Onkologie » Hauttumoren » Nicht-melanozytärer Hautkrebs

»

Tumoren programmieren Neutrophile gezielt um

Forschende diskutieren Ergebnisse zur gezielten Umprogrammierung von Neutrophilen durch Tumoren und die Blockade des G-CSF/NAMPT-Signalwegs.

Quelle: UDE/UK Essen © Jadwiga Jablonska

Tumoren programmieren Neutrophile gezielt um

News

Onkologie

Hauttumoren

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Forschende der UDE zeigen, dass Tumoren gezielt die antimikrobielle Abwehr schwächen, indem sie Neutrophile umprogrammieren. Die Blockade des G-CSF/NAMPT-Signalwegs könnte neue Therapien ermöglichen.
Trotz erheblicher Fortschritte in der Onkologie bleiben bakterielle Komplikationen eine große klinische Herausforderung. Sie verzögern Therapien und verschlechtern die Prognose. Die aktuelle Arbeit zeigt, dass Tumoren, die hohe Mengen an Granulozyten-Kolonie-stimulierendem Faktor (G-CSF) produzieren, die Persistenz Gram-negativer Erreger insbesondere bei Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinomen fördern. Verantwortlich dafür ist die Aktivierung der G-CSF/NAMPT-Signalkaskade in neutrophilen Vorläuferzellen, wodurch essenzielle Funktionen wie Phagozytose und die Bildung neutrophiler extrazellulärer Netze beeinträchtigt werden. Gleichzeitig entstehen gewebeschädigende Neutrophilen-Subpopulationen, die die Integrität des Lungengewebes untergraben und bakterielle Infektionen begünstigen.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Tumoren die antimikrobielle Abwehr gezielt schwächen, indem sie Neutrophile funktionell reprogrammieren“, erklärt die Erstautorin der Studie Dr. Ekaterina Pylaeva. „Durch die Blockade des G-CSF/NAMPT-Signalwegs konnten wir hingegen die Entstehung dysfunktionaler Neutrophilen verhindern und die bakterielle Clearance im Tiermodell deutlich verbessern.“
„Die Identifikation dieses Mechanismus eröffnet neue Möglichkeiten für therapeutische Interventionen“, ergänzt Prof. Dr. Jadwiga Jablonska, Leiterin der AG Translationale Onkologie. „Eine gezielte Modulation des G-CSF/NAMPT-Signalwegs könnte künftig dazu beitragen, Infektionen besser zu kontrollieren und die Überlebenschancen von Krebspatient:innen zu erhöhen.“

Originalpublikation: : Pylaeva E, Tollrian L, Riedesel J et al. G-CSF/NAMPT signaling drives neutrophil dysfunction and enhances bacterial infection susceptibility in cancer patients. Nat Commun. 2025; 16: 11137

Quelle: Pressemitteilung Universitätsklinikum Essen

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Forschungsteam in einem Universitaetsatrium, das neue Therapieansaetze zum Antikoerper-Stau bei Multiplem Myelom untersucht

Antikörper-Stau im Transportweg schwächt Blutkrebszellen

News

Innsbrucker Forschende blockierten das zellinterne Transportsystem von Myelomzellen, der entstehende Proteinstau bringt die Krebszellen zum Absterben und eröffnet neue Therapieansätze.

Onkologie

Hämatoonkologie

Leukämien und MDS

Beitrag lesen
Illustration einer menschlichen Hand, die mit einer Roboterhand interagiert, um digitale medizinische Technologien zu symbolisieren.

KI-Methode vereint Krebsregisterdaten aus ganz Deutschland

Berufspolitik

Das AI-CARE-Konsortium hat eine Pipeline entwickelt, die Krebsregisterdaten aus 14 deutschen Bundesländern automatisch harmonisiert – für bessere bundesweite Analysen auch seltener Tumoren.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
3D-Illustration einer Krebszelle im Blutkreislauf, die von einem Fadenkreuz als Zielstruktur für eine zielgerichtete Tumortherapie markiert wird

KI-System empfiehlt Therapien bei komplexem Blutkrebs

News

Mit HemaGuide haben Forschende aus Heidelberg einen KI-Assistenten entwickelt, der Ärzt*innen bei komplexen Therapieentscheidungen bei Blutkrebs unterstützt. Das System wertet Patientendaten aus, gleicht sie mit Leitlinien und Tumorboard-Fällen ab und erreicht in Tests eine Übereinstimmung von über 80 Prozent mit Expertenempfehlungen.

Onkologie

Hämatoonkologie

Beitrag lesen