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Hirntumoren bei Kindern: Energiequellen im Fokus

Ärztin führt Ultraschalluntersuchung am Kopf eines lächelnden Kindes in der Klinik durch

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Hirntumoren bei Kindern: Energiequellen im Fokus

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Woher nehmen aggressive Hirntumoren bei Kindern ihre Energie – und kann man ihnen diese gezielt entziehen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der neuen Arbeitsgruppe von Dr. Sina Neyazi am Forschungsinstitut Kinderkrebs-Zentrum Hamburg. Seit Juli 2026 erforscht sie den Stoffwechsel pädiatrischer hochgradiger Gliome, um neue Therapieansätze zu entwickeln.

Pädiatrische hochgradige Gliome zählen zu den aggressivsten und am schwersten behandelbaren Krebserkrankungen im Kindesalter. Trotz wachsenden Verständnisses der molekularen Veränderungen dieser Tumoren gibt es bislang nur wenige wirksame Therapieoptionen. Viele klassische Behandlungsansätze helfen bei diesen Hirntumoren nur begrenzt oder gar nicht. Genau hier setzt Dr. Sina Neyazi an: Seit dem 1. Juli 2026 leitet sie am Forschungsinstitut Kinderkrebs-Zentrum Hamburg eine neue Arbeitsgruppe, die den Stoffwechsel dieser Tumoren systematisch untersucht. „Hirntumoren bei Kindern sind ein Bereich, in dem wir noch sehr viel erreichen müssen“, sagt Neyazi. „Mein Ziel ist es, diese aggressiven Tumoren besser zu verstehen – und daraus Grundlagen für wirksamere und individuellere Therapien zu entwickeln.“

Den Tumorzellen die Energie entziehen – drei Forschungsansätze

Krebszellen nutzen Nährstoffe und Stoffwechselwege anders als gesunde Zellen und sichern sich so die Energie für ihr schnelles Wachstum. Neyazis Arbeitsgruppe verfolgt drei eng miteinander verbundene Ansätze, um diese metabolischen Schwachstellen zu identifizieren. Zunächst wird eine Art Stoffwechsel-Landkarte der Tumoren erstellt: Welche Gene sind aktiv, welche Stoffwechselprodukte entstehen – und unterscheiden sich diese Muster bei verschiedenen Untergruppen? Im zweiten Schritt kommt die CRISPR-Technologie zum Einsatz, mit der einzelne Stoffwechselgene gezielt ausgeschaltet werden können, um potenzielle therapeutische Angriffspunkte zu identifizieren. Der dritte Ansatz ist besonders anwendungsnah: Neyazi testet, ob bereits zugelassene Wirkstoffe – etwa aus der Behandlung von Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – auch gegen Stoffwechselprozesse in Hirntumorzellen wirken könnten. „Die eine Therapie für alle wird es bei diesen Tumoren wahrscheinlich nicht geben“, sagt Neyazi. „Aber wenn wir besser verstehen, welche Stoffwechselwege ein Tumor wirklich braucht, können wir künftig gezielter nach passenden Behandlungsstrategien suchen.“

Klinische Erfahrung, internationale Expertise – und eine strategische Lücke geschlossen

Dr. Sina Neyazi bringt eine besondere Verbindung aus Klinik und Forschung mit: Als Kinderärztin in der Facharztweiterbildung mit Schwerpunkt pädiatrische Onkologie hat sie zunächst zu Leukämien geforscht und sich später auf Hirntumoren spezialisiert. Ihre grundlagenwissenschaftliche Ausbildung vertiefte sie während eines dreijährigen Forschungsaufenthalts am Dana-Farber Cancer Institute der Harvard University in Boston. Die neue Arbeitsgruppe entsteht in einem Umfeld, das auf pädiatrisch-onkologische Forschung spezialisiert ist und die enge Verbindung von Labor, Klinik und interdisziplinären Kooperationen fördert. Prof. Ulrich Schüller, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsinstituts, begrüßt den Zuwachs ausdrücklich: „Mit Dr. Neyazis Arbeitsgruppe stärken wir gezielt die translationale Forschung zu pädiatrischen Hirntumoren. Die Frage, wie diese Tumoren ihren Stoffwechsel nutzen, ist wissenschaftlich hochrelevant – und bisher am Kinderkrebs-Zentrum Hamburg noch nicht systematisch bearbeitet worden. Ich freue mich sehr, dass wir diese Lücke nun schließen.“

Quelle: Pressemitteilung des Forschungsinstitut Kinderkrebs-Zentrum Hamburg vom 16.07.2026

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