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Renommierter ERC Consolidator Grant geht zweimal nach Heidelberg

Renommierter ERC Consolidator Grant geht zweimal nach Heidelberg

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Erschienen in: onkologie heute

Ana Banito, Hopp Kindertumorzentrum Heidelberg / Deutsches Krebsforschungszentrum, und Aurélie Ernst, Deutsches Krebsforschungszentrum, wurde der ERC Consolidator Grant zuerkannt. Die prestigeträchtige, hochdotierte Forschungsförderung des European Research Council (ERC) soll herausragende junge Wissenschaftler*innen in der Etablierungsphase unterstützen.

Der ERC Consolidator Grant richtet sich an promovierte Wissenschaftler*innen, die dabei sind, sich mit einem eigenen Forschungsprojekt zu etablieren. Ana Banito erhält die mit zwei Millionen EUR dotierte Forschungsförderung für die Entwicklung neuer Therapieansätze für Sarkome im Kindesalter. Und Aurélie Ernst möchte mit Hilfe der ERC-Forschungsmittel herausfinden, wie auf molekularer Ebene aus Zellen mit instabilem Genom Krebs entsteht.

Welche Rolle spielen Fusionsproteine bei kindlichen Sarkomen?

Ana Banito forscht an Sarkomen, einer äußerst heterogenen Gruppe von Tumoren des Knochen- und Weichgewebes, die insbesondere Kinder betreffen. Immer noch fehlt es an wirksamen Behandlungsformen. Ein gemeinsames Merkmal kindlicher Sarkome ist ihre geringe Mutationslast. Häufig sind dagegen bei diesen Tumoren Umlagerungen im Erbgut zu finden, die zu tumorspezifischen krebstreibenden Fusionsproteinen führen.

Bei der Mehrzahl der Sarkome ist nicht bekannt, aus welchen Ursprungszellen sie entstehen. Ana Banitos Arbeitsgruppe hat kürzlich ein Modell entwickelt, das genutzt werden soll, um die Ursprungszellen pädiatrischer Sarkom-Subtypen zu identifizieren. Im zweiten Schritt wollen die Forscher:innen dann herausfinden, was diese Ursprungszellen für eine maligne Transformation anfällig macht. Der Fokus liegt dabei auf der Bedeutung der Fusionsproteine. Schlussendlich möchte Ana Benito die Frage beantworten, ob sich die Zellen möglicherweise zurück programmieren lassen.

Ana Banito studierte Biologie an der Universität Lissabon und wurde im Jahr 2011 im Bereich der Biowissenschaften am Imperial College London promoviert. Anschließend forschte sie als Postdoktorandin unter anderem am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York. Seit 2019 leitet Banito die Nachwuchsgruppe „Weichteilsarkome“, die am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum angesiedelt ist.

Wie fördert Chromosomeninstabilität die maligne Transformation?

Auch die Arbeit von Aurélie Ernst wurde vom ERC als Spitzenforschung eingestuft. Ernst untersucht das Phänomen der Chromosomeninstabilität, das gekennzeichnet ist durch eine hohe Rate von Veränderungen der Chromosomenzahl und -struktur. Dabei kann es zu Verlusten oder Verdopplung von Chromosomenabschnitte kommen, oder Bruchstücke werden falsch herum eingefügt. Chromosomeninstabilität ist mit aggressivem Tumorwachstum und einer schlechten Prognose assoziiert.

Aurélie Ernst geht von der Hypothese aus, dass eine beginnende Chromosomeninstabilität den Wendepunkt darstellt mit Blick auf die malige Transformation. Für ihr ERC-Projekt möchte sie Einzelzell-Analysen und räumlich aufgelöste Multi-Omik-Methoden verwenden, um den Weg von der normalen zur transformierten Zelle Schritt für Schritt nachzuvollziehen. Die Wissenschaftlerin will die Instabilitätsrate des menschlichen Genoms quantifizieren und verstehen, warum Zellen mit Chromosomeninstabilität selektiert werden. Ziel auch dieses Forschungsprojekts zur Chromosomeninstabiltät ist letztlich die Entwicklung innovativer Ansätze der Krebstherapie.

Aurélie Ernst studierte Biowissenschaften und Biochemie in Frankreich und den USA. Sie promovierte am DKFZ über die Entwicklung von Hirntumoren und absolvierte anschließend eine Postdoc-Ausbildung über neurale Stammzellen am Karolinska-Institut. Seit 2019 leitet sie die Nachwuchsgruppe „Genominstabilität in Tumoren“ am DKFZ.

Quelle: Pressemitteilung des Hopp-Kinderzentrums Heidelberg vom 3. Dezember 2024

Bilderquelle: © magele-picture – stock.adobe.com

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