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Primäres mediastinales B-Lymphom (PMBL): Einfacher und praktikabler Prognosescore erlaubt Vorhersage für frühes Therapieversagen

Primäres mediastinales B-Lymphom (PMBL): Einfacher und praktikabler Prognosescore erlaubt Vorhersage für frühes Therapieversagen

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Erschienen in: onkologie heute

Das primäre mediastinale B-Lymphom (PMBL) ist eine seltene und aggressive hämato-onkologische Erkrankung, die meist bei jungen Frauen auftritt und hauptsächlich im Mediastinum lokalisiert ist. Obwohl die Kombination aus Anthrazyklin- und Rituximab-Immunchemotherapie und PET-gesteuerter Konsolidierungsbestrahlung zu einer hohen Heilungsrate führt, zeigen etwa 10 % bis 20 % der Betroffenen eine Refraktärität oder ein frühzeitiges Versagen der Erstlinienbehandlung mit einer raschen klinischen Verschlechterung und einer schlechten Prognose. Diese Patient:innen könnten, rechtzeitig erkannt, von einer frühzeitigen Umstellung der Behandlung profitieren.

Daher entwickelte eine Arbeitsgruppe innerhalb der italienischen Lymphom-Studiengruppe (Fondazione Italiana Linfomi; FIL) einen klinischen Score, mit dem sich das Risiko eines frühzeitigen Versagens einer Anthrazyklin-Rituximab-basierten Chemoimmuntherapie im klinischen Alltagssetting abschätzen lässt. Dieser FIL-Score wurde in einer retrospektiven Kohortenstudie mit einer unselektierten Population von 931 erwachsenen PMBL-Patient:innen untersucht. Alle Betroffenen erhielten eine Behandlung mit Rituximab plus CHOP21 (n = 98), CHOP14 (n = 181), megaCHOP (n = 31), MACOPB (n = 225), VACOPB (n = 179) oder DAEPOCH (n = 179). Ein frühes Therapieversagen war als Rückfall oder Fortschreiten innerhalb von 365 Tagen nach Behandlungsbeginn definiert.

Gemäß der beschriebenen Kriterien wurden 12,5 % der Patient:innen als Frühversager identifiziert. Dabei waren vier Faktoren für den prognostischen Score entscheidend:

  • Systemische B-Symptome
  • Großvolumiger Mediastinaltumor > 10 cm
  • Ann-Arbor-Stadien II sowie III–IV
  • Anzahl der extranodalen Lokalisationen ≥ 2

Anhand der Häufigkeit des frühen Therapieversagens (EF) wurde der Score in drei Klassen eingeteilt:

  • Niedrig (0–1): n = 216; EF-Inzidenz 3,7 %
  • Mittel (2–3): n = 408; EF-Inzidenz 11,8 %
  • Hoch (> 4); n = 122; EF-Inzidenz 30,8 %

Nach 24 Monaten lagen die Überlebensraten ohne EF bei 63,7 % der Patient:innen mit hohem FIL-Score, bei 87 % mit mittlerem und bei 95,4 % mit niedrigem FIL-Score.

Nach dem Fazit der Autor:innen konnte auf der Grundlage dieser großen retrospektiven PMBL-Fallserie der einfache und praktikable FIL-Prognosescore entwickelt werden, der die Patient:innen in drei eindeutig abgegrenzte Gruppen mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit für ein frühes Therapieversagen einteilt. Da die Studie als retrospektive Analyse potenziell Verzerrungen aufweist, sollten diese Ergebnisse in externen Patient:innenserien validiert werden. Wenn sich die Vorhersagekraft bestätigt, könnte der Score ein wertvolles Instrument für die Behandlungsplanung, die Interpretation und den Vergleich klinischer Studien sein.

Dr. Katrina Recker

Quelle: Iannitto E et al. Description of a Clinical Score to Identify PMBL Patients at High Risk of Early-Failure after Rituximab Doxorubicin Back-Bone Chemoimmunotherapy. a FIL Real-World Study. ASH-Jahreskongress 2023 vom 9.–12. Dezember 2023, San Diego; Abstract #986

Bilderquelle: © hafakot – stock.adobe.com

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