hochrisiko-Zytogenetik zeigten unter Cilta-Cel versus SOC eine höhere Gesamtansprechrate (ORR; 85 % vs. 66 %), ≥ CR (73 % vs. 20 %) sowie eine höhere Rate an MRD-Negativität (10-5; 70 % vs. 14 %). Das trifft auch auf Teilnehmende mit Standard-Risiko-Zytogenetik zu (ORR 86 % vs. 71 %; ≥CR 74 % vs. 26 %; MRD-Negativität 10-5 49 % vs. 19 %).

Fazit der Autor*innen: Cilta-cel führte bei MM-Patient*innen mit Hochrisiko- und Standard-Zytogenetik zu vergleichbaren Wirksamkeitsdaten. Das unterstützt den Stellenwert dieser CAR-T-Zell-Therapie als potenzielle neue Standardtherapie bei Lenalidomid-refraktärem MM nach ein bis drei Vortherapien.

Dr. Katrina Recker

Quelle: Einsele H et al. Ciltacabtagen Autoleucel versus Standardtherapie beim Lenalidomid-refraktären Multiplen Myelom: Subgruppenanalyse der Phase 3 Cartitude-4 Studie in Bezug auf das zytogenetische Risiko. Abstract 13.10.24, DGHO-Tagung 2024

Bilderquelle: © LAZLO – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kopftuch steht draußen vor hellem Himmel und blickt entspannt zur Seite

Junge Erwachsene mit Krebs – 
Herausforderungen in der Palliativmedizin

Fachartikel

Die Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung bedeutet immer einen entscheidenden Einschnitt im Leben. Über die besonderen Belastungen und Bedürfnisse von jungen Krebspatienten haben wir mit Dr. Pia Heußner, leitende Oberärztin Psycho-Onkologie am Onkologischen Zentrum Oberland des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Murnau, gesprochen.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Medizinische Darstellung des menschlichen Darms mit digitalen Elementen und Arzt im Hintergrund

Expertise von interdisziplinären Tumorboards nutzen!

Fachartikel

Die Behandlungsstandards des kolorektalen Karzinoms (CRC) sind stark im Fluss, so wurde die S3-Leitlinie bereits nach wenigen Monaten erneut aktualisiert (Version 3.1, März 2026).

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Darmkrebs

Beitrag lesen
Gesunde Ernährung und Bewegung gegen das metabolische Syndrom

Ernährung und Biofaktoren bei 
tumorassoziierter Fatigue und Depression

Fachartikel

Aktuelle Daten lassen davon ausgehen, dass etwa 20 bis 40 % der Tumorpatienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Zeichen einer Mangelernährung aufweisen – abhängig von Tumorentität und Stadium. Im Verlauf fortgeschrittener Erkrankungen steigt dieser Anteil deutlich an.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen