Onkologie » Hämatologie

»

PNH: Oraler, selektiver Komplementfaktor-B-Inhibitor Iptacopan erhöht signifikant Hb-Wert bei guter Verträglichkeit

PNH: Oraler, selektiver Komplementfaktor-B-Inhibitor Iptacopan erhöht signifikant Hb-Wert bei guter Verträglichkeit

Aktuelles

Onkologie

Hämatologie

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Intravenös verabreichte monoklonale Anti-C5-Antikörper (Eculizumab [ECU]/Ravulizumab [RAV]) gelten als die Standardtherapie (SoC) zur Behandlung der hämolytischen paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH). Allerdings weisen bis zu 60 % der Betroffenen eine klinisch bedeutsame Restanämie auf, die auf eine C3-vermittelte extravaskuläre Hämolyse zurückzuführen ist.

Iptacopan ist der erste Vertreter der oralen, selektiven Komplementfaktor-B-Inhibitoren und zeigte in zwei Phase-II-Studien mit Anti-C5-behandelten und -naiven PNH-Patienten eine vielversprechende Sicherheit und Wirksamkeit.

Peffault De Latour et al. berichteten über primäre Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten aus dem 24-wöchigen randomisierten Behandlungszeitraum der zulassungsrelevanten multizentrischen Phase-III-Studie APPLY-PNH (NCT04558918; Datenschluss 26.09.22). 

Eingeschlossen waren 97 erwachsene PNH-Patienten (mittleres Alter 51 Jahre, 69,1 % Frauen) mit einem mittleren Hämoglobin (Hb)-Wert < 10 g/dl, die seit mindestens sechs Monaten eine stabile SoC-Therapie (ECU/RAV) erhielten und entweder mit einer Iptacopan-Monotherapie (2 x 200 mg täglich; n = 62) behandelt wurden oder die SoC-Behandlung über 24 Wochen fortsetzten (n = 35). Die Randomisierung erfolgte stratifiziert nach vorheriger SoC-Therapie und Erythrozyten-Transfusionen (RBCTs) in den vorangegangenen sechs Monaten. Als koprimäre  Endpunkte galt der Anteil von Patienten mit einem Hb-Anstieg von ≥ 2 g/dl bzw. ≥ 12 g/dl versus Ausgangswert jeweils ohne RBCT.

Oral verabreichtes Iptacopan führte bei einer signifikanten Mehrheit der Patienten zu einer klinisch bedeutsamen Erhöhung des Hb-Wertes und zu einem Hb-Wert von ≥ 12 g/dl (beide p < 0,0001), indem die extravaskuläre Hämolyse beseitigt und die intravaskuläre Hämolyse unter Kontrolle gehalten wurden. Diese hämatologischen Vorteile waren bei fast allen Patienten mit Transfusionsunabhängigkeit und klinisch bedeutsamen Verbesserungen der Müdigkeit verbunden. Die Iptacopan-Monotherapie war gut verträglich und wies ein günstiges Sicherheitsprofil auf.

Nach Fazit der Autoren könnte sich die Monotherapie mit Iptacopan zu einer praxisverändernden und bevorzugten oralen Behandlung für diejenigen PNH-Patienten entwickeln, die auf eine intravenöse Anti-C5-SoC-Therapie nur unzureichend ansprechen.

Quelle: 64th ASH Annual Meeting and Exposition, Peffault De Latour R et al. „Oral Monotherapy with Iptacopan, a Proximal  Complement Inhibitor of Factor B, Has Superior Efficacy to Intravenous  Terminal Complement Inhibition with Standard of Care Eculizumab or  Ravulizumab and Favorable Safety in Patients with Paroxysmal Nocturnal  Hemoglobinuria and Residual Anemia: Results from the Randomized, Active-Comparator-Controlled, Open-Label, Multicenter, Phase III  Apply-PNH Study“. Abstract #LBA2

 

Bilderquelle: © KILO LUX – stock-adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Aerztin in Schutzkleidung und FFP2-Maske verabreicht einem jungen Patienten im Krankenhausbett eine Infusion mit genveraenderten Stammzellen

Erstmals erfolgreiche Behandlung mit CRISPR-Therapeutikum

Aktuelles

Der 19-jährige Mohammad ist der erste Patient mit Beta-Thalassämie, der im Zuge der Standardtherapie das auf der Genschere CRISPR basierende Medikament Exagamglogene Autotemcel erhalten hat. Das Medikament ist das erste zugelassene CRISPR-Therapeutikum.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen
Nahaufnahme eines schwarzen T-Shirts mit einer rosa Schleife auf der Brust einer Frau.

Brustkrebsmonat 2026: Bessere Behandlung und Versorgung

Aktuelles

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Die Versorgungsforschung wandelt sich durch neue Erkenntnisse und therapeutische Möglichkeiten dabei stetig.

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

Beitrag lesen
Forschungsteam aus sechs Personen steht im Freien vor einem Klinikgebaeude und laechelt in die Kamera, Symbolbild fuer eine Studie zum Einfluss des Darmmikrobioms auf die CAR-T-Zelltherapie

Darmbakterien beeinflussen die Krebstherapie mit CAR-T-Zellen

Aktuelles

Nicht alle Tumore sprechen gleich auf die CAR-T-Zelltherapie an. Eine Studie zeigt jetzt, dass vor allem die Stoffwechselprodukte des Darmmikobioms die Krebstherapie fördern oder hemmen können.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen