Onkologie » Lungenkarzinom » Allgemeine Aspekte

»

Lungenkrebsscreening: Risikostratifizierung durch Biomarker

Lungenkrebsscreening: Risikostratifizierung durch Biomarker

Fachbeitrag

Onkologie

Lungenkarzinom

Allgemeine Aspekte

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Die späte Diagnose ist mitverantwortlich für die hohe Sterblichkeit an einem Lungenkarzinom [1]. Die Notwendigkeit eines Früherkennungsprogramms von Lungenkarzinomen gilt daher als unumstritten. In mehreren klinischen Studien wurde durch eine Früherkennung basierend auf Niedrigdosis-CTs die krebsspezifische Mortalität und zumindest in einer Studie die Gesamtmortalität von Risikopersonen signifikant gesenkt [2, 3]. Das Stadium bei Erstdiagnose konnte dabei erfolgreich gesenkt werden. Der Start eines Screeningprogrammes in Deutschland ist für 2026 geplant.

In der S3-Leitlinie wird bereits für asymptomatische Risikopersonen auf den Nutzen eines strukturierten Lungenkarzinom-Früherkennungsprogramms mittels jährlicher Low-Dose-CT-Untersuchungen hingewiesen, wobei die genauen Rahmenbedingungen noch festzulegen sind [1]. Um ein Screeningprogramm möglich effizient zu gestalten, ist die Definition der zu untersuchenden Risikopersonen entscheidend. Bei (zu) geringem Risiko würde der potenzielle Schaden der Screeninguntersuchungen den möglichen Nutzen überwiegen. Aktuell werden Risikopersonen vor allem aufgrund des Alters und der Nikotinanamnese definiert [2, 3]. Grundsätzlich könnte eine bessere Auswahl von Risikopersonen die Effektivität des Screeningprogrammes verbessern. Dies betrifft sowohl den Ausschluss vermeintlich angenommener Hochrisiko-Personen, bei denen aufgrund anderer Faktoren dennoch kein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht, als auch die Berücksichtigung von Personen, die zwar ein erhöhtes Risiko haben aber mit den aktuell gültigen Auswahlkriterien nicht in das Screeningprogramm eingeschlossen werden. Zudem könnten auch die Screeningintervalle und die Bewertung von im CT detektierten Veränderungen besser individualisiert und Überdiagnostik reduziert werden.

Verfeinerte Risikomodelle

Neben Alter und Rauchverhalten können weitere, klinisch einfach zu erhebende Faktoren wie Komorbiditäten (beispielsweise COPD, Emphysem) oder familiäre oder persönliche Krebsgeschichte bedeutsam sein; diese sind aber aktuell nur ungenügend in die Risikoabschätzung eingearbeitet. Interessant ist der Faktor Geschlecht: In allen Studien zeigt sich, dass Frauen in besonderem Maße von einem Screeningprogramm zu profitieren scheinen.

Bilderquelle: © catalin – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Collage mit sechs jungen Forschenden in weissen Kitteln im Labor als Symbolbild fuer den von der Jose Carreras Leukaemie-Stiftung gefoerderten Forschungsnachwuchs

José Carreras Leukämie-Stiftung fördert vielfältig den Forschungsnachwuchs

Aktuelles

„Leukämie muss heilbar werden – immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Stifters José Carreras erreichen wir nur über Forschung“, erklärt Dr. Ulrike Serini, Geschäftsführerin der José Carreras Leukämie-Stiftung.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Gruppenfoto des Psychoonkologischen Dienstes am Universitaetsklinikum Regensburg mit zehn Mitarbeitenden vor roter Fassade zum Jubilaeum 25 Jahre psychoonkologische Unterstuetzung

25 Jahre psychoonkologische Unterstützung für Patienten und Angehörige

Aktuelles

Seit 25 Jahren unterstützt der Psychoonkologische Dienst des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) Patienten und ihre Angehörigen dabei, mit Ängsten, Sorgen und den Veränderungen durch die Erkrankung umzugehen. Was 2001 ursprünglich nur durch die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung und die Leukämiehilfe Ostbayern finanzierten Stelle begann, ist heute ein fester Bestandteil der onkologischen Versorgung am UKR.

Onkologie

Psychologie

Psychoonkologie

Beitrag lesen
Fluoreszenzaufnahme von Krebszellen in Organoiden mit blau und pink angefaerbten Zellkernen als Symbolbild fuer die Entwicklung neuer Wirkstoffkombinationen gegen Leberkrebs

Neue Wirkstoffkombinationen erleichtern die Therapie von Leberkrebs

Aktuelles

Die Therapie von Leberkrebs erweist sich als schwierig, da sich die Tumoren von Patent*innen stark unterscheiden. Forschende haben jetzt mit Organoide von Tumoren mehr als 1600 Wirkstoffe getestet und entwickeln daraus neue Wirkstoffkombinationen.

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Leberkarzinom

Beitrag lesen