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Europa vereint im Kampf gegen Hirnmetastasen

Hirnmetastasen – Tumorbefall im Gehirn

Quelle: © Sebastian Kaulitzki - stocke.adobe.com

Europa vereint im Kampf gegen Hirnmetastasen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Hirnmetastasen des schwarzen Hautkrebses sind besonders tückisch: Sie können jahrelang unbemerkt im Gehirn überdauern und Resistenzen gegen Therapien entwickeln. Die Unimedizin Greifswald forscht im europäischen Projekt STAR-MBM gemeinsam mit Partnern aus vier Ländern an einer neuen Kombinationstherapie, die diese Resistenzen gezielt überwinden soll.

Hirnmetastasen entstehen, wenn Tumorzellen über die Blutbahn in das Gehirn eindringen und sich dort ansiedeln. Beim schwarzen Hautkrebs können diese Zellen über Jahre hinweg unbemerkt im Gehirn überdauern. In der Behandlung sind sie eine besondere Herausforderung: Die Metastasen unterscheiden sich stark voneinander und reagieren sehr unterschiedlich auf Therapien. Mittel der Wahl in der Erstbehandlung ist zumeist der BRAF-Inhibitor (BRAFi). Nach anfänglich positiver Wirkung lässt diese jedoch nach – in 40 bis 60 Prozent der Fälle führen die resistenzentwickelten Metastasen zu einer schlechten Prognose oder zu weiteren Erkrankungen im Gehirn.

Europäisches Forschungsnetzwerk gegen Resistenzen

Die Universitätsmedizin Greifswald ist Teil des europäischen Forschungsprojekts STAR-MBM (Strategy to Target Acquired Resistance in Melanoma Brain Metastases), das im Rahmen von Horizont Europa gefördert wird. Koordiniert von Projektleiter Dr. Torben Redmer aus Österreich, arbeiten Partner aus Deutschland, Ungarn, Norwegen und Österreich in einem internationalen Netzwerk zusammen. Ziel ist es, genau nachzuvollziehen, wie Resistenzen entstehen – und wie sie überwunden werden können. Das Greifswalder Team um Prof. Josefine Radke, Leiterin des Instituts für Molecular Genomics, untersucht dazu die räumliche Organisation der Hirnmetastasen und ihr Zusammenspiel mit den umliegenden Zellen. „Gerade Hirnmetastasen zeigen, warum das gesamte molekulare Verständnis bei einer Krebserkrankung so entscheidend ist“, sagt Prof. Radke. „Das internationale Team hat bereits einen vielversprechenden Ansatz entdeckt, den wir weiterverfolgen werden.“

Ein biologischer Schalter als Schlüssel zur neuen Therapie

Dieser Ansatz basiert auf der Entdeckung eines bestimmten Proteins namens MET. Dieses sogenannte MET-Programm schützt die Krebszellen im Gehirn vor den eingesetzten Medikamenten und steuert, wo und wie Resistenzen im Gehirngewebe entstehen. Die Lösungsidee des Forscherteams ist eine Kombinationstherapie: Patient*innen sollen künftig zwei Medikamente gleichzeitig erhalten – den herkömmlichen BRAFi plus einen neuen MET-Inhibitor. Dafür nutzen die Forschenden modernste räumliche Transkriptom-Analysen und Sequenzierungen, um resistenzauslösende Mutationen zu identifizieren. „Das STAR-MBM-Projekt verbindet modernste molekulare Analyseverfahren mit translationaler Forschung und hat das Potenzial, neue und effektivere Zweitlinien-Therapien zu ermöglichen“, so Radke. „So wollen wir einen wichtigen Beitrag leisten, die Überlebenschancen und Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.“

Quelle: Pressemitteilung der Universität Greifswald vom 03.07.2026

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