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EU fördert Doktorandennetzwerk „radio3D“ in Regensburg

Wissenschaftlerin im Labor mit Pipette, Mikroskop und Tablet bei der Forschungsarbeit

Quelle: ©STBSTD - stocke.adobe.com

EU fördert Doktorandennetzwerk „radio3D“ in Regensburg

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Die Universität Regensburg ist Teil von „radio3D“ – einem EU-geförderten Marie-Skłodowska-Curie Doctoral Network zur Entwicklung neuartiger Radiopharmazeutika und 3D-Tumormodelle gegen Glioblastom und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Unter der Leitung von Prof. Dr. Silke Härteis werden 15 Doktorand*innen in einem internationalen Konsortium ausgebildet.

Das Marie-Skłodowska-Curie Doctoral Network der Europäischen Union zielt darauf ab, neuartige Radiopharmazeutika und 3D-Tumormodelle zur Erforschung und Behandlung aggressiver Krebsarten zu entwickeln und den wissenschaftlichen Nachwuchs in einem internationalen Netzwerk auszubilden.

Prof. Dr. Silke Härteis, Professur für Molekulare und Zelluläre Anatomie an der Universität Regensburg, wurde ein Marie-Skłodowska-Curie Doctoral Network (MSCA Doctoral Network) der Europäischen Union bewilligt. Das Projekt „Next-Generation Radiopharmaceuticals for Glioblastoma and Pancreatic Cancer: A 3D Perspective (radio3D)“ verfügt über ein Gesamtvolumen von rund 4,4 Millionen Euro, wovon rund 600.000 Euro auf den Projektanteil der Universität Regensburg entfallen.

Das Projekt radio3D wurde im Rahmen der MSCA Doctoral Networks Ausschreibung 2025 von der Europäischen Kommission ausgewählt und zählt damit zu den besonders kompetitiven Förderprogrammen innerhalb von Horizon Europe. Von über 1.600 eingereichten Anträgen wurden lediglich 141 Projekte bewilligt – eine Erfolgsquote von rund 8 %. Koordiniert wird das Konsortium von Dr. Fernando Herranz vom Institute of Medicinal Chemistry des spanischen Nationalen Forschungsrats (IQM-CSIC).

Im Rahmen des Netzwerks werden 15 Doktorand*innen ausgebildet. Ziel ist die Entwicklung von Radiopharmazeutika der nächsten Generation sowie innovativer 3D-Modelle zur Erforschung und Behandlung zweier besonders aggressiver Tumorarten: Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) und Glioblastom.

Regensburger Beitrag: KI und 3D-Modelle im Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

An der Universität Regensburg leitet Prof. Dr. Silke Härteis ein Teilprojekt, das sich auf die KI-gestützte Analyse histopathologischer Marker im Pankreaskarzinom unter Einsatz eines 3D-in-vivo-Tumormodells konzentriert. Ziel ist es, die Wirkung nano-radiopharmazeutischer Therapien präziser zu bewerten und neue Ansätze für personalisierte Behandlungsstrategien zu entwickeln.

„Das Projekt radio3D bietet eine einzigartige Möglichkeit, exzellente Nachwuchswissenschaftler*innen in einem hochmodernen, interdisziplinären Umfeld auszubilden und gleichzeitig innovative Ansätze für die Krebstherapie voranzutreiben. Besonders wichtig ist uns dabei die enge Verzahnung von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung sowie die Entwicklung tiermodellfreier Forschungsansätze“, betont Prof. Dr. Silke Härteis.

„Die erfolgreiche Einwerbung eines Marie-Skłodowska-Curie Doctoral Networks unterstreicht eindrucksvoll die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit der Universität Regensburg“, erklärt Prof. Dr. Ernst Tamm, Vizepräsident für Forschung und Nachwuchsförderung. Besonders hervorzuheben sei die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: „In einem eng vernetzten europäischen Umfeld erhalten die Doktorand*innen die Möglichkeit, interdisziplinär zu arbeiten, internationale Erfahrungen zu sammeln und sich optimal auf Karrieren in Wissenschaft und Forschung vorzubereiten.“

Internationales und interdisziplinäres Konsortium

Das radio3D-Konsortium vereint ein starkes europäisches Netzwerk aus Wissenschaft und Industrie. Insgesamt sind 21 Partnergruppen aus Universitäten, Forschungseinrichtungen, Kliniken und Unternehmen beteiligt, darunter 11 führende Forschungsgruppen aus den Bereichen Nanomedizin, Radiochemie, 3D-Tumormodelle, bildgebende Verfahren, Omics-Technologien und Toxikologie.

Die beteiligten Institutionen stammen aus mehreren europäischen Ländern, darunter Spanien, Italien, das Vereinigte Königreich, Deutschland, Schweden, Griechenland, Polen und Norwegen. Neben der Universität Regensburg ist als weiterer deutscher Partner die TH Deggendorf unter der Leitung von Prof. Dr. Thiha Aung beteiligt. Durch diesen sektorübergreifenden Ansatz wird ein intensiver Wissenstransfer von der Grundlagenforschung hin zu künftigen klinischen Anwendungen ermöglicht. Der Projektstart ist für Anfang 2027 geplant.

Über das Projekt „radio3D“

Radiopharmazeutika spielen eine zunehmend zentrale Rolle in der modernen Krebsbehandlung. Das Projekt radio3D verfolgt einen innovativen Ansatz, indem es Strahlentherapie mit Nanomaterialien und modernen 3D-Krankheitsmodellen kombiniert. Ziel ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit neuer Therapien zu verbessern und gleichzeitig die Abhängigkeit von Tierversuchen deutlich zu reduzieren. Hierfür werden klinisch zugelassene Nanomaterialien und Radioisotope für die Bildgebung und Behandlung von Glioblastomen und Bauchspeicheldrüsenkrebs eingesetzt.

Ein besonderer Fokus liegt auf fortschrittlichen 3D-Tumormodellen wie Organoiden und biogedruckten Strukturen, die die Tumormikroumgebung realitätsnah nachbilden. Diese ermöglichen:

  • eine präzisere Wirkstoffbewertung
  • die Untersuchung von Tumor-Stroma-Wechselwirkungen
  • Fortschritte in der personalisierten Medizin

Das Projekt ist in vier zentrale Arbeitspakete gegliedert: Ausbildung, Forschung, Verbreitung und Management. Diese Struktur fördert die enge Zusammenarbeit zwischen Chemikerinnen und Chemikern, Physikerinnen und Physikern, Biologinnen und Biologen, Mediziner*innen sowie Industriepartnern. Durch die Nutzung des synergetischen Potenzials von Nanomaterialien und Radiopharmaka wird „radio3D“ innovative chemische Verfahren und alternative Methoden zum Verständnis der Krebsbiologie einführen – mit dem Ziel, einen neuen Maßstab in der nanomedizinischen Forschung zu setzen und die Therapieergebnisse nachhaltig zu verbessern.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Regensburg vom 23.04.2026

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