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DGHO 2022: INFINITY-Studie – PD-L1-Expression, MSI-Status und BRAF-Genveränderung im Fokus

DGHO 2022: INFINITY-Studie – PD-L1-Expression, MSI-Status und BRAF-Genveränderung im Fokus

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Erschienen in: onkologie heute

Biomarker-gesteuerte Therapieentscheidungen finden heute zunehmend Eingang in die klinische Routineversorgung. Dies gilt insbesondere für Patient:innen mit fortgeschrittenen malignen Erkrankungen, für die keine geeigneten Standardtherapien zur Verfügung stehen. In der retrospektiven Beobachtungsstudie INFINITY, durchgeführt an 100 Standorten in Deutschland (Arztpraxen und Krankenhäuser), wird der Einfluss der Biomarker-gesteuerten Präzisionsonkologie bei 500 Patient:innen in der klinischen Routineversorgung systematisch untersucht.

Die vorliegende zweite Zwischenanalyse basiert auf den Daten von 333 Patient:innen, die von April 2020 bis Juni 2021 an 61 Standorten eine nicht standardisierte zielgerichtete Therapie (NSTT) auf der Grundlage eines potenziell wirksamen Biomarkers erhalten haben. Die meisten Betroffenen wurden von niedergelassenen (Hämatologen-)Onkologen behandelt (71,2 %).

Die mediane Zeit von der Erstdiagnose bis zum Beginn der ersten NSTT betrug 22,5 Monate. Die Mehrheit (64,9 %) hatte mindestens zwei vorherige Therapielinien erhalten. Die meisten Patient:innen litten an einem kolorektalen Karzinom (19,8 %), gefolgt vom Ösophaguskarzinom (6,6  %) sowie Mamma- und Magenkarzinom (je 6,0 %). Die am häufigsten eingesetzten NSTT-Substanzklassen waren PD-(L)1-Antikörper (47,1%) und BRAF-Inhibitoren (10,5 %). Dementsprechend waren die am häufigsten verwendeten Biomarker der PD-L1-Status, der Mikrosatelliteninstabilitätsstatus (MSI) sowie BRAF-Genveränderungen.

Für 212 Patient:innen lagen Informationen zur Berechnung des Verhältnisses des progressionsfreien Überlebens (PFS) vor. Ein PFS-Verhältnis ≥ 1,3 wurde bei 27,8 % der Patient:innen in der Gesamtpopulation, bei 24,7 % der Betroffenen unter PD-(L)1-Antikörpertherapie und bei 24,1 % unter BRAF-Inhibitortherapie erreicht. Die mediane Gesamtüberlebenszeit betrug 10,9 Monate in der Gesamtpopulation, 11,5 Monate für die PD-(L)1-Antikörpertherapie und 8,1 Monate unter BRAF-Inhibitortherapie. Damit ließ sich bei etwa einem Viertel der Patient:innen ein potenzieller Therapienutzen nachweisen.

Quelle: DGHO-Jahrestagung 2022, 7.-10. Oktober in Wien, V34 -Martens U et al. Zweite Interimsanalyse zu INFINITY – Ein Register zur Entscheidungsfindung in der Biomarker-basierten Präzisionsonkologie und deren klinische Bedeutung

Bilderquelle: © merklicht.de – stock.adobe.com

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