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Große Therapiestudie zu seltenen Krebserkrankungen gestartet

DNA-Strang vor einer Krebszelle; 3D-illustriert

Große Therapiestudie zu seltenen Krebserkrankungen gestartet

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Erschienen in: onkologie heute

Im Januar 2025 startet die Rekrutierung für eine großangelegte Studie zur molekulargesteuerten personalisierten Behandlung seltener Krebserkrankungen. Die Studie RATIONALE wird standort-übergreifend vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) durchgeführt.

Im Januar 2025 startet die Rekrutierung für eine großangelegte Studie zur molekulargesteuerten personalisierten Behandlung seltener Krebserkrankungen. Die Studie RATIONALE wird standort-übergreifend vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) durchgeführt.

Nach Unterzeichnung der Bund-Länder-Vereinbarung arbeiten die sechs Standorte des NCT jetzt gemeinsam an innovativen Konzepten für klinische Studien und nutzen dabei vielfältige Synergien. Die sechs Standorte befinden sich in Berlin, Dresden, Heidelberg, Tübingen-Stuttgart/Ulm (Süd/West), Würzburg/Erlangen/Regensburg/Augsburg (WERA) und Essen/Köln (West).

RATIONALE ist die erste Standort-übergreifende Studie, in die bundesweit Patientinnen eingeschlossen werden. Die Studie soll den Beweis erbringen, dass sich die Prognose bei fortgeschrittenen seltenen Krebserkrankungen mit individuell maßgeschneiderten – auf Genom-, Epigenom- und Transkriptomanalysen basierenden – Therapien verbessern lässt. Man gehe von einer Verdopplung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zur Standardtherapie aus, erklärt Stefan Fröhling, Direktor am NCT Heidelberg und Leiter der Abteilung Translationale Medizinische Onkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Das NCT hat sich zum Ziel gesetzt, Innovationen in der Krebsforschung zügig in Studien zu überführen und anschließend im Rahmen der Routineversorgung für alle in Frage kommenden Patienten verfügbar zu machen. Mit Blick auf seltene Krebserkrankungen ist dieses Anliegen besonders dringlich, denn die korrekte Diagnose wird häufig erst spät gestellt, und es besteht ein Mangel an validen klinischen Therapiestudien. Hier besteht dringender Nachholbedarf, zumal wenn man bedenkt, dass alle seltenen Krebserkrankungen zusammen fast ein Viertel aller Krebsneudiagnosen in Europa ausmachen.

Patienten haben Studienkonzept mitgestaltet

In einem Zeitraum von drei Jahren sollen rund 750 erwachsene Patientinnen mit fortgeschrittenen seltenen Krebserkrankungen für die RATIONALE-Studie rekrutiert werden, wobei geplant ist, verschiedenen Krebsarten gemäß ihrer relativen Häufigkeit zu berücksichtigen. In einem interdisziplinären Tumorboard, dem Experten unterschiedlicher Fachbereiche der sechs NCT-Standorte angehören, werden alle rekrutierten Fälle diskutiert. Das Tumorboard empfiehlt für jeden Patienten eine auf die individuellen molekularen Tumormerkmale optimal zugeschnittene klinische Studie oder – falls keine derartige Studie existiert – eine Off-Label-Behandlung mit Arzneimitteln außerhalb der zugelassenen Indikationen.

In die Entwicklung des Studienkonzepts wurden auch Patient*innen eingebunden, um sicherzustellen, dass die Forschung ihren Bedürfnissen optimal gerecht wird. Dazu Markus Wartenberg, Sprecher des NCT-Patientenforschungsrats: „Patientinnen und Patienten mit seltenen Krebserkrankungen sind bisher zu kurz gekommen – sowohl was die Forschungsanstrengungen als auch was die Behandlungsmöglichkeiten angeht. Mit RATIONALE haben wir mit Beteiligung von Betroffenen eine Studie konzipiert, die die Patientensicht berücksichtigt und neue Perspektiven bietet.“

Quelle: Pressemitteilung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg vom 17.12.2024

Bilderquelle: © catalin – stock.adobe.com

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