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HPV-Impfung schützt zuverlässig vor Gebärmutterhalskrebs

Eine Person erhält eine HPV-Impfung in den Oberarm – wirksamer Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Quelle: © Hyttalo Souza, Unsplash

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Aktuelle Studien liefern den lang erwarteten Nachweis: Die HPV-Impfung senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich, besonders bei früh geimpften Mädchen. Nebenwirkungen treten vor allem mild und nur vorübergehend auf. Zudem profitieren auch Ungeimpfte durch einen Herdenschutz. Expertinnen und Experten bestätigen die hohe Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung.

Bei den Übersichtsarbeiten handelt es sich um sogenannte Cochrane-Reviews: Fachleute haben für ihre Erstellung weltweit zahlreiche Studien zur HPV-Impfung auf ihre Qualität geprüft und die Ergebnisse zusammengefasst. Cochrane-Reviews gelten international als besonders zuverlässig, weil sie nach strengen, transparenten Methoden erstellt werden und die Ersteller unabhängig von wirtschaftlichen Interessen sind. Schon länger bekannt ist, dass die HPV-Impfung Krebsvorstufen verhindert. Ob sich tatsächlich auch direkte Effekte auf Krebs feststellen lassen, wurde lange mit Spannung erwartet – und kann jetzt nach fast zehnjähriger Beobachtungszeit als bestätigt gelten.

Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Wichtigstes Ergebnis der einen Übersichtsarbeit: Die HPV-Impfung senkt das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Konkret zeigen die Daten aus Schweden, Schottland und Indien: Mädchen, die vor dem 16. Geburtstag geimpft wurden, hatten im Zeitraum von 10 bis 14 Jahren nach der Impfung ein deutlich niedrigeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs als die Nichtgeimpften. „Damit liegen die bislang umfassendsten und aktuellsten wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit der HPV-Impfung vor“, sagt Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Dieses Ergebnis erhält zusätzliche Unterstützung durch eine kürzlich in der Fachzeitschrift The Lancet Public Health veröffentlichte bevölkerungsbasierte Studie aus Schweden. Sie zeigt, dass in Altersgruppen mit hoher HPV-Durchimpfung auch bei ungeimpften Frauen deutlich seltener hochgradige Zellveränderungen am Gebärmutterhals auftreten. Dieses sogenannte Herdenschutz-Phänomen spricht dafür, dass die Impfung nicht nur individuell wirkt, sondern auch die Verbreitung der Viren in der Bevölkerung insgesamt verringert.

Nobila Ouédraogo von der Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ dazu: „Besonders wenn Mädchen früh geimpft werden, idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt, bietet die Impfung einen sehr starken Schutz, der die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs deutlich senkt. In einigen Einzelstudien wurden in der Gruppe der Geimpften sogar gar keine Krebsfälle beobachtet. Der starke vorbeugende Effekt gegen Gebärmutterhalskrebs zeigt, welches Potenzial HPV-Impfprogramme für die Krebsprävention insgesamt haben“, so Ouédraogo.

Gutes Sicherheitsprofil

Die zweite Übersichtsarbeit, basierend auf 60 randomisiert kontrollierten Studien mit insgesamt 157.414 Teilnehmenden, beleuchtete die Sicherheit der Impfstoffe. Das Ergebnis: Alle vier HPV-Impfstoffe schützen zuverlässig vor einer anhaltenden Infektion mit den vom jeweiligen Impfstoff abgedeckten HPV-Typen. Außerdem verringern sie die Zahl der Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen innerhalb eines Nachbeobachtungszeitraums von sieben Jahren. Ein weiteres Ergebnis, das das Vertrauen in die Impfung stärkt: Meist treten nur kurzfristig anhaltende und leichte Nebenwirkungen auf, wie etwa Schmerzen, Schwellungen oder Rötung an der Einstichstelle. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen traten nicht häufiger auf als nach einer Scheinimpfung – also nach der Injektion eines Placebos.

Hintergrund: Infektion häufig – Krebs nur selten

Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit Humanen Papillomviren (HPV). Zirka 40 der über 200 HPV-Typen werden hauptsächlich sexuell übertragen und befallen vor allem Schleimhaut und Haut des Genitalbereichs und Afters. Je nach Virustyp kann eine Infektion mit diesen Erregern Gewebeveränderungen auslösen, aus denen sich Krebs entwickeln kann. Aber: Nur selten entsteht ein bösartiger Tumor. 2006 wurde der erste HPV-Impfstoff zugelassen, der vor den wichtigsten Virustypen schützt. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung für Mädchen und Jungen zwischen neun und 14 Jahren. Bis zum 18. Geburtstag kann sie auf Kosten der Gesetzlichen Krankenkassen nachgeholt werden.

Quelle: Pressemitteilung Deutsches Krebsforschungszentrum

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