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Wieder wohlfühlen: Durch Fotografie zum neuen ICH nach Krebsdiagnose

Frau in korallfarbenem Kleid lacht bei einem Mutmacher-Fotoshooting des Projekts unSICHTBAR

Quelle: © unSICHTBAR

Wieder wohlfühlen: Durch Fotografie zum neuen ICH nach Krebsdiagnose

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Eine Krebsdiagnose bedeutet meist einen tiefen Einschnitt ins Leben. Die physischen Folgen der Erkrankung und der Therapie führen oft dazu, dass sich die Betroffenen mit einem neuen Selbstbild konfrontiert sehen. Das Projekt unSICHTBAR soll Krebspatient*innen helfen, wieder eine Verbindung zu ihrem Körper herzustellen und ihr Selbstvertrauen in Bezug auf ihr Aussehen und ihr Wohlbefinden zurückzugewinnen.

Eine Krebsdiagnose verändert alles – auch das Selbstbild

Krebstherapien sind häufig mit körperlichen Veränderungen verbunden. Haarausfall durch Chemotherapie, Gewichtsveränderungen oder der Verlust von Körperteilen oder Organen wirken sich nachhaltig auf das Wohlbefinden der Betroffenen aus und können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Die Förderung des Körperbildes einer Person, die sich einer Krebsbehandlung unterzieht, trägt wesentlich dazu bei, ihr Selbstwertgefühl und ihre Stimmung zu stärken. Die gemeinnützige Organisation unSICHTBAR begleitet Menschen in dieser lebensverändernden Phase. Ihr Ziel ist es, Betroffenen neue Perspektiven auf ihr „neues ICH“ zu eröffnen – aktuell durch das Medium der Fotografie, zukünftig ergänzt durch vielfältige weitere Angebote zur seelischen und sozialen Begleitung.

Die Gründungsgeschichte: Aus eigener Erfahrung heraus

Initiatorin Sabine Fiedler gründete die gemeinnützige Organisation im Dezember 2025, nachdem sie im Jahr zuvor selbst die Diagnose Brustkrebs erhalten und eine Krebstherapie durchlaufen hat. Nach 16 Chemotherapien über fünf Monate, 15 Bestrahlungen und einer brusterhaltenden Operation befindet sie sich nun in einer mehrjährigen Erhaltungstherapie. Im März 2025 nahm Fiedler selbst an einem Fotoshooting für Krebspatient*innen in München teil. Mitten in der Chemotherapie, mitten in der schlimmsten Phase ihres Lebens. Dadurch entstand die Idee, dieses Angebot auch in ihre Heimat, das Rhein-Main-Gebiet, zu holen.

Das Herzstück: Die Mutmacher-Fotoshootings

Vorher-nachher-Portraet einer Frau als Collage mit professionellem Mutmacher-Fotoshooting und natuerlicher Aufnahme
Initiatorin Sabine Fiedler nahm im März 2025 an einem Fotoshooting für Krebserkrankte teil, was ihr half sich jenseits der Krankheit wieder als Frau wahrzunehmen und ihre innere Stärke sichtbar zu machen. Aus diesem persönlichen Impuls entwickelte sich die Mission von unSICHTBAR. (Quelle: Privat)

unSICHTBAR startete mit einem Fotoprojekt für Krebspatient*innen. Mit der Unterstützung von ehrenamtlichen professionellen Fotograf*innen und MakeUp-Artists entstehen Fotos der Teilnehmenden, mit dem Ziel, das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl zu stärken. Diese Fotos zeigen das „neue ICH“ und erleichtern es, den veränderten Körper mit den seelischen und sichtbaren Narben anzunehmen. Sie dienen als Anker in schweren Momenten.
Die Fotoshootings werden auch als „Mutmacher-Fotoshootings“ bezeichnet, denn sie zeigen den Mut der Teilnehmenden, sich vor einer Kamera zu zeigen und die eigene Komfortzone für einen Tag zu verlassen. Sich einmal wieder als Mensch und nicht als Patient*in fühlen, was man in dieser langwierigen Behandlung ist. “Eine Krebstherapie ist ein Marathon und kein Kurzstreckenlauf; unSICHTBAR begleitet Betroffene in allen Phasen der Therapie”, erklärt Fiedler das Ziel ihres Projekts.

Wachsendes Angebot: Workshops und weitere Begleitangebote

Neben den regelmäßigen Fotoshootings will unSICHTBAR noch weitere Angebote für Krebspatient*innen schaffen, die dem gemeinsamen Austausch und einem neuen Lebensgefühl dienen. Seit Juni 2026 gibt es neben den Mutmacher-Fotoshootings auch Workshops zur Farb- und Typberatung. Das Angebot „Stil & Strahlen nach Krebs“ richtet sich speziell an Frauen und vermittelt den Teilnehmerinnen wertvolle und leicht umsetzbare Tipps, um sich mit ihrem eigenen Kleidungsstil mehr Selbstvertrauen aufzubauen und sich mit dem eigenen Erscheinungsbild wieder wohlzufühlen. Weitere Ideen sind bereits in Planung. 

Ehrenamt, Spenden und Kooperationen als Grundlage

Bei unSICHTBAR engagieren sich mittlerweile 20 ehrenamtliche Helfer*innen mit unterschiedlichen Expertisen. Die gemeinnützige Organisation finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Davon werden die Miete für die Locations, die Verpflegung mit kleinen Snacks bei den Fotoshootings sowie die Ausgaben für den Druck von Flyern und Plakaten für Aushänge in Kliniken und Arztpraxen bezahlt. Auch Kosten für die Verwaltung, wie etwa der Steuerberater oder das Hosting der Webseite, fallen an. Das Fundraising konzentriert sich aber auch auf Fördergelder und Kooperationen, die das Projekt mit Sachspenden unterstützen. Ein Beispiel dafür ist die Partnerschaft mit der Drogeriekette dm. Denn die Fotoshootings und alle anderen Angebote für Krebspatient*innen sind kostenfrei und niedrigschwellig für die Teilnehmenden. 

Mehr zu unSICHTBAR finden Sie hier

Infomaterial für Spender*innen sowie für Teilnehmende finden Sie hier:

Informationsflyer für Spender*innen

Informationsflyer für Teilnehmende

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