Onkologie » Gastrointestinale Tumoren » Pankreaskarzinom

»

Pankreaskrebs: Spezielle Diät kann Erfolg der Chemotherapie beeinflussen

3D-Illustration der inneren Anatomie des menschlichen Torsos mit bunt hervorgehobener Bauchspeicheldrüse (Pankreas).

Pankreaskrebs: Spezielle Diät kann Erfolg der Chemotherapie beeinflussen

Aktuelles

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Pankreaskarzinom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben in einer Studie einen Zusammenhang zwischen der Wirkung der Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und Stoffwechselprodukten im Darm festgestellt. Die Metaboliten sind Substanzen, die als Zwischenstufen oder Abbauprodukte von Stoffwechselvorgängen entstehen. In präklinischen Modellen konnte die interdisziplinäre Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Nicola Gagliani, l. Medizinische Klinik und Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie des UKE, die Konzentration dieser Metaboliten und damit den Effekt der Chemotherapie durch Veränderung der Ernährung beeinflussen. Zentral ist dabei die Gabe der Aminosäure Tryptophan als Ausgangsprodukt der Metaboliten. Ihre Forschungsergebnisse haben die Wissenschaftler im Fachjournal Nature veröffentlicht.

„Zusammenfassend deuten die Daten darauf hin, dass die Ernährung in Kombination mit einer spezifischen Zusammensetzung der Darmbakterien einen wichtigen Einfluss auf den Effekt einer Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs haben kann“, sagt Prof. Dr. Samuel Huber, I. Medizinische Klinik und Poliklinik des UKE. „Diese Daten bilden die Grundlage für eine neue Forschungsausrichtung in der Behandlung von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs. Allerdings sind weitere Studien essenziell, bevor die Ergebnisse in die klinische Praxis übertragen werden könnten“, ergänzt Erstautor Dr. Joseph Tintelnot, II. Medizinische Klinik und Poliklinik des UKE. Eine Chemotherapie ist zentraler Bestandteil in der Behandlung von Patienten mit Bauchspeicheldrüsentumoren. Allerdings sprechen nicht alle dieser Tumoren gleichermaßen auf eine solche Behandlung an. Die Ursache hierfür ist bislang nicht vollständig geklärt. Die Erforschung individueller Vorhersageparameter für die Wirksamkeit einer Krebstherapie ist ein zentrales übergeordnetes Forschungsthema am Universitären Cancer Center Hamburg (UCCH) des UKE.

Originalpublikation: Tintelnot J et al. Microbiota-derived 3-IAA influences chemotherapy efficacy in pancreatic cancer. Nature 2023; 615(7950): 168–74

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Bilderquelle: © Matthieu – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Aerztin in Schutzkleidung und FFP2-Maske verabreicht einem jungen Patienten im Krankenhausbett eine Infusion mit genveraenderten Stammzellen

Erstmals erfolgreiche Behandlung mit CRISPR-Therapeutikum

Aktuelles

Der 19-jährige Mohammad ist der erste Patient mit Beta-Thalassämie, der im Zuge der Standardtherapie das auf der Genschere CRISPR basierende Medikament Exagamglogene Autotemcel erhalten hat. Das Medikament ist das erste zugelassene CRISPR-Therapeutikum.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen
Nahaufnahme eines schwarzen T-Shirts mit einer rosa Schleife auf der Brust einer Frau.

Brustkrebsmonat 2026: Bessere Behandlung und Versorgung

Aktuelles

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Die Versorgungsforschung wandelt sich durch neue Erkenntnisse und therapeutische Möglichkeiten dabei stetig.

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

Beitrag lesen
Forschungsteam aus sechs Personen steht im Freien vor einem Klinikgebaeude und laechelt in die Kamera, Symbolbild fuer eine Studie zum Einfluss des Darmmikrobioms auf die CAR-T-Zelltherapie

Darmbakterien beeinflussen die Krebstherapie mit CAR-T-Zellen

Aktuelles

Nicht alle Tumore sprechen gleich auf die CAR-T-Zelltherapie an. Eine Studie zeigt jetzt, dass vor allem die Stoffwechselprodukte des Darmmikobioms die Krebstherapie fördern oder hemmen können.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen