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Nivolumab plus Ipilimumab übertrifft Chemotherapie bei MSI-H-Darmkrebs

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Nivolumab plus Ipilimumab übertrifft Chemotherapie bei MSI-H-Darmkrebs

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Erschienen in: onkologie heute

Die Behandlung von metastasiertem Darmkrebs mit Mikrosatelliteninstabilität stellt eine besondere Herausforderung dar. Eine neue Phase-3-Studie zeigt nun, dass die Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab das progressionsfreie Überleben dieser Patienten deutlich verlängert und gleichzeitig weniger Nebenwirkungen verursacht als die herkömmliche Chemotherapie.

Studienziel

Patienten mit metastasiertem Darmkrebs und Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) oder Mismatch-Repair-Defizienz (dMMR) sprechen schlecht auf Standardchemotherapien an und haben eine ungünstige Prognose. Frühere, nicht-randomisierte Studien zeigten bereits einen klinischen Nutzen der Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab bei dieser Patientengruppe. Die CheckMate 8HW-Studie untersuchte, ob die Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab im Vergleich zur Chemotherapie oder zur Nivolumab-Monotherapie das progressionsfreie Überleben bei Patienten mit MSI-H/dMMR-metastasiertem Darmkrebs verbessert.

Eingeschlossene Patienten

In die Studie wurden 303 Patienten mit nicht-resezierbarem oder metastasiertem Darmkrebs und MSI-H/dMMR-Status (nach lokaler Testung) eingeschlossen, die noch keine systemische Therapie für die metastasierte Erkrankung erhalten hatten. Von diesen hatten 255 Patienten einen zentral bestätigten MSI-H/dMMR-Status. Das mediane Alter lag bei 62 Jahren (21-86) in der Nivolumab-plus-Ipilimumab-Gruppe und bei 65 Jahren (26-87) in der Chemotherapie-Gruppe. Die Geschlechterverteilung war ausgewogen mit 47 % Männern in der Kombinationsgruppe und 45 % in der Chemotherapie-Gruppe. Etwa 38 % der Patienten in der Kombinationsgruppe und 42 % in der Chemotherapie-Gruppe hatten Lebermetastasen.

Studienarme

Die Patienten wurden im Verhältnis 2:2:1 randomisiert und erhielten entweder Nivolumab plus Ipilimumab, Nivolumab allein oder eine Chemotherapie mit oder ohne zielgerichtete Therapien. In der Kombinationsgruppe erhielten die Patienten Nivolumab (240 mg) plus Ipilimumab (1 mg/kg Körpergewicht) intravenös alle 3 Wochen für die ersten 12 Wochen, gefolgt von Nivolumab (480 mg) als Monotherapie alle 4 Wochen. Teilnehmer des Nivolumab-Arms erhielten 240 mg Nivolumab alle 2 Wochen für die ersten 12 Woche, anschließend alle 4 Wochen 480 mg Nivolumab. Die Chemotherapie-Gruppe erhielt FOLFOX6 oder FOLFIRI mit oder ohne Bevacizumab oder Cetuximab. Teilnehmer mit höchstens einer Therapie wegen metastasierter Erkrankung wurden auf alle 3 Arme randomisiert, Teilnehmer mit mehr als zwei Therapien wegen metasierter Erkrankung wurden auf den Kombinations- oder Nivolumab-Arm randomisiert. Es handelte sich um eine offene Phase-3-Studie mit dem primären Endpunkt des progressionsfreien Überlebens, das durch verblindete Überprüfung nach RECIST v1.1-Kriterien bestimmt wurde.

Studienergebnisse

Bei einem medianen Follow-up von 31,5 Monaten war das progressionsfreie Überleben in der Nivolumab-plus-Ipilimumab-Gruppe signifikant besser als in der Chemotherapie-Gruppe (p<0,001). Das progressionsfreie Überleben nach 24 Monaten betrug 72% (95%-KI: 64-79) mit Nivolumab plus Ipilimumab im Vergleich zu nur 14 % (95%-KI: 6-25) mit Chemotherapie.
Die mittlere beschränkte Überlebenszeit nach 24 Monaten war in der Kombinationsgruppe um 10,6 Monate (95%-KI: 8,4-12,9) länger als in der Chemotherapie-Gruppe. In vordefinierten Subgruppenanalysen zeigte sich ein konsistenter Vorteil für das progressionsfreie Überleben unter Nivolumab plus Ipilimumab gegenüber der Chemotherapie in allen Subgruppen, einschließlich Patienten mit RAS- oder BRAF-Mutationen, Leber-, Lungen- oder Peritonealmetastasen und Lynch-Syndrom. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 oder 4 traten bei 23 % der Patienten in der Nivolumab-plus-Ipilimumab-Gruppe und bei 48 % der Patienten in der Chemotherapie-Gruppe auf.
Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse, die zum Absetzen einer Therapiekomponente führten, wurden bei 16 % der Patienten in der Kombinationsgruppe und bei 32% in der Chemotherapie-Gruppe beobachtet. In der Kombinationsgruppe wurden zwei behandlungsbedingte Todesfälle berichtet (einer durch Myokarditis und einer durch Pneumonitis). Die gesundheitsbezogene Lebensqualität verbesserte sich ab Woche 13 in der Nivolumab-plus-Ipilimumab-Gruppe über den vordefinierten Schwellenwert hinaus, während sie in der Chemotherapie-Gruppe bis Woche 29 stabil blieb und dann abnahm.

Schlussfolgerungen

Die Autoren schlussfolgern, dass das progressionsfreie Überleben mit Nivolumab plus Ipilimumab länger war als mit Chemotherapie bei Patienten mit MSI-H/dMMR-metastasiertem Darmkrebs, die zuvor keine systemische Therapie für die metastasierte Erkrankung erhalten hatten. Die Ergebnisse unterstützen den Einsatz von Nivolumab plus Ipilimumab bei MSI-H/dMMR-metastasiertem Darmkrebs.

Schwächen der Studie

Die Studie weist einige Limitationen auf. Erstens handelte es sich um eine offene Studie, obwohl der primäre Endpunkt durch verblindete Überprüfung bestimmt wurde.
Zweitens waren die Patientenzahlen in einigen vordefinierten Subgruppen gering, was die Interpretation der Daten einschränkt; bei 28 % der Patienten war der RAS-Mutationsstatus nicht verfügbar. Drittens waren schwarze Patienten unterrepräsentiert, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf diese wichtige Subgruppe beeinträchtigt. Viertens sollte bei der Bewertung der Lebensqualitätsergebnisse berücksichtigt werden, dass in der Chemotherapie-Gruppe ein geringerer Prozentsatz der Patienten die Fragebögen ausfüllte und die Gruppe insgesamt kleiner war.

Zusammenfassung

Die CheckMate 8HW-Studie zeigt, dass die Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab bei Patienten mit MSI-H/dMMR-metastasiertem Darmkrebs zu einem signifikant längeren progressionsfreien Überleben führt als die Standardchemotherapie. Nach 24 Monaten waren noch 72 % der Patienten in der Kombinationsgruppe progressionsfrei, verglichen mit nur 14 % in der Chemotherapie-Gruppe. Dieser Vorteil zeigte sich konsistent in allen Subgruppen. Zudem war die Kombinationstherapie mit weniger schweren Nebenwirkungen verbunden und führte zu einer besseren Lebensqualität. Diese Ergebnisse unterstützen den Einsatz von Nivolumab plus Ipilimumab als neue Erstlinientherapie bei dieser Patientengruppe.

Originalpubliktion: André T, Elez E, Van Cutsem E et al. Nivolumab plus Ipilimumab in Microsatellite-Instability–High Metastatic Colorectal Cancer. New England Journal of Medicine. 2024; 391(21): 2014-2026

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Bilderquelle: © peterschreiber.media – stock.adobe.com

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