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Integrative Onkologische Medizin: Claudia Löffler erhält Professur

Person sitzt in einem grünen Kräutergarten und trägt einen dunkelblauen Blazer.

Integrative Onkologische Medizin: Claudia Löffler erhält Professur

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Onkologie

Komplementärmedizin

4 MIN

Erschienen in: onkologie heute

In der Integrativen Onkologie werden wissenschaftlich fundierte komplementäre Methoden wie Akupunktur und Sport gezielt mit dem onkologischen Behandlungsplan kombiniert und individuell darauf abgestimmt.

Claudia Löffler wollte schon immer sinnstiftend arbeiten. Sie studierte Humanmedizin an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg, und arbeitet seit 2009 in der Hämatoonkologie der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). Als frisch gebackene Ärztin stellte sie jedoch schnell fest, dass sie mit dem Handwerkszeug, das sie im Studium mitbekommen hatte, ihrem eigenen Anspruch an den Beruf der Onkologin noch nicht gerecht wurde. Viele Patient*innen wollten wissen, was sie selbst zum Behandlungserfolg beitragen können, welche Empfehlungen es gibt, um die Nebenwirkungen zu reduzieren und die Lebensqualität zu erhöhen. Damals hatte sie keine Antworten. Heute hat sie welche – passend zum Erkrankungsbild, zur Therapie und vor allem wissenschaftlich fundiert.

„Man muss sowohl in der Onkologie als auch in der Komplementärmedizin sattelfest sein, um beide Verfahren sinnvoll aufeinander abstimmen zu können“

Bereits im Jahr 2016 startete Claudia Löffler am Comprehensive Cancer Center Mainfranken (CCC MF) mit einer neuen Sprechstunde für komplementäre Onkologie und integrative Medizin (KOI). Inzwischen leitet sie ein multiprofessionelles Team, das aus einer Ernährungswissenschaftlerin, Sportwissenschaftlerinnen, einer Psychologin sowie integrativmedizinisch spezialisierten Pflegekräften besteht. Sie selbst hat die Zusatzbezeichnungen Palliativmedizin, Ernährungsmedizin, Naturheilverfahren und Sportmedizin sowie Qualifikationen in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) und Mindful Self-Compassion.

Doch was bedeuten die Begriffe „komplementär“ und „integrativ“ in der Krebstherapie, und wie verhalten sie sich zueinander? „Komplementär” steht für ergänzende Behandlungen, die zusätzlich zur konventionellen Medizin angewendet werden. Ob diese Verfahren wirksam und sicher sind, definiert dieser Begriff jedoch nicht. Diese Lücke schließt die Integrative Onkologie. Sie konzentriert sich auf die Linderung von Nebenwirkungen der Therapie oder Spätfolgen der Erkrankung und unterstützt Patient*innen dabei, einen gesunden Lebensstil zu etablieren. Löffler verdeutlicht: „Wir wählen dabei Konzepte aus, deren Wirksamkeit entweder durch Evidenz belegt ist oder die zumindest sicher in der Anwendung sind.“ Mit Akupunktur, Pflanzenheilkunde, Ernährungs- und Bewegungsprogrammen sowie Mind-Body-Verfahren lassen sich zahlreiche Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern. Sogar die Chancen, einen Rückfall zu verhindern, steigen.

„Integrativ“ steht nicht nur für die Sicherheit und Wirksamkeit der ausgewählten Methoden, sondern auch dafür, dass die Interventionen sowohl auf das jeweilige onkologische Konzept als auch auf die Patient*innen und ihre bzw. seine Ressourcen abgestimmt werden – im Sinne einer patienten- und ressourcenorientierten personalisierten Medizin. „Das heißt, man muss sowohl in der Onkologie als auch in der Komplementärmedizin sattelfest sein, um beide Verfahren sinnvoll aufeinander abstimmen zu können und Patient*innen die bestmögliche Therapiekombination für ihre individuelle Situation bieten zu können“, sagt Claudia Löffler.

Die Mutter eines Sohnes ist seit 2018 als Oberärztin im Interdisziplinären Onkologischen Tageszentrum (IOT) für die Versorgung von Krebspatient*innen zuständig. Das IOT ist eine interdisziplinäre Einrichtung der Medizinischen Klinik und Poliklinik II in Zusammenarbeit mit verschiedenen onkologischen Schwerpunkten anderer Kliniken innerhalb des CCC MF. Hier erhalten Krebspatient*innen neben ihrer medikamentösen Tumortherapie auch unterstützende Behandlungsmethoden.

„Die Professur ist ein wichtiges Signal dafür, dass Integrative Medizin nicht mehr als Randgebiet, sondern als wichtiger Teil einer modernen, patientenzentrierten Medizin angesehen wird“.

Im Oktober 2025 trat Claudia Löffler nun die neu geschaffene Professur für Integrative Onkologische Medizin an. Damit erhält ihre Arbeit, die systematische Kombination aus Onkologie und evidenzbasierten komplementären Methoden, den wissenschaftlichen Ritterschlag. „Die Professur ist ein wichtiges Signal dafür, dass Integrative Medizin nicht mehr als Randgebiet, sondern als wichtiger Teil einer modernen, patientenzentrierten Medizin angesehen wird. Die Professur signalisiert, dass es möglich und notwendig ist, ganzheitliche Medizin evidenzbasiert zu etablieren, die Wirksamkeit und Sicherheit der Verfahren in Studien weiter zu erforschen und das Potenzial auch der nächsten Generation in den Gesundheitsberufen frühestmöglich zu vermitteln. Das freut mich sehr“, sagt Claudia Löffler.

Quelle: Pressemitteilung vom Uniklinikum Würzburg vom 21. Oktober 2025






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