Onkologie » Urogenitale Tumoren » Nierenzellkarzinom

»

Was gibt es Neues in der Therapie des nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinoms

Grafische Darstellung einer Niere mit Fokus auf nicht-klarzellige Nierenzellkarzinome und medizinische Forschung

Was gibt es Neues in der Therapie des nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinoms

Fachbeitrag

Onkologie

Urogenitale Tumoren

Nierenzellkarzinom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Nierenzellkarzinome (NZK) haben einen Anteil von ca. 85 % an Nierentumoren, wobei das klarzellige NZK mit einem Anteil von ca. 75–80 % die häufigste Entität ausmacht. Die nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinome (nccRCC) haben einen Anteil von ca. 20–25 % und stellen histologisch und molekular mit über 20 Subentitäten eine heterogene Gruppe dar. Aufgrund der Seltenheit dieser Tumoren liegen nur unzureichende klinische Daten zur optimalen Therapiestrategie im fortgeschrittenen/metastasierten Stadium vor [1–3].

Pathologie der nccRCC Die Klassifizierung der Nierentumoren erfolgt aufgrund morphologischer und molekularer Charakterisierung nach der WHO-Klassifikation 2022 [4]. Neben den klassischen histopathologischen Subtypen benigner Tumoren wie dem papillärem Adenom, Onkozytom und metanephrischem Adenom und malignen Tumoren wie dem konventionellen klarzelligen NZK, papillärem NZK, chromophobem NZK und Ductus-Bellini-RCC wurden viele neue RCC-Subtypen beschrieben [4]. Das klarzellige NZK ist die häufigste Form des NZK und geht in etwa 85% der sporadischen Fälle mit einer Alteration des Tumorsuppressorgens von Hippel-Lindau (VHL) einher. Beim zweithäufigsten NZK, dem papillären NZK, liegt häufig eine Alteration/Mutation mit Aktivierung des c-Met-Gens (MNNG HOS transforming gene) vor. Weiterhin wird nicht mehr in das papilläre NZK Typ I und Typ II unterschieden, da viele der Typ II papillären NZK anderen Entitäten zugeordnet werden konnten. Beim chromophoben NZK wurden Mutationen im Bereich der NADH (nicotinamide adenine dinucleotide) Dehydrogenase und der TERT (Telomerase reverse transcriptase) Promoterregion gefunden. Weitere Entitäten sind das Von-Hippel-Lindau-Syndrom (VHL) mit assoziiertem klarzelligen NZK, das Bird-Hogg-DubéSyndrom mit assoziierten hybriden, onkozytären Tumoren, Tuberose-Sklerose (TSC) mit assoziierten Angiomyolipomen oder PEComen sowie das eosinophile solide und zystische (ESC) NZK. Zu den familiären NZK gehören auch das SDH-defiziente (Succinat-Dehydrogenase defizientes) und das FH-defiziente (Fumarathydrogenase defizientes) NZK. Neue Tumorentitäten mit einer spezifischen molekularen Veränderung sind das „Transcription Elongation Factor 1“ (TCEB)-mutierte NZK, die MiTFTFE-Familie von NZK (TFE3-Translokations-assoziiertes, TFEB-transloziertes oder -amplifiziertes NZK), das SMARCB1/INI-defiziente und das ALK-Translokations-assoziierte NZK. Letztere treten häufig bei jüngeren Patienten auf und haben oft einen besonders aggressiven Krankheitsverlauf mit dedifferenzierten, sarkomatoiden und rhabdoiden Merkmalen [2, 4, 5]. Nicht eindeutig klassifizierbare NZK werden mit der Diagnose NZK-NOS (not otherwise specified) klassifiziert.

Vollständiger Artikel

Bilderquelle: © Rasi – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Aerztin in Schutzkleidung und FFP2-Maske verabreicht einem jungen Patienten im Krankenhausbett eine Infusion mit genveraenderten Stammzellen

Erstmals erfolgreiche Behandlung mit CRISPR-Therapeutikum

Aktuelles

Der 19-jährige Mohammad ist der erste Patient mit Beta-Thalassämie, der im Zuge der Standardtherapie das auf der Genschere CRISPR basierende Medikament Exagamglogene Autotemcel erhalten hat. Das Medikament ist das erste zugelassene CRISPR-Therapeutikum.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen
Nahaufnahme eines schwarzen T-Shirts mit einer rosa Schleife auf der Brust einer Frau.

Brustkrebsmonat 2026: Bessere Behandlung und Versorgung

Aktuelles

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Die Versorgungsforschung wandelt sich durch neue Erkenntnisse und therapeutische Möglichkeiten dabei stetig.

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

Beitrag lesen
Forschungsteam aus sechs Personen steht im Freien vor einem Klinikgebaeude und laechelt in die Kamera, Symbolbild fuer eine Studie zum Einfluss des Darmmikrobioms auf die CAR-T-Zelltherapie

Darmbakterien beeinflussen die Krebstherapie mit CAR-T-Zellen

Aktuelles

Nicht alle Tumore sprechen gleich auf die CAR-T-Zelltherapie an. Eine Studie zeigt jetzt, dass vor allem die Stoffwechselprodukte des Darmmikobioms die Krebstherapie fördern oder hemmen können.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen