Onkologie » Versorgungsforschung

»

Strahlentherapieresistenz: Was passiert im Genom?

Strahlentherapieresistenz: Was passiert im Genom?

Aktuelles

Onkologie

Versorgungsforschung

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Als Erstautor hat Emre Kocakavuk, der vor Kurzem sein Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen abgeschlossen hat, gemeinsam mit einer internationalen Gruppe von Forschern des Jackson Laboratory for Genomic Medicine, CT, USA, der New York University, NY, USA und dem Erasmus Medical Center, Rotterdam, Niederlande, genau diese Wissenslücke adressiert und die Ergebnisse im hochrenommierten Journal Nature Genetics publiziert.
„In unserem Ansatz haben wir Tumorproben von Patient:innen mit verschiedenen Krebserkrankungen analysiert“, erklärt Kocakavuk. „Wir konnten zeigen, dass die Strahlentherapie zu einer großen Anzahl von Mutationen führt. Bei diesen Mutationen handelt es sich um kleine Deletionen, also Verlusten von Basenpaaren in der DNA.“

Diese Deletionen treten in einem typischen Muster auf, einer sogenannten Deletionssignatur. Wird diese Signatur nach der ersten Strahlentherapie sichtbar, kehrt die Krebserkrankung mit hoher Wahrscheinlichkeit zurück.

„Wie gut die Strahlentherapie wirkt, hängt offensichtlich davon ab, wie gut die Krebszellen die während der Behandlung auftretenden DNA-Schäden reparieren können. Sind diese Reparaturmechanismen sehr effektiv, ist das für das Überleben der Patienten nachteilig“, so die Studienautor:innen. Sie hoffen damit aber einen neuen Ansatz gefunden zu haben, mit dem die Krebstherapien verbessert werden können: „Wenn man den Reparaturprozess während der Strahlentherapie verlangsamt, könnte das die Wirksamkeit der Behandlung möglicherweise erhöhen.“

Link zur Originalpublikation: „Radiotherapy is associated with a deletion signature that contributes to poor outcomes in cancer patients“

Quelle: Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen

Bildquelle privat: Emre Kocakavuk

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Aerztin in Schutzkleidung und FFP2-Maske verabreicht einem jungen Patienten im Krankenhausbett eine Infusion mit genveraenderten Stammzellen

Erstmals erfolgreiche Behandlung mit CRISPR-Therapeutikum

Aktuelles

Der 19-jährige Mohammad ist der erste Patient mit Beta-Thalassämie, der im Zuge der Standardtherapie das auf der Genschere CRISPR basierende Medikament Exagamglogene Autotemcel erhalten hat. Das Medikament ist das erste zugelassene CRISPR-Therapeutikum.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen
Nahaufnahme eines schwarzen T-Shirts mit einer rosa Schleife auf der Brust einer Frau.

Brustkrebsmonat 2026: Bessere Behandlung und Versorgung

Aktuelles

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Die Versorgungsforschung wandelt sich durch neue Erkenntnisse und therapeutische Möglichkeiten dabei stetig.

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

Beitrag lesen
Forschungsteam aus sechs Personen steht im Freien vor einem Klinikgebaeude und laechelt in die Kamera, Symbolbild fuer eine Studie zum Einfluss des Darmmikrobioms auf die CAR-T-Zelltherapie

Darmbakterien beeinflussen die Krebstherapie mit CAR-T-Zellen

Aktuelles

Nicht alle Tumore sprechen gleich auf die CAR-T-Zelltherapie an. Eine Studie zeigt jetzt, dass vor allem die Stoffwechselprodukte des Darmmikobioms die Krebstherapie fördern oder hemmen können.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen