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Tafasitamab beim Hochrisiko-DLBCL: Neuer Standard in Sicht?

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Quelle: © David A Litman – stock.adobe.com

Tafasitamab beim Hochrisiko-DLBCL: Neuer Standard in Sicht?

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Die Kombination von R-CHOP mit dem CD19-Antikörpers Tafasitamab und dem Immunmodulator Lenalidomid verbessert die Prognose beim Hochrisiko-DLBCL. Die Kombination könnte Standard in der Erstlinie werden.

Rund 40 % der Patient*innen mit diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom – der häufigsten Form des Non-Hodgkin-Lymphoms – werden mit der Standard-Erstlinientherapie R-CHOP (Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison) nicht geheilt. Vor diesem Hintergrund wurde in der frontMIND-Studie geprüft, ob die Patienten von einer Hinzunahme des humanisierten Fc-modifizierten, zytolytischen CD 19-Antikörpers Tafasitamab zusammen mit dem Immunmodulator Lenalidomd profitieren. Tafasitamab plus Lenalidomid werden bereits bei rezidiviertem oder refraktärem DLBCL eingesetzt.

R-CHOP plus Tafasitamab/Lenalidomid

Die randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-3-Studie frontMIND, die sowohl beim ASCO 2026 als auch beim EHA-Kongress präsentiert wurde, zeigt bei einem Hochrisiko-Kollektiv einen deutlichen Zugewinn der Kombination gegenüber der lange „unschlagbaren“ R-CHOP-Standardtherapie. Eingeschlossen in die Studie wurden Patienten mit neu diagnostiziertem aggressivem B-Zell-Lymphomen (high-intermediate oder high-risk DLBCL oder HGBL). Sie wurden randomisiert entweder mit sechs Zyklen Tafa-Len-R-CHOP oder R-CHOP behandelt. Bis Ende Oktober 2025 waren 899 Patienten im Alter zwischen 18 und 80 Jahren randomisiert worden. Primärer Studienendpunkt ist das progressionsfreie Überleben (PFS). Die finale Analyse des Gesamtüberlebens (OS) ist nach 5 Jahren geplant.

Progress-Risiko um 25 % reduziert

Innerhalb des medianen follow-up-Zeitraums von 35,2 Monaten war das Risiko für Progression und Tod um 25 % reduziert. Die 2-Jahres-PFS-Raten betrugen 71,1 % mit Tafa-Len-R-CHOP und 62,9 % mit R-CHOP, und nach 3 Jahren waren es 67,3 versus 60,7 %. Ein PFS-Benefit war sowohl beim ABC-Subtyp als auch beim GCB-Subtyp nachweisbar. Beim Gesamtüberleben zeigte sich in der gesamten Studienpopulation ein positiver Trend.

Schwere Nebenwirkungen ≥ 3 traten unter Tafa-Len-R-CHOP häufiger auf (86,7 % vs. 76,1 %), führten aber nicht zu mehr Therapieabbrüchen (5,2 % vs. 5,4 %). Tödliche behandlungsassoziierte Ereignisse traten bei 5,9 % versus 3,8 % der Patienten auf.

Quelle: Lenz G et al. Tafasitamab plus Lenalidomide and R-CHOP for patients with previously untreated diffuse large B-cell lymphoma (DLBCL): results from the phase 3 frontMIND -Study; Abstract: EHA-2190

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