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Prof. Dr. Markus W. Büchler mit Jacob-Henle-Medaille ausgezeichnet

Prof. Dr. Markus W. Büchler mit Jacob-Henle-Medaille ausgezeichnet

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Erschienen in: onkologie heute

Der Heidelberger Chirurg Prof. Dr. Markus W. Büchler erhält höchste Auszeichnung der Medizinischen Fakultät an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) für sein Lebenswerk auf dem Gebiet der Bauchspeicheldrüsenkrebsforschung und -chirurgie. Der Preis wird für herausragende, medizinisch bedeutende wissenschaftliche Leistungen vergeben. Die feierliche Verleihung der Jacob-Henle-Medaille 2023 fand am Freitag, 15. September 2023, in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz in Göttingen statt.

Der Heidelberger Chirurg Prof. Dr. Markus W. Büchler erhält die Jacob-Henle-Medaille 2023, die höchste Auszeichnung der Medizinischen Fakultät an der Universitätsmedizin Göttingen. Die Preisverleihung fand statt am Freitagnachmittag, dem 15. September 2023, im Adam-von-Trott-Saal der Alten Mensa am Wilhelmsplatz in Göttingen. Prof. Büchler erhält den Preis als Anerkennung für seine herausragende Leistung auf dem Gebiet der Bauchspeicheldrüsenkrebsforschung und -chirurgie. Er zählt zu den national und international prägenden chirurgischen Persönlichkeiten in der operativen Therapie des Bauchspeicheldrüsenkrebses und weist neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dieser Erkrankung auch eine ausgeprägte klinische Studienaktivität auf. Diese Studien wurden in hochkarätigen wissenschaftlichen Fachzeitschriften wie dem „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Er ist der meist zitierte Chirurg in seinem Fachgebiet und war der erste und bisher einzige Chirurg, der einen Sonderforschungsbereich sowie eine Forschungsgruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft initiieren konnte. Dies sind Förderprogramme mit langfristiger Forschungsperspektive, in denen Wissenschaftler*innen fächerübergreifend zusammenarbeiten.

Prof. Dr. Jürgen Wienands, Forschungsdekan der Medizinischen Fakultät an der Universitätsmedizin Göttingen, begrüßte die Teilnehmenden zu Beginn der Veranstaltung. Prof. Dr. Michael Ghadimi, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG, würdigte den Preisträger in seiner Laudatio: „Er ist einer der national und international prägendsten Chirurgen der letzten 20 Jahre. Seine internationale Sichtbarkeit ist herausragend. Prof. Büchler ist ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Bauchspeicheldrüsenkrebsforschung und erfahrener Chirurg dieser schwer zu behandelnden Krebserkrankung. Dieser Schwerpunkt im Bereich des Bauchspeicheldrüsenkrebses stellt zudem eine enge Verbindung zur Medizinischen Fakultät an der Universitätsmedizin Göttingen dar. Daher freut es uns ganz besonders, dass Prof. Büchler die diesjährige Auszeichnung erhält.“ Anschließend referierte Prof. Dr. Markus W. Büchler in seinem Festvortrag „Akademische Chirurgie: Faszinierende Verantwortung“ über die Bedeutung dieses medizinischen Fachs in der akademischen Welt: „Die Chirurgie ist mehr als ein Handwerk. Sie ist Fleiß, Konsequenz und Nachhaltigkeit. Konstruktiver Widerspruch und eine kritische Selbstreflexion sind notwendig, manchmal unangenehm, bilden aber den Schlüssel für eine erfolgreiche Veränderung. Nur so und mit einem wachen Blick auf die Entwicklung des chirurgischen Nachwuchses kann sich die Chirurgie erfolgreich weiterentwickeln und können Innovationen im wissenschaftlichen Wettbewerb auf den Weg gebracht werden, ohne dabei die wichtige Tradition und Konvention in der Chirurgie zu vernachlässigen.“

Forschungsdekan Prof. Wienands überreichte anschließend die Medaille und beglückwünschte den diesjährigen Preisträger.

DER PREISTRÄGER DER JACOB-HENLE-MEDAILLE

Prof. Dr. Markus W. Büchler ist einer der weltweit führenden Bauchspeicheldrüsenkrebsforscher und -chirurgen. Er hat über Jahrzehnte dieses wichtige Feld der Chirurgie maßgeblich geprägt und eine Vielzahl bahnbrechender Erkenntnisse und wegweisender Weiterentwicklungen initiiert und zum Erfolg geführt.

In Forschungsprojekten arbeitet er an neuen chirurgischen Methoden. Er entwickelt technische Systeme, die Operationsdaten verknüpfen und die*den Chirurg*in bei ihren*seinen Entscheidungen unterstützten sollen. Prof. Büchler möchte damit die Chirurgie sicherer machen. Die Daten sollen außerdem dazu beitragen, dass für jede*n Patient*in eine ideale Therapie gefunden werden kann.

Die Bauchspeicheldrüse sorgt dafür, dass die Nahrung aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden kann, steuert die Blutzuckerregulation und neutralisiert die Magensäure. Prof. Büchler erforscht Ursachen und Grundlagen von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, zum Beispiel Bauchspeicheldrüsenkrebs, -entzündungen und zystische Veränderungen. Die Bauchspeicheldrüsenchirurgie ist eine besondere Herausforderung, da diese Eingriffe als besonders riskant gelten. Die aggressiven Verdauungssäfte in der Drüse dürfen nicht austreten, da sie auch körperei-genes Gewebe verdauen könnten. Diese Operationen haben in vielen Fällen Auswirkungen auf das Ernährungsverhalten und die Verdauung.

Im Weiteren hat er das Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in Heidelberg gegründet und damit maßgeblich eine Reihe von international führen-den Studien auf den Weg gebracht. Er war Mitgründer europäischer Netzwerke, deren Ergebnisse bis in das „New England Journal of Medicine“ publiziert worden sind. Büchler hat eine ganze Chirurg*innengeneration ausgebildet und geprägt.

Seit April 2023 ist er Direktor des „Bottom-Champalimaud Pancreatic Cancer Center“ in Lissabon, Portugal.

Die Jacob-Henle-Medaille wird von der Medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen seit 1988 jährlich für herausragende, medizinisch bedeuten-de wissenschaftliche Leistungen vergeben. Mit der Verleihung der Medaille erinnert die Medizinische Fakultät an den Göttinger Anatomen und Physiologen Friedrich Gustav Jacob Henle (1809 bis 1885). Jacob Henle lebte, forschte und lehrte ab 1852 als Direktor des Anatomischen Instituts in Göttingen und leistete einen entscheidenden Beitrag zur Anatomie, Histologie und Pathologie der Nebennierenrinde. Nach ihm wurde die „Henle Schleife“ benannt, ein spezieller Abschnitt im Tubulus-System der Niere (Röhrchensystem zur Harnaufbereitung).

Quelle: Universitätsmedizin Göttingen

Bilderquelle: © umg/spförtner

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