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DGHO Jahrestagung 2025: Rekordbeteiligung setzt Impulse für Hämatologie und Onkologie

Der Kölner Dom und die Hohenzollernbrücke – Austragungsort der DGHO Jahrestagung 2025.

DGHO Jahrestagung 2025: Rekordbeteiligung setzt Impulse für Hämatologie und Onkologie

Kongress

Onkologie

Hämatoonkologie

Allgemeine Aspekte

5 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Mit über 6.800 Teilnehmenden und mehr als 1.400 Vorträgen setzte die Jahrestagung von DGHO, OeGHO, SGMO und SGH in Köln ein Zeichen für Innovation und Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt standen aktuelle Fortschritte in Diagnostik und Therapie, Nachwuchsförderung, Versorgungskonzepte und die Chancen neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz.  

Erster großer Medizinkongress im Confex Köln

Die gemeinsame Jahrestagung fand im gerade erst fertiggestellten Confex in Köln statt. Der diesjährige Kongress wurde von den Standorten Köln und Aachen gemeinsam ausgerichtet und unterstreicht die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Zentren. „Grenzüberschreitender Austausch, Innovationen und ein gutes Miteinander: Das kennzeichnet diese Region in der Mitte Europas und macht sie groß – und genau das prägt auch diese Fachtagung“, so Prof. Dr. med. Tim H. Brümmendorf, Kongresspräsident und Direktor der Klinik für Onkologie und Hämatologie an der Universität Aachen und Direktor des gemeinsamen Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) der Unikliniken Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf (CIO ABCD).

Gemeinsam in und für Europa

So stand die Eröffnungsveranstaltung ganz im Zeichen der europäischen Zusammenarbeit. „Wir leben in unsicheren, fragilen Zeiten, geprägt von internationalen Krisen und Umbrüchen, die uns alle belasten“, sagte Prof. Dr. med. Michael Hallek, Kongresspräsident und Direktor der Klinik I für Innere Medizin sowie des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) am Universitätsklinikum Köln. „Als medizinische Gemeinschaft sollten wir uns gerade jetzt unserer Verantwortung bewusst sein und uns darum bemühen, Hoffnung zu stiften und Orientierung zu geben. In einer Zeit, wo politische Konflikte Ängste schüren, sind wir als Menschen und als Berufsstand aufgefordert, Haltung zu zeigen.“

Konzept für eine interdisziplinäre, sektorenübergreifende Versorgung

Prof. Dr. med. Andreas Hochhaus, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO und Direktor der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie am Universitätsklinikum Jena, lenkte das Augenmerk auf die immer noch bestehenden Unterschiede in der Versorgung – sei es zwischen Stadt und Land oder auch Ost- und Westdeutschland: „Unter dem Motto ‚Gleiche Chancen für alle‘ sollten wir bei jeder Entwicklung von hochspezialisierten medizinischen Zentren die Grundversorgung der gesamten Bevölkerung im Blick behalten. Die gemeinsame Jahrestagung bietet eine gute Gelegenheit, die onkologischen Versorgungssysteme der drei beteiligten Länder im Rahmen eines Erfahrungsaustauschs zu vergleichen.“ Nach der ins Stocken geratenen und aufgeweichten Krankenhausreform brauche es alternative Konzepte für eine bezahlbare und gleichzeitig stets optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Prof. Hallek ergänzte zu dem Thema: „Es wird um die Reduktion der Kosten im Gesundheitswesen gerungen, und da spielt die Onkologie eine große Rolle. Vor allem metastasierte Erkrankungen werden zunehmend mit systemisch wirkenden, molekularen Therapien behandelt. Um hierfür eine optimale Qualität für die Patienten zu liefern und gleichzeitig die Kosten und Strukturen im Griff zu behalten, schlägt die DGHO ein Konzept für eine interdisziplinäre, sektorenübergreifende Versorgung vor.“ Dafür sei unter anderem eine vollständige Digitalisierung aller Behandlungsdaten notwendig.

Künstliche Intelligenz sollte bürokratische Aufgaben verringern

Welche Chancen und Risiken bietet der Einsatz von KI? Das Thema, das derzeit sämtliche Gesellschaftsbereiche und Branchen bewegt, stand natürlich auch bei der Jahrestagung oben auf der Agenda. Künstliche Intelligenz werde die Patientenversorgung verändern, aber vor allem eine Hilfestellung für Ärztinnen und Ärzte sein und diese nicht ersetzen, so der Tenor. Es müsse jetzt darum gehen, gute, validierte und sichere Assistenzsysteme zu entwickeln, resümierte Prof. Brümmendorf. „KI sollte Routineaufgaben übernehmen, damit Ärztinnen und Ärzte mehr Zeit für die Betreuung der Patientinnen und Patienten haben können. Dokumentationspflichten, Registrierungsaufgaben – Dinge, die man gut mit KI-Unterstützung verschlanken kann“, ergänzte Prof. Hochhaus. Zuerst müssten jedoch die digitale Infrastruktur vorangetrieben und Bürokratie abgebaut werden.

Hämatologische und onkologische Therapien auf Annäherungskurs

Modalitäten aus der Hämatologie halten zunehmend Einzug in die Therapie der soliden Tumoren. Bispezifische Antikörper erzielen etwa in der Zweitlinienbehandlung des kleinzelligen Lungenkarzinoms eine deutliche Verbesserung. Das wurde auf der Jahrestagung deutlich. Insbesondere bezüglich der mit neuen Substanzklassen auftretenden spezifischen Nebenwirkungen sollte auf die Erfahrungen aus der Hämatologie zurückgegriffen werden. Prim. Prof. Dr. med. Ewald Wöll, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO) und Ärztlicher Direktor/Ärztlicher Leiter Innere Medizin des Krankenhauses St. Vinzenz in Zams, betonte: „Unsere Jahrestagung bildet den zeitlichen Schlusspunkt der großen internationalen Kongresse. Ich sehe dies als hervorragende Möglichkeit, die Ergebnisse, die wir relativ frisch erfahren haben, hier in Perspektive zu setzen und zu besprechen, sie in unsere Algorithmen einzubauen und möglicherweise die Pitfalls der Studien zu sehen.“ Highlights der Jahrestagung seien die vielen Register- und Real-World-Daten. „Das ist der Realitätscheck, der hinter den Phase-III-Studien steht“, so Prof. Wöll. In Österreich sei überdies durch die OeGHO das Österreichische Onkologieforum gegründet worden, um genau diesen Realitätscheck regelmäßig vorzunehmen, gesundheitspolitische Versorgungstrukturen zu prüfen sowie Zugang zu Innovationen zu ebnen.

Großes Interesse am Studierendentag

Mit den Fortschritten in der Therapie von Krebserkrankungen und dem parallel verlaufenden demografischen Wandel wächst auch die Zahl der zu versorgenden Krebserkrankten. Entsprechend steigt der Bedarf an Onkologinnen und Onkologen sowie Hämatologinnen und Hämatologen, die jetzt ausgebildet werden müssen. „Eine Verkürzung der internistischen Basisweiterbildung von drei auf zwei Jahre ist keine Lösung und wird auch vom Arbeitskreis Junge DGHO abgelehnt“, konstatierte Prof. Dr. med. Martin Bentz, Mitglied im Vorstand der DGHO. Hochmotivierte junge Menschen seien vom Fachbereich Hämatologie und Onkologie begeistert, führte Prof. Brümmendorf aus. „Nah an Menschen dran sein und diese über eine lange Zeit begleiten – in Kombination mit einem hochinnovativen Fach, das alle Verfahren der molekular zielgerichteten Therapien und Immuntherapien beinhaltet: Das ist es offensichtlich, was junge Menschen anspricht.“

Quelle: Pressemitteilung DGHO

Bildquelle: © Günter Albers – stock.adobe.com

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