Onkologie » Hirntumoren

»

Dexamethason induziert Immunsuppression

Mikroskopische Aufnahme eines Glioms mit immunsuppressivem Tumormikromilieu.

Dexamethason induziert Immunsuppression

Aktuelles

Onkologie

Hirntumoren

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Das Kortikosteroid Dexamethason, das routinemäßig bei Gliomen eingesetzt wird, um eine Hirnschwellung zu reduzieren, scheint im Mikromilieu der Tumoren eine Immunsuppression zu induzieren bzw. zu verstärken. Entsprechende Daten hat eine Forschergruppe aus Boston/Cambridge, USA, in Nature publiziert.

Das immunsuppressive Mikromilieu von Gliomen, das maßgeblich durch myeloide Zellen verursacht wird, ist ein Grund, warum diese hochmalignen Hirntumore schlecht auf Immuntherapien ansprechen. Wie Forscher vom Dana Farber Cancer Institute und der Harvard Medial School jetzt herausgefunden haben, wird dieses Problem durch das routinemäßig bei Gliompatienten eingesetzte Kortikosteroid Dexamethason verstärkt.

Bei Patienten, die mit Dexamethason behandelt wurden, war ein dosisabhängiger Einfluss des Kortikoids auf die immunsuppressive Aktivität myeloider Zellen nachweisen. Durch Exposition myeloider Zellen gegenüber Dexamethason ließ sich zudem im Experiment die Ausbildung eines immunsuppressiven Milieus induzieren. Dieses Milieu blieb auch nach Beendigung der Exposition über Wochen hinweg bestehen. Angesichts dieser Befunde sei es ratsam den Einsatz von Dexamethason bei Gliompatienten zu überdenken und kritisch zu stellen, erklärten die Wissenschaftler und sprachen sich dafür aus, nach anderen Möglichkeiten zu suchen, mit denen sich eine Hirnschwellung in dieser Indikation verhindern ließe.

Originalpublikation: Miller TE rt al: Programs, origins and immunomodulatory functions of myeloid cells in glioma. Nature 2025; 640:1072–1082

Zur Publikation

Bilderquelle: © David A Litman – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Collage mit sechs jungen Forschenden in weissen Kitteln im Labor als Symbolbild fuer den von der Jose Carreras Leukaemie-Stiftung gefoerderten Forschungsnachwuchs

José Carreras Leukämie-Stiftung fördert vielfältig den Forschungsnachwuchs

Aktuelles

„Leukämie muss heilbar werden – immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Stifters José Carreras erreichen wir nur über Forschung“, erklärt Dr. Ulrike Serini, Geschäftsführerin der José Carreras Leukämie-Stiftung.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Gruppenfoto des Psychoonkologischen Dienstes am Universitaetsklinikum Regensburg mit zehn Mitarbeitenden vor roter Fassade zum Jubilaeum 25 Jahre psychoonkologische Unterstuetzung

25 Jahre psychoonkologische Unterstützung für Patienten und Angehörige

Aktuelles

Seit 25 Jahren unterstützt der Psychoonkologische Dienst des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) Patienten und ihre Angehörigen dabei, mit Ängsten, Sorgen und den Veränderungen durch die Erkrankung umzugehen. Was 2001 ursprünglich nur durch die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung und die Leukämiehilfe Ostbayern finanzierten Stelle begann, ist heute ein fester Bestandteil der onkologischen Versorgung am UKR.

Onkologie

Psychologie

Psychoonkologie

Beitrag lesen
Fluoreszenzaufnahme von Krebszellen in Organoiden mit blau und pink angefaerbten Zellkernen als Symbolbild fuer die Entwicklung neuer Wirkstoffkombinationen gegen Leberkrebs

Neue Wirkstoffkombinationen erleichtern die Therapie von Leberkrebs

Aktuelles

Die Therapie von Leberkrebs erweist sich als schwierig, da sich die Tumoren von Patent*innen stark unterscheiden. Forschende haben jetzt mit Organoide von Tumoren mehr als 1600 Wirkstoffe getestet und entwickeln daraus neue Wirkstoffkombinationen.

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Leberkarzinom

Beitrag lesen