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HBV-induzierter Leberkrebs in neuem Licht

HBV-induzierter Leberkrebs in neuem Licht

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Erschienen in: onkologie heute

Das Hepatitis-B-Virus (HBV) zählt zu den Onkoviren mit gesicherter krebsauslösender Wirkung. Laut einer jetzt in Nature Communications publizierten Arbeit wirkt das Virus aber nicht unmittelbar onkogen, sondern verstärkt die Potenz anderer Kanzerogene.

Bisher ging man davon aus, dass der Einbau der HBV-DNA in das Genom infizierter Leberzellen Mutationen provoziert, die unmittelbar eine maligne Transformation bewirken. Das scheint nach der aktuellen Publikation aber nicht so zu sein. Forscher am Massachusetts General Hospital in Boston, USA, konnten an Nagetieren zeigen, dass die Infektion mit dem HBV per se keine prämalignen bzw. malignen Leberschäden induziert. Was jedoch passiert: Die Wirkung von chemischen Karzinogenen wie dem im Zigarettenrauch enthaltenen N-Nitrosodiethylamin (DEN) steigt, wenn Leberzellen mit HBV infiziert sind. HBV-infizierte Tiere erkrankten und starben nach Exposition gegenüber diesem Karzinogen deutlich häufiger an Leberkrebs.

Präventiver Effekt von Pitavastatin

Bei Transkriptionsanalysen fiel auf, dass es infolge HBV-Infektion zu einer gesteigerten Synthese von Zytokinen kommt. Offenbar verstärkt HBV die chronische Entzündung, die durch chemische Karzinogene ausgelöst wird, und fördert so die maligne Transformation der Leberzellen. Genetisch veränderte Knock-out-Mäuse, die kein Interleukin-33 produzieren können, erkrankten im Unterschied zu Wildtyp-Mäusen nicht an Leberkrebs, wenn sie gegenüber DEN exponiert wurden. IL-33 gehört zur IL-1-Superfamilie, einer Gruppe von Zytokinen, die eine wichtige Rolle bei Entzündungen und der Regulation des Immunsystems spielen

In einer früheren Studie hatte das Forscherteam herausgefunden, dass der Lipidsenker Pitavastatin die Bildung von IL-33 hemmen kann und deshalb geeignet scheint, der Entwicklung von Leberkrebs infolge HBV-Infektion vorzubeugen. Tatsächlich war am Tiermodell ein entsprechender Effekt nachweisbar. Und bei der Analyse von mehr als 200 Millionen Krankenakten ergab sich ein deutlich reduziertes Leberkrebsrisikos bei Menschen, die mit Pitavastatin behandelt worden waren. 

Originalpublikation: Huang M et al: Hepatitis B virus promotes liver cancer by modulating the immune response to environmental carcinogens. Nat Commun 2025; 16: 5360

Bilderquelle: © Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com

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