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Highlights vom SABCS 2024: Mammakarzinom

Bild eines Monitors mit Mammographie-Aufnahmen, die zur Brustkrebsfrüherkennung analysiert werden.

Highlights vom SABCS 2024: Mammakarzinom

Fachbeitrag

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

3 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Highlights auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) im Dezember waren unter anderem Ergebnisse zur CDK4/6-Inhibition in der Erhaltungstherapie beim fortgeschrittenen Mammakarzinom und neue Daten zum Einsatz des selektiven Östrogenrezeptor-Degrader Elacestrant als Mono- und Kombinationstherapie.

Neues zum frühen Mammakarzinom (eBC) Phase-II-Studien zur neoadjuvanten Therapie beim eBC

Beim SABCS wurden mit der Phase- II-Studie FASCINATE-N zum ersten Mal Daten zu einem HER2-gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) in der neoadjuvanten Therapie des HER2-positiven (HER2+) eBC präsentiert [1]. Dabei erwies sich SHR-A 1811 (Trastuzumab mit einer Payload aus einem Topoisomerase- I-Inhibitor) als Monotherapie effektiv und tolerabel. Die Hinzunahme des chinesischen Tyrosinkinaseinhibitors Pyrotinib hatte keinen zusätzlichen Effekt auf die Rate an pathologischen Komplettremissionen (pCR). In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Ergebnisse der dreiarmigen Phase-III-Studie DESTINY-Breast11, die das ADC Trastuzumab Deruxtecan (T-DXd) als neoadjuvante Therapie untersucht, derzeit noch ausstehend sind. Beim triple-positiven eBC (Hormonrezeptor- positiv [HR+], HER2+) vergleicht die TOUCH-Studie die neoadjuvante Therapie mit Palbociclib plus Letrozol mit Paclitaxel, beide in Kombination mit der dualen HER2-Blockade mit Trastuzumab und Pertuzumab bei postmenopausalen Patientinnen [2]. Diese Studie könnte eine potentielle Deeskalation der meist auf Chemotherapie beruhenden Therapie von triple-positiven Patientinnen ermöglichen. In der ersten Analyse erzielten beide Konzepte ähnliche pCR-Raten von 30 %, dabei war das Chemotherapie-freie Regime aber besser verträglich und wurde seltener abgebrochen. Eine Weiterentwicklung dieses Konzepts wäre wünschenswert.

Frühes TNBC: Atezolizumab zur neoadjuvanten Chemotherapie ohne Vorteil

Zur Therapie des triple-negativen eBC (TNBC) wurden aus der GBG-96- GeparDouze-Studie die Daten zum primären Endpunkt EFS vorgestellt [3]. Obwohl bereits eine Verbesserung der pCR-Rate von 6 % durch die Addition von Atezolizumab zur neoadjuvanten Chemotherapie gezeigt worden war, konnte der Checkpointinhibitor, der nach der OP auch adjuvant gegeben wurde, keine signifikante Verbesserung des EFS erzielen (Hazard Ratio [HR] 0,8; p = 0,08). Dies galt sowohl für pCRals auch für non-pCR-Patientinnen. Damit bleibt Pembrolizumab plus Chemotherapie der Standard beim frühen TNBC.

Operative Deeskalation: INSEMA-Studie

Zur Operation wurden beim SABCS mit der INSEMA-Studie praxisverändernde Daten aus Deutschland vorgestellt [4]. Die Nichtunterlegenheitsstudie mit über 5.000 Patientinnen untersuchte die Frage, ob bei Erkrankten mit eBC (cT1/2 [≤ 5 cm]) und klinisch unauffälligen Lymphknoten in der Axilla (cN0) auf die Entfernung des Wächterlymphknotens (SLN) verzichtet werden kann. In einer 1:4-Randomisierung wurde bei den mehrheitlich HR+ HER2– Patientinnen entweder auf die SLNEntfernung (SLNB) verzichtet oder eine SLNB durchgeführt. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von ca. 6 Jahren zeigte sich kein klinisch relevanter Unterschied beim Überleben ohne invasive Erkrankung (iDFS) bei hoher 5-Jahres-iDFSRate von jeweils über 91 %. Auch die 5-Jahres-Gesamtüberlebensraten waren mit 98,2 % ohne SLNB und 96,9 % mit SLNB sehr gut. Der Verzicht auf die SLNB zur Deeskalation der Therapie für cN0-Patientinnen ist möglich und sollte bei Erkrankten ≥ 50 Jahren mit HR+/ HER2– Subtyp, einem Primärtumor ≤ 2 cm und gutem Differenzierungsgrad (G1/2) umgesetzt werden.

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Bilderquelle: © Gorodenkoff Productions OU – stock.adobe.com

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