Kann Künstliche Intelligenz die Brustkrebsdiagnostik verbessern? Mit dieser Frage befasst sich ein Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg in aktuellen Projekten. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert die Forschungsarbeiten Dr. André Pfob mit ihrem Memorialstipendium für besonders begabte junge Medizinerinnen und Mediziner in den kommenden zwei Jahren mit 250.000 Euro.
KI-gestützte Bilddatenauswertung für eine verbesserte Brustkrebsdiagnostik
Ob eine auffällige Veränderung der Brust gut- oder bösartig ist, lässt sich durch eine Ultraschalluntersuchung nicht immer eindeutig beurteilen. Zur Absicherung werden bei den betroffenen Patientinnen in einer sogenannten Biopsie Gewebeproben entnommen und im Anschluss untersucht, wobei sich ein großer Teil der Befunde als gutartig herausstellt. Zusätzliche Informationen kann die Scherwellen-Elastographie (SWE) liefern: ein bildgebendes Verfahren, das Unterschiede in der Gewebefestigkeit sichtbar macht. Das ist deshalb relevant, weil bösartige Tumoren oft härter sind als gutartige Veränderungen. Der Einsatz von SWE zusätzlich zur Ultraschalluntersuchung könnte einigen Frauen mit gutartigen Befunden unnötige Eingriffe ersparen. Die Interpretation der Bilder ist jedoch komplex und von Patientin zu Patientin unterschiedlich.
Dr. André Pfob hat gemeinsam mit seinem Team ein auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierendes Verfahren entwickelt, das die Bildinformationen der SWE automatisiert auswertet und damit die diagnostische Einschätzung der Ärztinnen und Ärzte unterstützen könnte. Dr. Pfob forscht als wissenschaftlicher Leiter der Studienzentrale Senologie an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg sowie als Group Leader „Patient-centered AI“ am neu gegründeten Institute for Medical AI (IMAI, Direktor: Professor Dr. Jakob Nikolas Kather) am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD). Als Mediziner ist er am „Brustzentrum am Onkologischen Zentrum Heidelberg“ mit den Standorten UKHD und Klinik St. Elisabeth Heidelberg tätig. In Vorarbeiten zeigte er, dass sich mithilfe des KI-Verfahrens Brustkrebs zuverlässig erkennen und zugleich die Zahl vermeidbarer Gewebeentnahmen verringern lässt. Im Projekt „KI-gestützte Scherwellen-Elastographie zur Verbesserung der Brustkrebsdiagnostik: Eine prospektive Phase-II-Validierungsstudie“ wird Dr. André Pfob ab November in einer klinischen Studie untersuchen, ob sich diese Ergebnisse unter realen Versorgungsbedingungen bestätigen. Er wird ebenfalls für einen Zeitraum von zwei Jahren mit dem Else Kröner Memorialstipendium gefördert.
Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg





