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Patientenpräferenzen in der Bewegungstherapie

Älterer Patient bei Physiotherapie-Übung mit grünem Widerstandsband unter Anleitung eines Therapeuten

Quelle: © wutzkoh – stock.adobe.com

Patientenpräferenzen in der Bewegungstherapie

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Studien zeigen, dass körperliche Bewegung die Symptome während einer Krebstherapie lindern kann. Suzan Botzenhardt, Essen, stellte eine Studie zu Bewegungspräferenzen bei Krebspatient*innen vor, die das Ziel hatte, patientenzentrierte Empfehlungen für Bewegungsinterventionen in der Krebsbehandlung abzuleiten.

In der vorgestellten prospektiven Beobachtungsstudie am westdeutschen Tumorzentrum, Essen, wurden bei 571 Patient*innen unter laufender Krebstherapie folgende Parameter abgefragt:

  • Erhebung des körperlichen Aktivitätsverhaltens vor und nach der Diagnose mittels standardisiertem Fragebogen
  • Erfassung der selbst eingeschätzten Belastbarkeit sowie körperlicher und mentaler Erschöpfung
  • Abfrage von Bewegungsbedarfen, Barrieren und Präferernzen zu Trainingsformaten und -inhalten
  • Identifikation von alters-, geschlechts- und diagnoseabhängigen Unterschieden

Anhand dieser Ergebnisse leiteten die Forschenden Ansatzpunkte zur patientenzentrierten Integration von Bewegung in die onkologische Regelversorgung ab.

Körperliche Aktivität reduziert sich nach Diagnose stark

Es zeigte sich, dass die MVPA (moderate-to-vigorous physical activity) nach der Krebsdiagnose signifikant abnahm: von 211,8 auf 80 Minuten pro Woche. Die moderaten bis anstrengenden Aktivitäten, die vor der Diagnose angegeben wurden, wurden zudem meist nicht durch leichtere Aktivitäten nach der Diagnosestellungen kompensiert.

Es zeigte sich außerdem, dass eine subjektive Resilienz und Erschöpfung als Prädiktoren körperlicher Aktivität dienten. Eine geringere Resilienz und höhere Erschöpfung waren mit einer niedrigeren MVPA assoziiert.

Hoher Bedarf an strukturierten Bewegungsinterventionen

64,8% der Teilnehmenden äußerten einen Bedarf an Bewegungs- beziehungsweise Trainingsinterventionen. Der Bedarf war dabei vor allem bei den jüngeren Teilnehmenden höher. Als bevorzugte Trainingsformarte wurden heimbasiertes Training und Gruppentraining angegeben, während digitale Angebote selten präferiert wurden, insbesondere von älteren Teilnehmenden. Die Patient*innen bevorzugten darüber hinaus Mobilitätstraining, Kraft- und Ausdauertraining sowie Entspannungsübungen.

Das Interesse an Bewegungstherapien war insgesamt hoch (68,1 %), wobei Frauen eine größere Präferenz für Gruppen- und Heimtrainingsformate zeigten, während ältere Männer eine geringere Bereitschaft zeigten und individuelle Ansätze bevorzugten. Das größte Interesse an Therapien wurde von Patienten*innen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs (92,3 %) und Lungenkrebs (75 %) angegeben.

Personalisierte Bewegungstherapie notwendig

Wichtig sei deshalb die Bewegungstherapie zu personalisieren. Die Symptome der Patient*innen sowie deren Präferenzen im Bezug auf die Bewegungstherapie müssen berücksichtigt werden und strukturelle Hürde überwunden werden. Die Bereitschaft an einen bestimmten Trainingsort zu kommen, nahm ab, je größer die Distanz dorthin war. Deshalb seien auch wohnortnahe oder häusliche Angebote wichtig.

Quelle: Botzenhardt, Suzan. „Exploring exercise preferences and needs of cancer patients to enhance exercise implementation into standard care.” Vortrag im Rahmen der Sitzung “Best-of-Abstracts I: GI-Tumoren/Sport und Bewegung“ auf dem deutschen Krebskongress 2026

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