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Ehrungen für Pioniere der Krebsforschung

Publikum sitzt bei einer Preisverleihung und fotografiert die Bühne mit Smartphones

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Ehrungen für Pioniere der Krebsforschung

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Die Förderstiftung Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat den Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis an Dr. Janna Heide und die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille an Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt verliehen. Die renommierten Auszeichnungen in der deutschen Krebsforschung überreichte MHH-Präsidentin Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner.

Auszeichnung für Myelom-Experten

Mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille wurde in diesem Jahr Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt geehrt. Der Hämatologe und Onkologe leitet die GMMG-Studiengruppe (German Speaking Myeloma Multicenter Group) in der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie des Universitätsklinikums Heidelberg sowie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT). International gilt er als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet des Multiplen Myeloms.

Was ist das Multiple Myelom?

„Das Multiple Myelom ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks und gehört zur Gruppe der Blutkrebserkrankungen. Dabei vermehren sich im Knochenmark krankhaft veränderte Plasmazellen. Diese Zellen des Immunsystems sind normalerweise für die Bildung von Antikörpern verantwortlich, entarten beim Multiplen Myelom jedoch”, erklärte Professor Goldschmidt.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der engen Verzahnung von klinischer Forschung und Patientenversorgung. Seit vielen Jahren ist er maßgeblich an der Entwicklung und Durchführung klinischer Studien zum Multiplen Myelom beteiligt – mit dem Ziel, neue Therapiekonzepte systematisch zu prüfen und Behandlungsstrategien weiterzuentwickeln. Unter seiner Leitung hat sich die GMMG zu einem der bedeutendsten Netzwerke für klinische Myelomforschung im deutschsprachigen Raum entwickelt, geprägt durch nationale und internationale Kooperationen sowie ein breites Studienportfolio in allen Krankheitsstadien.

„Ich freue mich sehr über diese besondere Auszeichnung. Sie ist für mich auch eine Anerkennung der langjährigen und sehr guten Zusammenarbeit innerhalb der Myelomforschung und der gemeinsamen Anstrengungen, neue Behandlungsansätze für diese Erkrankung voranzubringen”, sagte Goldschmidt.

Auszeichnung für Forscherin auf dem Weg zu gezielteren Krebstherapien

Den mit 10.000 Euro dotierten Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis erhielt Dr. Janna Heide vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Medizinerin forscht an neuen Wirkstoffen, die gezielt in biologische Prozesse des Bindegewebes eingreifen, das den Tumor umgibt, und so neue Behandlungsmöglichkeiten für Krebserkrankungen eröffnen.

Ausgezeichnet wurde ihre Arbeit zur Entwicklung eines NNMT-Inhibitors als potenzieller neuer Therapieansatz bei Tumoren im Zusammenhang mit Eierstock-, Brust- und Dickdarmkrebs. NNMT steht für Nicotinamid-N-Methyltransferase, ein Enzym, das am Zellstoffwechsel beteiligt ist und in den Bindegewebszellen von Tumoren vermehrt aktiv sein kann. Ein Inhibitor hemmt die Aktivität dieses Enzyms gezielt.

„Die Erforschung solcher Zielstrukturen ist ein wichtiger Schritt, um neue Behandlungsmöglichkeiten für verschiedene Krebserkrankungen zu erschließen. Besonders interessiert mich, wie sich grundlegende biologische Mechanismen in konkrete therapeutische Ansätze übersetzen lassen. Die Auszeichnung motiviert mich, die Forschung zu Mechanismen der Tumorentstehung weiter voranzutreiben – mit dem Ziel, langfristig gezieltere Behandlungsoptionen für Patient*innen zu entwickeln”, sagte Dr. Heide.

Über den Johann-Georg-Zimmermann-Preis

Der Johann-Georg-Zimmermann-Preis wurde erstmals 1973 verliehen und zählt heute zu den wichtigsten Auszeichnungen Deutschlands im Bereich der Krebsforschung. Um wissenschaftlichen Nachwuchs und langjähriges Engagement gleichermaßen zu würdigen, ist die Auszeichnung zweigeteilt: Der Forschungspreis richtet sich an Nachwuchsforscher*innen  bis 40 Jahre und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die mit 2.500 Euro dotierte Medaille ehrt eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um die Bekämpfung von Krebserkrankungen verdient gemacht hat. Der Preis wird von der Förderstiftung MHH plus finanziert und gemeinsam mit dem Comprehensive Cancer Center Niedersachsen (CCC-N) verliehen.

Seit diesem Jahr ist Prof. Dr. Hildegard Büning Vorsitzende des Kuratoriums. „Der Johann-Georg-Zimmermann-Preis steht seit Jahrzehnten für wissenschaftliche Exzellenz und die Förderung innovativer Krebsforschung – als Ausgangsbasis für die Entwicklung therapeutischer Ansätze zur Verbesserung der Patientenversorgung. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Preisträger*innen durch ihr Engagement hierzu beitragen. Ich freue mich, diese wichtige Aufgabe begleiten zu dürfen”, erklärte Professorin Büning.

Neu in diesem Jahr war der Johann-Georg-Zimmermann Exchange Hub: Vor der Preisverleihung tauschten sich sechs Promovierende der MHH beim Mittagessen mit Dr. Janna Heide über Karrierefragen aus – von Auslandsaufenthalten über berufliche Perspektiven an Universitätskliniken oder in der Pharmaindustrie bis hin zum Umgang mit Rückschlägen im Lebenslauf. Das von Professorin Büning initiierte und moderierte Format fand großen Anklang und soll bei der nächsten Preisverleihung nach Möglichkeit wiederholt werden.

Quelle: Pressemitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover vom 29.06.2026

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