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Erstes Analkrebszentrum in Deutschland

Das Bild zeigt ein Porträt von PD Dr. Mia Kim.

Erstes Analkrebszentrum in Deutschland

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Erschienen in: onkologie heute

Die München Klinik Neuperlach nimmt in der spezialisierten Behandlung von Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes eine Vorreiterposition in Deutschland ein. Bereits im Jahr 1994 wurde auf der gastroenterologisch-viszeralchirurgischen Station Pionierarbeit in der heute in Krankenhäusern etablierten abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit geleistet.

Damals völlig neu, kamen Krebsmediziner, Experten für den Verdauungstrakt und Chirurgen gemeinsam an einen Tisch und erarbeiteten in „Tumor Boards“ (= Tumorkonferenzen) die individuell für jeden einzelnen Patientenfall beste Therapie. Im Jahr 2007 wurde das Haus durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) als Darmkrebszentrum zertifiziert – und ist bis heute mit jährlich über 200 operativ versorgten Darmkrebspatienten und über 12.000 Patienten in den beteiligten Fachabteilungen das größte ausgezeichnete Zentrum für Darmkrebs in Deutschland. Seit 2021 ist die Klinik zusätzlich durch die DKG als viszeralonkologisches Zentrum zertifiziert.

Jetzt setzt sich die Pionierrolle der München Klinik Neuperlach fort: Als erste Klinik in Deutschland erhielt sie jüngst von der DKG das Siegel zur hochspezialisierten Behandlung von Analkrebs. Zu den zertifizierten Krankheitsbildern Pankreas und Darm kommt mit dem Analkarzinom ein weiteres wichtiges Krankheitsbild im viszeralonkologischen Zentrum hinzu. „Wenn Analkrebs frühzeitig erkannt und multimodal behandelt wird, sind die Heilungschancen heute sehr gut. Wir stellen in allen Überlegungen das Patientenwohl in den Mittelpunkt und arbeiten eng mit niedergelassenen Ärzten zusammen, um für jeden einzelnen Patienten das individuell bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Es macht mich stolz und ist ein Teamerfolg, dass wir mit diesem gesamthaften Konzept auch die Auditoren überzeugen konnten und als erste Klinik das Zertifikat Analkrebszentrum in den Händen halten dürfen“, sagt PD Dr. Mia Kim, Chefärztin für Koloproktologie in der München Klinik Neuperlach sowie für Allgemein- und Viszeralchirurgie in der München Klinik Harlaching. An der interdisziplinären Versorgung von Analkrebspatienten sind in Neuperlach die Fachabteilungen für Chirurgie, Gastroenterologie, Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie beteiligt. Sie kommen in wöchentlichen Tumorkonferenzen zur Fallbesprechung zusammen, zu denen im Sinne einer nahtlosen Versorgung auch die behandelnden niedergelassenen Fachärzte eingeladen sind. Die Behandlung erfolgt immer auf Basis der aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Dafür finden regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen und Qualitätszirkel statt.

Maßgeschneiderte Therapie als Basis für das beste onkologische Ergebnis

Da die Beschwerden von Analkrebs im Anfangsstadium mit Blutungen, Schmerzen, Vorwölbungen des Gewebes und Juckreiz eher unspezifisch sind und sich mit den Symptomen anderer Enddarmerkrankungen decken, erfordert die Diagnose eine spezielle Expertise. In Neuperlach kommt hier eine Kombination aus körperlicher Untersuchung, bildgebenden Verfahren per Kernspintomographie, Probenentnahme zur Aufarbeitung durch die Pathologie und die operative Entfernung verdächtiger Befunde zum Einsatz. Analkrebs kann im Analkanal oder am Analrand sitzen. Die Therapie erfolgt je nach Lage und Größe des Tumors entweder operativ oder durch eine Kombination aus Chemotherapie und Strahlentherapie.

„Jeder Tumor ist anders. Unser Behandlungsziel ist das beste onkologische Ergebnis bei gleichzeitig geringstmöglicher Einschränkung der Schließmuskelfunktion zu erreichen. Die Basis hierfür ist ein maßgeschneidertes Therapiekonzept für jeden einzelnen Patienten“, erklärt Dr. Florian Frank, Oberarzt und Zentrumskoordinator für das viszeralonkologische Zentrum in Neuperlach.

HPV-Impfung im Kindesalter schützt auch vor Analkrebs

In Deutschland erkranken jährlich über 2.000 Menschen neu an Analkrebs, der damit zu den seltenen Krebsarten zählt. Frauen erkranken zweimal häufiger als Männer. Der größte Risikofaktor für die Entstehung eines Analkarzinoms ist eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Bis zu 85 % der Analkrebs-Fälle gehen auf eine solche sexuell übertragbare Infektion zurück, die das Immunsystem schwächt und durch die verminderte Tumorabwehr den Krebs begünstigt. „Eine Impfung gegen HPV schützt bekanntermaßen vor Gebärmutterhalskrebs, weniger bekannt ist die Schutzwirkung auch vor Analkrebs. Eine konsequente Impfung von Jungen und Mädchen im Kindesalter ab 9 Jahren bzw. vor dem ersten Sexualkontakt könnte die Zahl der neuen Analkarzinome maßgeblich reduzieren und ist daher dringend zu empfehlen“, so Chefärztin PD Dr. Mia Kim. Auch für Patienten mit u. a. HIV, Gebärmutterhalskrebs oder Vulvakrebs ist das Risiko eines Analkarzinoms erhöht. Diese Risikogruppen sollten regelmäßig eine proktologische Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen. Die Überlebensrate bei Analkanalkarzinomen liegt in Europa nach einem Jahr bei 81 % und nach fünf Jahren bei 56 %. Je früher der Analkrebs erkannt wird, desto besser ist die Prognose.

Quelle: Pressemitteilung der München Klinik

Foto: München Klinik

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