Onkologie » Sonstiges

»

DGHO 2022: Neue ESC-Leitlinie für Kardio-Onkologie

DGHO 2022: Neue ESC-Leitlinie für Kardio-Onkologie

Aktuelles

Onkologie

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Die Supportivtherapie ist ein bedeutsamer Bereich innerhalb der onkologischen Behandlung, besteht doch ein direkter Zusammenhang mit der Lebensqualität der Patienten, der Ermöglichung einer konsistenten Therapiegabe und damit der Optimierung der Effektivität der Therapie. Beim DGHO 2022 präsentierte Prof. Dr. Jutta Bergler-Klein, Wien, die neue Leitlinie der ESC zur Kardio-Onkologie.

Mit der Verlängerung der Überlebenszeit von Krebspatienten aufgrund von verbesserten Therapieoptionen steigt auch das Risiko für das Auftreten von späten Nebenwirkungen. Beim Hodgkin-Lymphom werden beispielsweise 5-Jahres-Überlebensraten von 80 % erreicht, gleichzeitig stieg die kardiologische Mortalität um mehr als 10 %. Die European Society of Cardiology (ESC) hat sich der Thematik angenommen und zum ersten Mal eine Leitlinie zur Kardio-Onkologie herausgegeben. Ziel der Leitlinie ist es, Behandler onkologischer Patienten bei der kardiologischen Begleitung vor, während und nach der Krebsbehandlung zu unterstützen [1]. Insbesondere werden in der Leitlinie kardiale Risiken einzelner Therapien aufgeführt und Empfehlungen zur Vor- und Nachsorge gegeben.

Die konsequent durchgeführte Prophylaxe und Prävention hat einen Einfluss auf die kardiale Toxizität und damit auch auf die Möglichkeit, die anti-neoblastische Therapie wie geplant durchzuführen. Wichtig sei insbesondere, so Bergler-Klein, zu Beginn der Therapie diverse Laborparameter zu erheben, um beim Monitoring auf Vergleichsdaten zurückgreifen zu können. Dies gilt auch, um eine mögliche Beeinflussung von Biomarkern durch die Therapie abschätzen zu können. Risikofaktoren für kardiovaskuläre Toxizität sind neben der Art der Therapie auch das Alter, das Geschlecht, die Genetik, vorbestehende Erkrankungen, Lebensstil, vorangegangene kardiotoxische Therapien und Abnormalitäten bei kardialen Biomarkern.

An einfachen Werkzeugen zur Risikoerfassung stehen das B-Typ-natriuretische Peptid (BNP) und sein biologisch inaktives Signalpeptid (NT-proBNP) zur Verfügung, das Echokardiogramm, die linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF), aber auch die Messung der Herzfrequenz und des Blutdrucks. Eine transthorakale Echokardiographie (TTE) wird für alle Krebspatienten mit kardialem Hochrisiko vor Beginn der Antikrebstherapie empfohlen. Bergler-Klein betonte, dass eine präventive Therapie mit ACE-Hemmern, ARB, Betablockern oder Statinen sinnvoll sein kann und bedacht werden sollte.

Referenzen:

1. https://www.escardio.org/Guidelines/Clinical-Practice-Guidelines/Cardio-oncology-guidelines (abgerufen am 8.10.2022)

Quelle: DGHO-Jahrestagung 2022, 7.–10. Oktober in Wien; Supportive Strategien in der Hämato-Onkologie

Bilderquelle: © abhijith3747 – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Aerztin in Schutzkleidung und FFP2-Maske verabreicht einem jungen Patienten im Krankenhausbett eine Infusion mit genveraenderten Stammzellen

Erstmals erfolgreiche Behandlung mit CRISPR-Therapeutikum

Aktuelles

Der 19-jährige Mohammad ist der erste Patient mit Beta-Thalassämie, der im Zuge der Standardtherapie das auf der Genschere CRISPR basierende Medikament Exagamglogene Autotemcel erhalten hat. Das Medikament ist das erste zugelassene CRISPR-Therapeutikum.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen
Nahaufnahme eines schwarzen T-Shirts mit einer rosa Schleife auf der Brust einer Frau.

Brustkrebsmonat 2026: Bessere Behandlung und Versorgung

Aktuelles

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Die Versorgungsforschung wandelt sich durch neue Erkenntnisse und therapeutische Möglichkeiten dabei stetig.

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

Beitrag lesen
Forschungsteam aus sechs Personen steht im Freien vor einem Klinikgebaeude und laechelt in die Kamera, Symbolbild fuer eine Studie zum Einfluss des Darmmikrobioms auf die CAR-T-Zelltherapie

Darmbakterien beeinflussen die Krebstherapie mit CAR-T-Zellen

Aktuelles

Nicht alle Tumore sprechen gleich auf die CAR-T-Zelltherapie an. Eine Studie zeigt jetzt, dass vor allem die Stoffwechselprodukte des Darmmikobioms die Krebstherapie fördern oder hemmen können.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen