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Vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen soliden Tumoren

Das Team der Early Clinical Trial Unit (ECTU) am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden.

Quelle: © UKD

Vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen soliden Tumoren

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Erschienen in: onkologie heute

Forschende aus Dresden stellten am 31. Mai 2026 auf der Tagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) klinische Ergebnisse zu einer neuen Krebsimmuntherapie zur Behandlung fortgeschrittener Tumoren vor. Die Ergebnisse zeigen, dass diese neue Immuntherapie insgesamt gut verträglich ist und deutliche Anzeichen für eine Wirksamkeit aufweist. Sie wurden gleichzeitig in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.

Die Early Clinical Trial Unit (ECTU) am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden hat im Rahmen einer klinischen Studie erstmals die Krebsimmuntherapie IMA401 bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren getestet. IMA401 ist ein bispezifischer T-Zell-Engager (TCER), der Krebszellen gezielt mit T-Zellen verknüpft und so das Immunsystem direkt gegen den Tumor aktiviert. Dafür bindet das Molekül zwei Ziele gleichzeitig: ein in den Tumorzellen gebildetes Eiweiß, das Tumorantigen MAGEA4/8, und ein Molekül auf der Oberfläche körpereigener Abwehrzellen (CD3). Die T-Lymphozyten werden dadurch zielgerichtet an die Tumorherde geleitet und aktiviert, so dass sie die Krebszellen zerstören.

In der jetzt vorgestellten Studie erhielten 61 Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, die nicht mehr auf Standardbehandlungen ansprachen, IMA401 als Infusion, zum Teil in Kombination mit dem bereits zugelassenen Immuntherapeutikum Pembrolizumab. „Unsere wichtigsten Ziele waren, die Sicherheit von IMA401 nachzuweisen und die optimale Dosis für die weitere Entwicklung festzulegen“, erläutert Studienleiter Prof. Martin Wermke, Leiter der NCT/UCC Early Clinical Trial Unit und Professor für Experimentelle Tumortherapie.

Die Behandlung erwies sich insgesamt als gut verträglich: Die häufigsten therapiebedingten Nebenwirkungen waren durch die gewünschte Aktivierung des Immunsystems bedingt. Bei 38 Prozent der Patientinnen und Patienten trat ein Zytokinfreisetzungssyndrom auf, das vor allem durch Fieber gekennzeichnet war (Schweregrad 1 bis 2). Weiterhin kam es zu vorübergehenden Blutbildveränderungen. Dabei handelte es sich in 33 Prozent der Fälle um Lymphopenie und zu 31 Prozent um reversible Neutropenie.

Die Studie zeigte bei mehreren Tumorarten ein Ansprechen auf die Behandlung, darunter Lungenkrebs, schwarzer Hautkrebs und neuroendokrine Tumoren. Die größte Patientengruppe bildeten jedoch Menschen mit Kopf-Hals-Tumoren. Hier konnte bei vier von 14 im optimalen Dosisbereich behandelten Patientinnen und Patienten eine relevante Tumorschrumpfung beobachtet werden. Bei drei dieser vier Personen hielt das Ansprechen zum Zeitpunkt der Analyse weiterhin an. Die mediane Ansprechdauer, also die Wirksamkeit der Behandlung, lag bei 8,8 Monaten.

„Die Ergebnisse der Studie sind ein deutlicher Fortschritt für unsere Patientinnen und Patienten, denen in dieser Situation sonst nur sehr begrenzt wirksame Chemotherapien angeboten werden können“, ordnet Martin Wermke die Ergebnisse ein. „Besonders spannend ist, dass es mit IMA401 gelingt, Tumormerkmale zur Immuntherapie zu nutzen, die sich nicht auf der Oberfläche der Tumorzelle befinden, sondern in ihrem Inneren lokalisiert sind. Aufgrund der guten Verträglichkeit besteht die Möglichkeit IMA401 mit anderen Immuntherapien zu kombinieren. Wir werden IMA401 in Kürze mit einem ähnlichen, aber gegen ein weiteres Tumormerkmal gerichteten TCER bei Lungenkrebs prüfen. Wir erhoffen uns davon eine noch bessere Wirksamkeit.“

Die Studie

Die vollständigen Studienergebnisse wurden am 31. Mai 2026 auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt und zeitgleich in Nature Medicine veröffentlicht.

“A Phase Ia/Ib First-In-Human Clinical Trial to Evaluate the Safety, Tolerability and Initial Anti-Tumor Activity of IMA401, a Bispecific T Cell Engaging Receptor Molecule (TCER®), as Monotherapy or in Combination with a Checkpoint Inhibitor in Patients with Recurrent and/or Refractory Solid Tumors.”

Zur Studie: https://clinicaltrials.gov/study/NCT05359445

Bildunterschrift: Die Early Clinical Trial Unit (ECTU) am NCT/UCC Dresden hat eine neue Krebsimmuntherapie bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren getestet. © UKD

Quelle: Pressemitteilung Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Dresden

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