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So war der Deutsche Kongress für Versorgungsforschung 2026

Gruenes Konferenz-Lanyard mit der Aufschrift DKVF.DE in Nahaufnahme, Symbolbild fuer den Deutschen Kongress fuer Versorgungsforschung

Quelle: © Jan Kulke / Kongress- und Kulturmanagement (KUKM)

So war der Deutsche Kongress für Versorgungsforschung 2026

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Versorgungsforschung

mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Der 25. Deutsche Kongress für Versorgungsforschung (DKVF) ist zu Ende gegangen. Auf dem Kongress des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF) diskutierten über 1000 Teilnehmende aktuelle Fragen und Methoden der Versorgungsforschung unter dem Leitthema „Menschen. Beziehungen. Organisationen. 25 Jahre gemeinsame Versorgungsforschung“.

Auf dem diesjährigen DKVF wurden Menschen, Beziehungen und Organisationen als zentrale Dimensionen der Gesundheitsversorgung und der Versorgungsforschung in den Mittelpunkt gestellt. Der Jubiläumskongress bot Gelegenheit, auf die Entwicklung des Fachs und seiner Community im vergangenen Vierteljahrhundert zurückzublicken – insbesondere aber, Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Zentrale Frage war wie Forschung, Versorgungspraxis und weitere Akteur*innen zusammenwirken können, um das unter wirtschaftlichem und demografischem Druck stehende Gesundheitssystem in Deutschland Patient*innen orientiert weiterzuentwickeln.

Kongresspräsidentin Prof. Dr. Lena Ansmann, Lehrstuhl für Medizinsoziologie an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln* „Der diesjährige Jubiläumskongress hat nicht nur die anhaltende Relevanz der Versorgungsforschung im Austausch über Fach- und Sektorengrenzen hinweg aufgezeigt. Vielmehr unterstreicht die erneut große Beteiligung, wie aktiv und engagiert Versorgungsforschende diesen Anspruch umsetzen.“ Kongresspräsidentin Prof. Dr. Nicole Ernstmann fügte an* „Der DKVF hat 2026 erneut zahlreiche Akteur*innen aus Wissenschaft, Versorgungspraxis, Politik und Gesellschaft zusammengebracht und schafft eine wichtige Grundlage für den weiteren bereichsübergreifenden Dialog. Dieser ist entscheidend dafür, dass die Versorgungsforschung die bevorstehenden Reformen im Gesundheitssystem evidenzbasiert unterstützen und begleiten kann.“

Aus Sicht des Vorsitzenden des DNVF, Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, geschäftsführender Direktor des Instituts für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald, war der DNVF-Workshop „Optimale Versorgung der Zukunft“ am ersten Kongresstag ein besonderer Höhepunkt des Jubiläumskongresses* „Gerade bei der Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung, die die gesamte Bevölkerung betrifft, ist eine klare Zielvorstellung wichtig. Methoden müssen auf ihre Nachhaltigkeit überprüft und darauf aufbauend konkrete Versorgungskonzepte für die Zukunft entwickelt werden. Dieser Anspruch wird an das DNVF gestellt – zu Recht!“

Vielfältiges Kongressprogramm

Das wissenschaftliche Programm umfasste unterschiedliche Veranstaltungsformate, darunter Plenarsitzungen, Vortrags- und Postersitzungen, Data-Café & Networking, Podiumsdiskussionen, einen Science Slam, Arbeits- und Fachgruppentreffen, eine Fotoausstellung, eine Masters Corner sowie einen Career Day für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein weiterer Schwerpunkt war der Kongresstag für Bürger*innen, Patient*innen und Vertreter*innen von Selbsthilfeorganisationen. Besonders hervorzuheben ist außerdem die internationale Ausrichtung des Kongresses. Das Programm umfasste in diesem Jahr eine große Auswahl an englischsprachigen Sessions. Ziel war es, den internationalen Austausch und das gemeinsame Lernen in der Gesundheitsdienstleistungsforschung zu fördern.

Zu den besonderen Programmpunkten gehörten die drei Plenarsitzungen des Kongresses, in denen Rückblick, aktueller Stand und Ideen für die Zukunft der Versorgungsforschung miteinander verbunden wurden. In der ersten Plenarsitzung zeichnete Prof. Dr. Holger Pfaff, Präsident des ersten DKVF, nach, wie der Deutsche Kongress für Versorgungsforschung ins Leben gerufen wurde und zur Handlungsfähigkeit der Fachcommunity beitrug. In der zweiten, international gestalteten Plenarsitzung gaben Ellen Smets, Amsterdam University Medical Center, und Mark Exworthy, University of Birmingham, Einblicke in die Herausforderung, die Bedürfnisse von Patient*innen und die organisatorischen Strukturen der Gesundheitsversorgung miteinander in Einklang zu bringen. Die dritte Plenarsitzung widmete sich wichtigen Zukunftsfragen der Versorgungsforschung. So präsentierte Charlotte M. Kugler von der Medizinischen Hochschule Brandenburg Analysen zur Geschlechtergerechtigkeit in der Versorgungsforschung. Lena Illert, Universitätsmedizin Göttingen, warf in ihrer Keynote einen Blick auf das Spannungsfeld zwischen Karrieren, Care-Arbeit und Chancengerechtigkeit in der Versorgung. Zum Abschluss referierte Sophie E. Groß, LVR-Institut für Forschung und Bildung Köln, zur Wirksamkeit von Genesungsbegleitung in der psychiatrischen Versorgung.

Verleihung bekannter und neuer Forschungspreise

Wie in den Vorjahren bot auch der DKVF 2026 einen festlichen Rahmen, um herausragende Beiträge aus der Versorgungsforschung auszuzeichnen. Am 23. September 2026 wurde der Wilfried-Lorenz-Versorgungsforschungspreis verliehen. Der Preis dient der Weiterentwicklung der Versorgungsforschung in Deutschland und wird in Erinnerung an das Ehrenmitglied des DNVF, Prof. Dr. Wilfried Lorenz (1939–2014), verliehen. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr die Arbeit „Epidemiology, survival, and treatment of acute myeloid and lymphoblastic leukaemia in Germany: a nationwide population-based registry analysis“ eines Teams um Dr. David Baden und Prof. Dr. Claudia D. Baldus.

Am 24. September 2026 wurde zum vierten Mal der Versorgungsforschungspreis Kinder- und Jugendliche verliehen. Die DNVF-Jury prämierte das Projekt „NEO-MILK – Strukturelle Stillförderung und Aufbau von Humanmilchbanken an neonatologischen Zentren“. Prof. Dr. Nadine Scholten nahm die Auszeichnung stellvertretend für die am Projekt beteiligten

Co-Autor*innen entgegen. Erstmals wurde 2026 der vom DNVF und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e. V. (ADT) ausgeschriebene Preis für Forschung mit versorgungsnahen Daten in der Onkologie verliehen. Die Projekte DigiNet (Steuerung personalisierter Lungenkrebstherapie durch digitale Vernetzung von Behandlungspartner/-innen und Patient/-innen) und VersKiK (Versorgung, Versorgungsbedarf und Versorgungsbedürfnisse von Personen nach einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter) teilen sich den Preis, auf den sich mehr als 30 Projekte beworben haben.

Durch den Einsatz eines „Applausometers“ konnten zudem Christian Kempny und Til Neugebauer als Gewinner des diesjährigen Science Slams ermittelt werden. Darüber hinaus wurden drei Posterpreise verliehen.

Ausblick auf den DKVF 2027

Der Deutsche Kongress für Versorgungsforschung 2027 wird am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf stattfinden, das bereits 2025 ein passender Standort für den DKVF war. Der Kongress 2027 wird vom DNVF erstmals in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention e. V. (DGSMP) ausgerichtet. Die Kongresspräsident*innen des 26. DKVF sind Prof. Dr. Falk Hoffmann und Prof. Dr. Rebecca Palm für das DNVF sowie Dr. Susanne Jordan und PD Dr. Annett Salzwedel für die DGSMP.

Quelle: Pressemitteilung Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) e.V.

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